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Hans Rosenthal

Berlin 2.4.1925 - Berlin 10.2.1987

Bernhard-Bästlein-Straße 22

Hier, in der damaligen Kleingartenkolonie „Dreieinigkeit”,
versteckte sich bis zu seiner Befreiung durch die Rote Armee im April 1945
Hans Rosenthal
1925 - 1987
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Hans Rosenthal beim RIAS Berlin und
im Deutschen Fernsehen als Entertainer einem großen Publikum bekannt.
Besonders mit seiner von 1971 bis 1986 gesendeten Quizshow „Dalli-Dalli”
war er über alle Grenzen hinweg beliebt.
»Und wenn mir die Kinder der Nachbarschaft „Dalli-Dalli” nachrufen, dann
denke ich: Ja, ich habe mich eigentlich immer beeilt in meinem Leben.
Nicht um dem Glück nachzulaufen, sondern um dem Unglück zu entgehen.
Und dabei bin ich dann dem Glück begegnet.«*
*Zitat aus: Hans Rosenthal, Zwei Leben in Deutschland, Autobiografie, erschienen im Bertelsmann-Verlag, 1980

Inschrift zu den drei Frauen:

Die drei mutigen Laubenbewohnerinnen
Ida Jauch, Emma Harndt, Maria Schönebeck
1886 - 1944 1898 - 1977 1901 -1950
nahmen sich des gerade erst 18-Jährigen und seiner jüdischen Herkunft
wegen Verfolgten an und bewahrten ihn in einem kleinen Bretterverschlag
vor dem Holocaust.
Durch diese selbstlose Tat konnte Hans Rosenthal überleben. Dafür nahmen
die Frauen Hunger, Entbehrungen und die Angst vor Entdeckung in Kauf.
Nur wenige Deutsche brachten ihr eigenes Leben in dieser unmenschlichen
Zeit mit solch menschlichem Handeln in Gefahr und retteten Verfolgte vor
der Ermordung durch die Nationalsozialisten.
Finanziert aus dem Lichtenberger Fonds für Erinnerungskultur | Gestaltung kk-architekten, Karl Karau, 2011

Die langgestreckte Tafel ist auf einem niedrigen Betonsockel angeschrägt befestigt und vor der Grundschule am Roederplatz auf der Rasenfläche aufgestellt. Sie zeigt links ein altes Foto des - seit der Bebauung nicht mehr existierenden - Hohenschönhauser Wegs in nördlicher Richtung mit dem Zugang zur Kolonie „Dreieinigkeit". Unter dem Bild steht: In den Schrebergärten der Kolonie „Dreieinigkeit" lebten vorwiegend Menschen aus einfachen Verhältnissen, die sich infolge von Wohnungsnot und Arbeitslosigkeit die Lauben zu bescheidenen Unterkünften ausgebaut hatten.
Rechts daneben steht über einem Foto Rosenthals der seiner Person zugeordnete Text. Ganz rechts befindet sich der Text zu den drei Frauen. Darunter sind Kartenausschnitte von 1966 und 2011 mit einer Markierung des ungefähren Standorts der Lauben (roter Ring) und des Standorts der Gedenktafel (roter Punkt).
Zur Enthüllung am Donnerstag, dem 8.9.2011, um 10.30 Uhr, sprachen Bezirksstadträtin Katrin Framke, der Sohn des Geehrten, Gert Rosenthal, die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Lala Süsskind, Bürgermeister und Wirtschaftssenator Harald Wolf, der Leiter der Pressestelle Berlin des ZDF, Peter Hill, und der Vorsitzende des Kulturausschusses der BVV Lichtenberg, Prof. Dr. Jürgen Hofmann. Anwesend waren u.a. die Witwe Traudl Rosenthal, Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, Senatorin Katrin Lompscher, Bezirksbürgermeisterin Christina Emmrich, der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer. Gert Rosenthal zitierte einen Satz seines Vaters: „Diese drei Frauen haben es mir möglich gemacht, nach dieser furchtbaren Zeit weiter in Deutschland zu leben." Eine feierliche Umrahmung der Veranstaltung fand durch Schüler(innen) der Grundschule statt.
Nachdem die Tafel beschädigt worden war, wurde am 7.5.2013 eine gleichartig gestaltete Tafel neu eingeweiht. Sie unterscheidet sich von der ersten Tafel nur durch den farblichen Hintergrund und die inzwischen bekanntgewordenen Lebendaten von Frau Schönebeck. Auf der ersten Tafel stand unter ihrem Namen noch Lebensdaten unbekannt.

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