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Hatun Sürücü

1983 - Berlin 7.2.2005

Oberlandgarten 1

Hier wurde Hatun Sürücü (geb. 1983) am 7. Februar 2005 ermordet,
weil sie sich Zwang und Unterdrückung ihrer Familie nicht
unterwarf, sondern ein selbstbestimmtes Leben führte.
Zum Gedenken an sie und die weiteren Opfer von Gewalt gegen
Frauen in dieser Stadt
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Ailesinin baskı ve zorlamalarına boyun eğmeyip, öz dayalı
bir yaşam tarzını sürdürdüğü için 1983 doğumlu Hatun Sürücü
7 Şubat 2005 tarihinde burada öldürüldü.
Onun ve onun gibi kadınlara yönelik şiddete kurban giden bu
şehirdeki tüm kadınların anısına.

Vor diesem Haus wurde die 23-Jährige ermordet, weil sie sich nicht den patriarchalen, repressiven Regeln ihrer Familie unterordnen wollte. Sie hatte sich von dem Mann getrennt, den sie als 15-Jährige heiraten musste, hatte das Kopftuch abgelegt und war mit ihrem Sohn Can in eine eigene Wohnung gezogen. Im Prozess gegen ihre wegen des Mordes angeklagten drei Brüder wurde der geständige jüngste – zur Tatzeit 18-Jährige – Bruder im April 2006 wegen Mordes zu einer Jugendstrafe von neun Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Die beiden älteren Brüder wurden daraufhin wegen mangels an Beweisen freigesprochen. Der Bundesgerichtshof hatte im August 2007 das Verfahren beanstandet und die Freisprüche aufgehoben. Da sich jedoch beide Brüder in der Türkei aufhielten,die eigene Staatsbürger nicht ausliefert, ist eine Neuauflage des Prozesses nicht absehbar.

Die auf einem kleinen Findling befestigte Bronzetafel wurde am 10.6.2008 enthüllt. Bezirksbürgermeister Ekkehard Band hatte die Angelegenheit der von der BVV im Juni 2006 beschlossenen Tafel nach Kritik wegen ihres Fehlens selbst noch am dritten Todestag an sich gezogen. Die Tafel befindet sich an der Ecke Oberlandgarten und Oberlandstraße.

Nach dem Mord an Hatun Sürücü wurde das Projekt HEROES gegründet, das mit Workshops an Schulen neue Rollenangebote für Jungs und junge Männer macht. (Vgl. https://taz.de/Gedenken-an-Hatun-Sueruecue/!5830584/)

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