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Informationstafel zur Gutsanlage Neukladow mit Texten in Deutsch und Englisch sowie historischen Plänen und Fotos des Anwesens
Informationstafel zur Gutsanlage Neukladow mit mehreren historischen Fotos und Texten, teilweise mit Graffiti übermalt
Straße mit altem Gebäude links, Laterne und Informationsschild am Wegesrand, umgeben von Bäumen und Sträuchern

Gutsanlage Neukladow

Map Neukladower Allee 10

Gutsanläge Neukladow
Neukladow manor

Im Jahr 1800 überlässt König Friedrich Wilhelm
III. seinem Kabinettsrat Anastasius
Ludwig Mencken das ehemalige Lehnschul-
zengut in Neukladow.
Nach häufigem Besitzerwechsel erwirbt der
Bauunternehmer und Begründer der Rüders-
dorfer Zementindustrie Robert Guthmann
1887 das Grundstück und überträgt es 1909
seinem Sohn, dem Kunsthistoriker Dr. Johan-
nes Guthmann. Dieser lässt die Anlage durch
den Architekten Paul Schultze-Naumburg
umgestalten. Die baulichen Ergänzungen
umfassen u. a. Torhäuser, ein Naturtheater
und einen Gartenpavillon. Gleichzeitig wer-
den der alte Baumbestand freigelegt, die zu-
gewachsenen Blickbeziehungen zur Havel
geöffnet und die historischen Parkstruktu-
ren herausgearbeitet. Durch die Ausnutzung
der natürlichen Topografie formt Schultze-
Naumburg eine einzigartige Parklandschaft.
Den Wirtschaftshof lässt Guthmann in ein
regelmäßiges Blumenparterre umgestalten,
später durch Karl Förster eine große Blumen-
kaskade mit Wildrosen oberhalb des „Elsen-
grund“, einem versiegten Havelarm, anlegen.
Im frühen 20. Jh. wird das Gut mit dem von
Johannes Guthmann gegründeten „Kladower
Salon“ zum Treffpunkt Berliner Künstler, dar-
unter der Maler Max Slevogt.
1929 wird das Anwesen an die Stadt Berlin
verkauft. Im 2. Weltkrieg für militärische Zwe-
cke genutzt, dient das Gut von 1951 bis 1995
der Arbeiterwohlfahrt als Erholungsheim.
Die alte Scheune mit Gartenpavillon und an-
schließender Pergola muss 1954 dem Bau
einer Caféteria weichen, das Blumenparterre
wird aufgefüllt. Gegenwärtig wird das 20 ha
große Bau- und Gartendenkmal durch das
Bezirksamt Spandau wieder zu einem Kul-
turort entwickelt und der Park im Rahmen
einer touristischen Fördermaßnahme gar-
tendenkmalpflegerisch wiederhergestellt.

In 1800 King Frederick William III made over
this former manorial estate in Neukladow
to his cabinet councillor Anastasius Ludwig
Mencken. After changing owners sever-
al times, in 1887 the manor was bought by
Robert Guthmann, a building contractor and
founder of the cement industry in Ruders-
dorf. In 1909 the property passed to his son,
art historian Dr. Johannes Guthmann who
commissioned the architect Paul Schultze-
Naumburg to redesign the manor. Structural
additions included gatehouses, an open air
theatre, and a garden pavilion. At the same
time the old trees were freed from under-
growth, the overgrown vistas of the Havel
opened up again, and the historic structure
of the park identified. Guthmann had the
farmyard redesigned as a parterre of flower-
beds, and later Karl Förster created a large
cascade of wild roses above the Elsengrund,
a dried up side arm of the Havel River.
In the early 20th century Johannes Guthmann
founded the Kladower Salon and the manor
became a meeting place of Berlin artists.
In 1929 the estate was sold to the City of
erlin. During World War II it was used by
the military, and subsequently, from 1951
to 1995, it was used by Workers' Welfare Asso-
ciation as a convalescent home. The old barn
with the garden pavilion and adjoining per-
gola were demolished in 1954 to make way
for a cafeteria, and the parterre of flowers was
filled in. Currently, the Spandau district office
of Berlin is developing this building and gar-
den monument of 20 hectares into a cultural
venue and restoring the historic park as part
of a programme to promote tourism.

Diese blaue Informationstafel geht zurück auf eine Idee des Landesdenkmalamts. Weitere Tafeln desselben Designs existieren im gesamten Stadtraum Berlins. Die Tafeln sind gerahmt von einem Stahlgestell, die Texte und Bilder befinden sich auf einer beschichteten Kunststoffplatte.

Die Bildunterschriften entsprechend der Einbettung im Fließtext lauten:
[1] Rekonstruktionsplan des Gutsparks Neukladow von 1912 (Archiv Landesdenkmalamt Berlin)/Plan for reconstructing the park of Neukladow Manor of 1912 (archive of the Berlin Monument Authority) [2] Das Gutshaus von der Gartenseite um 1910 (Archiv Landesdenkmalamt Berlin)/View of the
side of the manor house facing the garden, ca. 1910 (archive of the Berlin Monument Authority)
[3] Der von Paul Schultze-Naumburg gestaltete Gartenpavillon mit den Wandbildern von Max
Slevogt, o. D./ The garden pavilion designed by Paul Schultze-Naumburg with murals by Max
Slevogt, undated
[4] Das Gutshaus von der Seeseite, um 1925 (Archiv Landesdenkmalamt
Berlin)/View of the side of the manor house facing the lake, ca. 1925
(archive of the Berlin Monument Authority)
[5] Blick durch die Pergola auf das Verwalterhaus, ca. 1925 (Archiv Lan-
desdenkmalamt Berlin)/View of the estate manager's house through
the pergola, ca. 1925 (archive of the Berlin Monument Authority)
[6] Max Slevogt, Blumengarten in Neu-Cladow, 1912. Postkarte
Max Slevogt, flower garden in Neukladow, 1912 Postcard ( LWL-
Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster)

Angaben zu genutzten Quellen, Autorenschaft und Impressum:
Impressum
Landesdenkmalamt Berlin,
Gartendenkmalpflege
Bezirksamt Spandau von Berlin
Redaktion/Editing, Layout: 
HORTEC Berlin, 2018/19
 

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