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Haus Wien

Kurfürstendamm 26

Hier im
HAUS WIEN
betrieb Karl Kutschera während der Zwischenkriegszeit das „Café Wien“,
ein beliebter Treffpunkt für Prominente aus Theater, Film, Kunst und
Wissenschaft. Das Gebäude beherbergte auch eines der ältesten Kinos
in Berlin, das 1913 eröffnet wurde. Im Keller etablierte Karl Kutschera
1929 den „Zigeunerkeller“, ein international geschätztes, ungarisches
Restaurant mit Nachtclub. Während der Zeit des Nationalsozialismus
fiel Karl Kutschera antisemitischer Verfolgung zum Opfer. 1937 sah er
sich zur Aufgabe seiner Betriebe gezwungen. 1943 wurde die Familie
Kutschera nach Theresienstadt deportiert, wo die beiden Kinder von
ihren Eltern getrennt und in Auschwitz ermordet wurden. 1945 kehrten
Karl und Josephine Kutschera nach Berlin zurück, wo sie erneut Eigen-
tümer ihrer Betriebe wurden. Nach Karl Kutscheras Tod im Jahre 1950
leitete Josephine Kutschera das „Haus Wien“ bis 1973.
Paul Hildebrandt etablierte hier in den 1950er-Jahren das bekannte
Kino „Filmbühne Wien“ als Aufführungsort der Internationalen Filmfest-
spiele. Es schloss im Jahr 2000 seine Pforten.

Here, in
HAUS WIEN
Karl Kutschera created ‘Café Wien’ during the interwar period, a popu-
lar meeting place for theater and film celebrities, artists and scientists.
The building also housed one of the oldest cinemas in Berlin, opened
in 1913. In 1929 Karl Kutschera also established the internationally
well known Hungarian restaurant and nightclub ‘Zigeunerkeller’ (Gypsy
Cellar) in the basement. During the period of National Socialism, he fell
victim to antisemitic persecution and was forced to give up his business-
es in 1937. The Kutschera family was deported to Theresienstadt where
their two children were separated from their parents and murdered in
Auschwitz. In 1945 Karl and Josephine Kutschera returned to Berlin and
regained ownership of their businesses. After Karl Kutschera ́s death
in 1950, Josephine continued ‘Haus Wien’ until 1973.
Paul Hildebrandt established the movie theater ‘Filmbühne Wien’ in the
1950’s as a venue for the International Film Festival. It closed in 2000.

Die Tafel ist in einem Edelstahlrahmen unter einer Acrylglasscheibe am linken der drei Zugänge zum ehemaligen Kino befestigt und erinnert an das ehemalige Caféhaus. Sie zeigt oben links das Emblem des Aktiven Museums Faschismus und Widerstand in Berlin und am linken Rand einen durchgehenden gelben Streifen. Rechts neben der Inschrift befinden sich übereinander vier Fotos. Deren Unterschriften lauten (v.o.n.u.):

Karl Kutschera, 1949
Innenraum "Café Wien", 1952
Restaurant "Zigeunerkeller", 1960
Internationale Filmfestspiele in der "Filmbühne Wien", 1955

Enthüllt wurde die Tafel am 14.2.2018, am Tag vor der Eröffnung der 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin.

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