Hausvogteiplatz
Map Hausvogteiplatz
1237 bis 1733
Berlin ist für europäische Verhältnisse eine junge Stadt.
Erste urkundliche Erwähnungen stammen aus dem
Jahr 1237, als sich zu beiden Seiten der Spree die
Siedlungen Cölln und Berlin entwickelten. Die in
günstiger Lage an mittelalterlichen Handelsstraßen
gelegenen Siedlungen nahmen einen schnellen wirt-
schaftlichen Aufschwung und bildeten ab 1307 eine
Union. Eine enorme Aufwertung erhielten die Siedlungen
Mitte des 15. Jahrhunderts, als das Geschlecht der
HOHENZOLLERN das Residenzschloss auf der Spreeinsel
errichtete. Mit dem Bau des Schlosses wurde Berlin
zur Hauptstadt der Mark Brandenburg.
Ab 1657 ließ der Kurfürst von Brandenburg, FRIEDRICH
WILHELM, später der Große Kurfürst genannt, Berlin zu
einer Festung mit 13 Bastionen ausbauen. Für die
Durchführung der Arbeiten wurde der Festungs-
baumeister JOHANN GREGOR MEMHARDT aus den
Niederlanden herbeigeholt. Während die Courtinen
(Wallmauern) und Bastionen (Bollwerke) auf der
berlinischen Seite möglichst nahe entlang der mittelal-
terlichen Stadtmauer entstanden, wurden die etwa acht
Meter hohen Bauwerke auf der cöllnischen Seite in
weitem Bogen auf sumpfigen Spreewiesen errichtet. Den
Hauptzugang an der südwestlichen Stadtgrenze bildete
das 1683 erbaute Leipziger Tor, welches sich zwischen
den Bastionen Ill und IV befand. Durch die sich parallel
zum Festungsbau entwickelnden Vorstadtsiedlungen
außerhalb der Wallanlagen verloren die Festungswälle
jedoch schon rasch wieder ihren Verteidigungswert.
Um den ständig wachsenden Verkehr zwischen der
Residenz und den Vorstädten zu erleichtern, begann man
daher schon ab 1733, den starren Festungsgürtel zu
schleifen. Durch das Öffnen der Wälle wurde auch der
dazugehörende Festungsgraben überflüssig, der mit
der Zeit versandete. Zunächst begannen die Anwohner,
die Flächen mit Erde aufzufüllen und ihre Gärten zu
erweitern, später entwickelte er sich jedoch zu einem
„übelriechendem Morast".
1783 bis 1877
Nach dem Schleifen der Wallanlagen entwickelte sich auf
dem Gelände der ehemaligen Bastion IV der Spittelmarkt
und auf der Bastion III der Hausvogteiplatz. Sein
Ursprung ist durch den eckigen Grundriss noch heute im
Stadtbild nachvollziehbar. Ebenso ist der Verlauf der
ehemaligen Festungswälle an der Ober- und
Niederwallstraße abzulesen, welche auf der Innenseite
des Wallfußes verliefen. 1742 wurde die Mohrenstraße
durch die schmale und hölzerne Mohrenbrücke mit dem
Hausvogteiplatz verbunden. An ihrer Stelle baute CARL
GOTTHARD LANGHANS im Jahr 1787 eine neue Brücke aus
Sandstein. Von dem historischen Brückengewölbe sind
noch Teile erhalten.
Seinen Namen erhielt der Hausvogteiplatz durch das
1750 unter FRIEDRICH II. auf dem Gelände des Jäger-
hofes an der Nordseite des Platzes erbaute Unter
suchungsgefängnis. Die Hausvogtei war für die
Inhaftierung von Personen, welche dem Hofgericht
unterstanden, also Bewohner und Angestellte des
Schlosses und des Lustgartens und für Berliner Juden
zuständig. Über das Gefängnis kursierté damals
folgender Satz: „Wer die Wahrheit weiß und saget sie
frei, der kommt in Berlin in die Hausvogtei“. Ende des
18. Jahrhunderts war der Platz noch als Schinkenplatz
oder Krähenmarkt bekannt. Schinkenplatz deshalb, weil
hier Schlachterelen angesiedelt waren, aber auch „weil
der Platz die Form eines Schinkens hat, auf dem
Schlächter Rauchfleisch verkauften, auch weil hier unehr-
bare Frauen wohnten, die in der Volkssprache ,Schinken‘
genannt wurden."
Der Platz selber war zunächst als typisch vegetations-
loser, befestigter Stadtplatz angelegt, bis etwa in der
Mitte des 19. Jahrhunderts eine Brunnenanlage erbaut
wurde. Der genaue Zeitpunkt läßt sich auf der Grund-
lage der vorhandenen Unterlagen nicht bestimmen. Er
ist erstmalig auf einem preußischen Urmesstischblatt
aus dem Jahr 1852 eingezeichnet. PETER JOSEPH LENNÉ
sollte im Juni 1857 eine Schmuckanlage für den
Hausvogteiplatz entwerfen. Er lehnte zunächst ab, weil
„die Lage und der Zweck des dort vorhandenen
Springbrunnens für dergl. Pflanzungen nicht geeignet"
Seien. Schließlich zeichnete er aber doch einen Plan,
welcher „den Brunnen als Mittelpunkt nehmend, darauf
abzielt, diesem Platz die Zierde anmutigen Grüns
zuzuwenden. Die auf dem Plane bereits angedeutete
vorgefundene Grundform habe ich als die den
Verhältnissen des Platzes gemäßeste beibehalten und vier
Nischen um den Brunnen projektiert, welche, mit Bänken
versehen, von acht amerikanischen rot blühenden
Kastanien zu beschatten und von einer schmalen
Strauchpflanzung zu umgeben sind. Außerdem sind die
Ecken der vier Abteilungen dieser kleinen Anlagen mit
einer kleinen Gruppe von Schmuckgehölzen zu besetzen."
Der LENNE-Plan ist jedoch leider nicht mehr aufzufinden,
er wurde auch nicht ausgeführt und der Hausvogteiplatz
blieb somit bis Ende des 19. Jahrhunderts schmucklos.
Weitere Diskussionen über eine Umgestaltung der
Platzanlage begannen erst wieder 1875, als in der
Stadtverordneten-Sitzung die Durchlegung der Tauben-
straße zum sogenannten Bullenwinkel am Hausvogtei-
platz erörtert wurde.
1877 bis 1906
Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich rings um
den Hausvogteiplatz besonders die Konfektionsindustrie
für Mäntel. Es entstanden zunehmend moderne,
vierstöckige Gebäude in welchen zu einem großen Teil
Menschen jüdischen Glaubens lebten. Besonders
hervorzuheben sind die Geschäftshäuser Hausvogtei-
platz 3-4 und 12, 1893 und 1895 von der bauaus-
führenden Firma ALTERTHUM & ZADEK und Hausvogtei-
platz 8-9, 1890 von dem bekannten Architekten
OTTO MARCH geplant. Die Gebäude überliefern die
charakteristische Platzrandbebauung, vermitteln den
Bebauungsmaßstab des späten 19. Jahrhunderts und
stellen somit ein wichtiges architekturhistorisches
Zeugnis für die Zeit dar. Heute stehen sie, gemeinsam
mit dem Ende der 20er Jahre von den Architekten
W. GROWALD und W. CASPARI im Stil der Moderne
entstandenen 'Geschäftshaus Hausvogteiplatz 1, unter
Denkmalschutz.
Ein erster Plan über eine Neugestaltung der Platzanlage
entstand 1877/80 von GOTTHEINER, ein zweiter aus dem
Jahr 1885 ist vom damaligen Stadtgartendirektor
HERMANN MÄCHTIG unterschrieben. Dieser Plan ist nur
noch in Resten erhalten, der Teil mit der zentralen
Schmuckplatzfläche fehlt. Ein weiterer Plan stammt
wahrscheinlich ebenfalls aus dem Jahr 1885. Da er
starke Ähnlichkeiten mit den Resten des MÄCHTIG-Planes
aufweist, kann man davon ausgehen, dass er ebenfalls
von ihm stammt.
Im Kostenvoranschlag von 1880 wird angegeben:
„Außerdem sind auf dem Schmuckplatz anzupflanzen: 8
rotblühende Dorne und 7 Alleebäue, sowie im Umfange
des Platzes 17 Alleebäume. …Das Schmuckstückchen ist
durch eiserne Barrieren, bestehend aus gußeisernen
Pilaren, welche in 2 zu 3 Meter Entfernung aufgestellt und
durch quadratische schmiedeeiserne Verbindungsstücke
verbunden werden zu schützen." Es dauerte aber noch
einige Jahre bis der Schmuckplatz realisiert wurde.
Interessanterweise protestierten einige Anwohner 1885
gegen die Einrichtung der gärtnerischen Schmuckanlage.
Die Geschäftsinhaber befürchteten, dass die Bäume den
freien Blick auf Ihre Firmenschilder versperren würden.
1885 wurde der ehemalige Festungsgraben zuge-
schüttet, 1886.zwei Gebäude abgerissen und die
Taubenstrasse bis an den Hausvogteiplatz durchgelegt.
Da in den darauf folgenden Jahren kein Geld für die
Arbeiten genehmigt wurde, konnte an der Grünanlage
erst vier Jahre später weitergearbeitet werden. Im März
1890 wurde der Springbrunnen schließlich an seinen –
1997 in Fundamenten nachgewiesenen – Standort
versetzt und man begann mit der Herstellung der
Schmuckanlage. Ein Jahr später wurde das Gebäude der
Hausvogtei abgerissen,
Ein Plan aus dem Jahr 1905 zeigt weitgehend die ausge-
führte Planung: Der Bürgersteigbereich umfasste eine
zentrale, dreieckige Rasenfläche, in dessen Zentrum der
Brunnen mit der Fontaine lag. Um den Springbrunnen
führte ein Staudenbeet herum, die Rasenfläche war mit
Bäumen und Sträuchern bepflanzt. Die Grünanlage
wurde durch ein Tiergartengitter eingefasst. An der
Straßenbahnhaltestelle auf der Ostseite des Platzés
schnitten zwei halbrunde Sitzplätze mit begleitenden
Holzbänken in die dreieckige Grünanlage ein. Die Sitz-
bereiche wurden durch besondere Schmuckpflaster-
ungen hervorgehoben. 1892 wurde eine Uraniasäule
aufgestellt.
Diese erste Schmuckplatzanlage auf dem Hausvogtei-
latz bestand nur 16 Jahre. Schon 1906 wurde sie infolge
des U-Bahn-Baues, für den der halbe Platz aufgerissen
werden mußte, wieder zerstört. Den Bauarbeiten fielen
sämtliche Bäume zum Opfer, lediglich der Brunnen blieb
bestehen.
1906 bis 1945
Um den U-Bahn-Ausgang, der nach dem Bau direkt auf
die zentrale Platzfläche mündete, einzugliedern, wurde
die Mittelinsel nach Norden erweitert. Dadurch ergab
sich eine Asymmetrie in der Platzfläche, denn der
Brunnen lag nun nicht mehr genau im Mittelpunkt. Die
Baumreihen entlang der Häuserfassaden wurden, außer
jener an der Westseite, nicht wieder neugepflanzt. Ein
erster Plan für die gärtnerische Neugestaltung stammt
von dem städtischen Obergärtner DIEKMANN vom Juli
1908. Aber sowohl dieser Plan, als auch ein zweiter
Entwurf wurden nicht ausgeführt. In den Unterlagen der
Park-Deputation befindet sich noch eine dritte
Zeichnung, welche nicht unterschrieben ist. Dieser
Entwurf ist größtenteils zur Ausführung gekommen.
Die Park-Deputation entschied in einer Sitzung am 12.
August 1905, dass ein zwei Meter breites Blumenband
und ein Rasenstreifen den Brunnen einfassen sollten.
Schatten spendende Bäume sollten in einer Entfernung
von neun Meter angepflanzt werden. Anstelle der zwei
halbrunden Bänke wurden an zwei Straßenseiten insge-
samt sechs Bänke aufgestellt. Die Bürgersteige wurden
an mittels Bürgersteigplatten und Mosaikpflaster befestigt
und die zentrale Fläche als Kiesplatz angelegt.
Zunächst war geplant, die Bürgersteigplatten für die
Baumpflanzungen zu verschieben, worauf Obergärtner
DIEKMANN schrieb; „Es sollte überhaupt nur 1 Reihe
Bäume angepflanzt werden. Ich bitte also genehmigen zu
wollen, daß die Bäume kreisförmig in der Kiesfläche
angepflanzt werden um so die Verschiebung der
Bürgersteigplatten unterlassen zu können. …Auch für den
Hausvogteiplatz sind grade Bänke nötig, die früheren
halbrunden Bänke sind verfault, die eisernen Bankteile
anderweitig verwendet worden. Ich bitte sehr ergebenst
um baldige Zustellung von je 6 Bänken.“
1945 bis 1997
Auf einem Luftbild aus dem Jahr 1943 ist die Grünanlage
noch unversehrt zu erkennen, auf einer späteren
Abbildung von 1945 sind sowohl die umliegenden
Häuser, als auch der Platz selber zerstört. Der U-Bahn-
Schacht ist in weiten Bereichen aufgerissen, es ist nur
noch ein Baum zu erkennen. Bemerkenswerterweise ist
dieser Baum, eine Linde, auch noch auf Fotos aus dem
Jahre 1948, und auf einem Luftbild von 1953 zu sehen,
hat also den strengen Nachkriegswinter überlebt und ist
nicht von der Bevölkerung abgeholzt worden Die
zentrale Platzfläche wurde in den nachfolgenden Jahren
als Schuttabladefläche genutzt.
Nach den Aufräumungsarbeiten wurde der Platz in
den 50er Jahren gärtnerisch neu angelegt, wobei die
historische Linde in die Bepflanzung integriert wurde.
Da der Brunnen durch Kriegseinfluss zerstört worden
war, wurde er nicht wiederhergestellt, sondern es
wurde lediglich das Fundament überpflastert. Weitere
Umgestaltungen fanden in den Jahren 1962/63
und 1983 statt. Dabei wurde der Belag auf der ge-
samten Platzfläche aufgenommen und durch farbige
Müggelheimer Kunststeinplatten ersetzt.
Seit 1997
1997 gaben das Landesdenkmalamt Berlin, Garten-
denkmalpflege, und die Deutsche Stadtentwicklungs-
gesellschaft mbH ein Gutachten über die Grundlagen-
forschung zur Entwicklungsgeschichte des Platzes in
Auftrag. Nach der Auswertung gartenarchäologischer
Grabungsergebnisse wurde in enger Abstimmung
ntschieden, dass die Wiederherstellung auf der Basis
des schlichten und städtebaulich höchst überzeugenden
Entwurfes von 1908 und unter Einbeziehung der Planung
Von LENNE durchzuführen sel. Die Wiederherstellungs-
maßnahmen wurden im Herbst 2001 abgeschlossen.
HAUSVOGTEIPLATZ
1237 until 1733
Berlin is a fairly young town by European standards. Its
first official mentioning in documents dates back to
1237, as on both sides of the Spree the settlements
Cölln and Berlin started to develop. The settlements
situated at mediaeval trade routes took a fast economic
rise. After the middle of the 15th century the royal
family of HOHENZOLLERN erected their residential castle
on the Spree island and declared Berlin as capital of the
county Brandenburg.
From 1657 onwards, FRIEDRICH WILHELM, Great Elector
of Brandenburg had Berlin built out into a fortress
with 13 bastions, For the works the fortress master
builder JOHANN GREGOR MEMHARDT came from the
Netherlands. The entrance through the approx. 8 m
high battlements was the Leipzig Gate erected at the
south westerly border of the town in 1683 and was
situated between bastion III and IV. Due to the city
defences outside the developing suburbs the fortress
soon lost its defensive purpose. From 1733 onwards the
rigid defence wall was razed and the adjoining defen-
sive moat dried out.
1733 until 1877
After the razing of the defensive wall on the ground of
the former bastion IV the Spittelmarkt was developed
and on bastion III the Hausvogteiplatz. Its origin is still
recognisable in the townscape due to is rectangular
outline. Likewise the course of the former defensive
wall can be seen at the Ober- and Niederwallstraße
which went along the bottom of the wall.
The square was named Hausvogteiplatz after the
prison that had been erected at the northern side in
1750 under FRIEDRICH II. The Hausvogtei was built for
the imprisonment of people that were under the control
of the court bail and for Berlin Jews. About the prison
the following sentence was often heard: "Who knows the
truths and says it freely, will be imprisoned in the Berlin
Hausvogtei." In 1789 the square was still known under
the name Schinkenplatz (Ham square), because there
were situated several butchers but also because of
"prostitutes that lived there that where popularly called
'hams’." The Hausvogtei was demolished in 1891.
Originally, the square was a typical vegetationless,
cobbled town square until in the 19th century a
fountain was built in its midst. In June 1857 PETER
JOSEPH LENNÉ should design a decorative area for the
Hausvogteiplatz. The plan in which he had grouped 8
red flowering chestnuts around the fountain was not
carried out.
1877 until 1906
At the end of the 19th century industry for the tailor-
ing of coats established particularly around the
Hausvogtelplatz. With the course of time modern
4 story buildings were built in which mostly people of
Jewish belief settled. Particular attention should be
paid to the business houses Hausvogteiplatz 3-4 and
12 built in 1893 and 1895 by the firm ALTERTHUM &
ZADEK and Hausvogteiplatz 8-9, planned in 1890 by
the renowned architect OTTO MARCH. The buildings
are typical examples of the architecture of the late 19th
century and are listed, together with the business
house Hausvogteiplatz 1 designed in modern style by
W. GROWALD and W. CASPARI.
A first plan for the redesigning of the square is from
1877/80 by GOTTHEINER. A second plan is from the year
1885 signed by HERMANN MÄCHTIG. One of the first
measures for the redesigning of the filling up of the
former defensive moat. Then, in 1886, 2 buildings were
demolished and the Taubenstraße was built. Some
business people protested against the planned small
garden on the square because they feared that the trees
could block the view on to their company signs. In
March 1890, nevertheless, the fountain was moved and
a triangular decorative flowerbed was installed, but it
was again destroyed in 1906 when half the square was
ripped open for the building of the underground.
1906 until 1945
For the integration of the underground exit into the
centre of the square, the middle island was extended
northwards. This caused asymmetry in the squares
area, since the fountain was no longer situated in the
centre. A plan for the garden renewal that was not
carried out, was from the town headgardener
DIEKMANN from the year 1908. In the files of the park-
deputation is another plan which actually was carried
out of which the designer is unknown. On 12th August
1908, the park-deputation assembly decided that a two
meter wide flowerbed and a strip of lawn should frame
the fountain as well as shade providing trees should be
planted. The pavements were made of granite slabs and
mosaic pavement. The central area was covered with
gravel and six benches were installed.
1945 until 1997
An aerial view from 1945 shows that not just the surro-
unding buildings but also the square itself had been
destroyed. The underground exit was ripped open in
broad areas and just one lime tree was still standing.
After the clearing up work the square was newly
garden designed in the 50s and the historic lime tree
was integrated in the plantation, while the fountain
foundations were plastered over. Further alterations
took place in the years 1962/63 and 1983, during
which the pavement was removed from the entire
square and replaced by coloured artificial stone slabs.
Since 1997
The Berlin Monument Authority, Department for
Garden Conservation and the German Society for Town
Development Limited, commissioned the assessment
for a pure research for the history of the development
of the square. After the evaluation of the results of the
garden archaeological dig, it was decided in a close
agreement that the reconstruction would be based on
the straignard design of 1908 with the considera-
tion of the planning by LENNÉ. The reconstruction
works were completed in autumn 2001.
1237 à 1733
En comparaison avec d'autres métropoles européennes,
Berlin est une ville Jeune. Les premières mentions
documentaires remontent à 1237 quand sur les berges du
Spree apparaissent deux colonies nommées Cölln et
Berlin. Situées sur des routes commerciales, ces deux
villes connurent une extension économique rapide. Au
milieu du quinzième siècle, la lignée des HOHENZOLLERN
érigea sur l'lle du Spree son château princier et fit ainsi
de Berlin la capitale de la marche de Brandebourg.
FRIEDRICH WILHELM, prince électeur de Brandebourg,
fortifia Berlin à partir de 1657 en l'entourant de treize
bastions. Pour l'exécution des travaux on fit venir l'archi-
tecte néerlandais JOHANN GREGOR MEMHARDT. Au sud-
ouest de la ville l'accès se faisait entre les bastions III et
IV par la porte de Leipzig, (érigée en 1683) au travers
d'un édifice de huit mètres de haut.
Par la suite du développement des faubourgs au-delà
des fortifications, les remparts perdirent rapidement de
leur importance. A partir de 1733 on commença à raser
les murs d'enceinte et le fossé attenant s'ensabla au
cours du temps.
1733 à 1877
Après la disparition des fortifications on trouve à
l'emplacement du bastion n° IV »le Spittelmarkt« et à la
place de l'ancien bastion n° III »la Hausvogtelplatz«
(place de la prison préventive). Aujourd'hui encore on
peut deviner le tracé angulaire du bâtiment dans la
physionomie de la ville, tandis que les rues Oberwall-
strasse et Niederwallstrasse, qui longealent les remparts
à l'intérieur, nous indiquent l'emplacement des murs
fortifiés.
La prison préventive (Hausvogtei) construite en 1750
sous FREDERIC LE GRAND était située au nord de la place
et était destinée aux bourgeois dépendant du tribunal de
la cour et aux juifs résidant à Berlin.
Le dicton suivant circulait à l'époque sur cette prison:
»Celui qui ose dire des vérités se retrouvera à la
Hausvogtei«. À la fin du 18e siècle cette place fut aussi
connue sous le nom de »Schinkenplatze« (place du
Jambon), à cause des nombreuses boucheries qui s'y
trouvalent, mais peut-être aussi à cause de la présence
de femmes »déshonorées« qui étaient appelées 'jambon'
dans la bouche du peuple. La Hausvogtei fut détruite
en 1891. Typique de l'époque, la place était pavé et
sans végétation mais son aspect changea au milieu du
19e siècle avec la construction d'une fontaine. En Juin
1857 PETER JOSEPH LENNÉ fut chargé de dessiner une
ornementation. Le projet, dans lequel il avait prévu de
grouper huit châtaigniers rouges autour de la fontaine,
ne fut jamais exécuté.
1877 à 1906
A la fin du 19e siècle se développa tout autour de la
Hausvogteiplatz une industrie de confection pour
manteaux. Sur la place s'élevèrent progressivement des
bâtiments modernes, à quatre étages, dont les habitants
étalent surtout de confession julve. De cette époque la
Hausvogteiplatz garde des maisons de commerce parti-
culièrement intéressantes comme celles construites par
l'entreprise ALTERTHUM & ZADEK aux numéros 3 et 4
(1893) et au numéro 12 (1895) ou celles situées aux
numéros 8 et 9 dessinées par le célèbre architecte
OTTO MARCH. Ces bâtiments sont d'excellents témoins
des proportions architecturales de la fin du 19e siècle et
sont classés monuments historiques avec la maison
située au numéro 1, dessinée par W. GROWALD et
W. CASPARI dans le modern style de la fin des années
1920.
GOTTHEINER fit un premier projet (1877/1880) pour une
réfection de la place suivi d'un deuxième projet, daté
1885 de HERMANN MÄCHTIG. Pour ces transformations
on combla le fossé, deux bâtiments furent détruits et la
Taubenstrasse fut retracée. Certains propriétaires de
magasins protestèrent contre les plantations prévues,
craignant que celles-ci cachent leurs enseignes.
La fontaine fut tout de même déplacée en mars 1890 et
les ornements, de base triangulaire, purent être réalisés.
En 1906 à peine rénovée, la place dut être redétruite pour
l'arrivée du métro.
1906 à 1945
Pour accueillir la sortie du métro, I'llot central fut étendu
vers le nord. Ainsi la fontaine ne se trouva plus qu
centre, et la place perdit de sa symétrie. Un plan pur
une nouvelle configuration horticole fut tracé par le
jardinier en chef DIEKMANN, mais ne fut jamais exécuté.
Le plan qui fut retenu se trouve encore dans les
documents de la 'Park-Deputation' (administration des
parcs) mais on ne connaît pas son auteur. Lors de sa
séance du 12 août 1908 la 'Park-Deputation' décida,
qu'un parterre de fleurs de deux mètres de large et une
bande de pelouse devraient border la fontaine, que pour
donner de l'ombre, des arbres devraient être plantés,
et que les trottoirs devraient être consolidés par des
dalles et du pavé de mosaïque. Enfin la surface centrale
serait recouverte par du gravier et six bancs disposés sur
la place.
1945 à 1997
Une photo aérienne de 1945 montre que la place elles
même ainsi que les maisons environnantes sont
détruites. La fosse du métro est largement éventrée, seul
un tilleul est resté debout. Les travaux de déblalement
furent suivis par une nouvelle réalisation horticole de la
place qui intégra le tilleul historique. La base de la
fontaine par contre fut pavée. Des transformations
ultérieures eurent lieu dans les années 1962, 1963 et
1983. A cette occasion le revêtement fut enlevé sur toute
la surface de la place et remplacé par des dalles en béton
coloré.
Depuis 1997
En 1997 l'administration des monuments de Berlin, la
section des monuments horticoles, et la société
allemande du développement urbain passèrent com-
mande pour une étude historique de l'évolution de la
place. Après exploitation de prélèvements hortico-archéo-
logiques, il fut décidé que le rétablissement de la place
serait exécuté sur la base du projet simple de 1908 en
reprenant le plan de LENNÉ. Les travaux ont été achevés
en automne 2001.
Diese blaue Informationstafel geht zurück auf eine Idee des Landesdenkmalamt. Weitere Tafeln desselben Designs existieren im gesamten Stadtraum Berlins. Die Tafeln sind gerahmt von einem Stahlgestell, die Texte und Bilder befinden sich auf einer beschichteten Kunststoffplatte.
Die Bildunterschriften entsprechend der Einbettung im Fließtext lauten:
[1] Luftaufnahme um 1920, Quelle: Landesarchiv Berlin
Aerial view around 1920 Photo aérienne, vers 1920, Source: Landesarchiv Berlin
[2] Die städtebauliche Entwicklung von der Bastion III
zum Hausvogteiplatz, Quelle: Landesarchiv Berlin
The town historical development of Bastion III to the
Hausvogteiplatz ° La transformation du bastion III en la
place Hausvogteiplatz, Source: Landesarchiv Berlin
[3] Entwurf für den Hausvogteiplatz von GOTTHEINER, 1877/80,
Quelle: Landesarchiv Berlin
Plan for the Hausyogteiplatz by GOTTHEINER, 1877/80 °
Projet de GOTTHEINER pour la Hausvogteiplatz, 1877/80,
Source: Landesarchiv Berlin
[4] Leben auf dem Hausvogteiplatz, o.D., Quelle: Zentrum für Berlin-Studien
Life on the Hausvogteiplatz, without date ° La vie sur la Hausvogteiplatz, non date, Source: Zentrum für Berlin-Studien
[5] Gärtnerische Schmuckanlage im Jahr 1900,
Quelle: Stiftung Stadtmuseum Berlin
Ripped open subway tunnel on the Hausvogteiplatz, 1948 °
Fosse éventrée du métro à la Hausvogteiplatz, 1948, Source:
Bildarchiv Preussischer Kulturbesitz
Decorative garden from the year 1900 °
Disposition ornementale horticole de l'année 1900,
Source: Stiftung Stadtmuseum Berlin
[6] Aufgerissener U-Bahn-Schacht auf dem Hausvogteiplatz, 1948,
Quelle: Bildarchiv Preussischer Kulturbesitz
[7] Grünanlage auf dem Hausvogteiplatz 1997,
Quelle: Büro Willnecker & Siegmann, Berlin
Public green on the Hausvogteiplatz 1997 °
Square sur la Hausvogteiplatz 1997, Source: Bureau
Willnecker & Slegmann, Berlin
Angaben zu genutzten Quellen, Autorenschaft und Impressum:
Literatur
Hermann, J., BERLIN, Berlin 1987
Hinz, G., PETER JOSEPH LENNÉ, Berlin 1937
Lesser, K. GARTENDENKMALPFLEGERISCHE
GRUNDLAGENFORSCHUNG HAUSVOGTEIPLATZ,
unveröffentlicht, Berlin 1997
Reinbacher, E, DIE MOHRENBRÜCKE1 UND DER
EHEMALIGE FESTUNGSGRABEN VON BERLIN,
In: AUSGRABUNGEN UND FUNDE, Heft 4, 1956
_________
1 Die Tafeltranskription mitsamt der Literaturangaben enthält die vollständige Bezeichnung der M*straße, die eine rassistische Fremdbezeichnung für Schwarze Menschen reproduziert. Die BVV Mitte hat im August 2020 empfohlen, die M*straße in Anton-Wilhelm-Amo-Straße umzubenennen. Im März 2021 folgte der Beschluss und am 18. Juli 2025 die offizielle Umbenennung.


