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Informationstafel mit Lageplan und Text zur Grünanlage am Ziegelhof, befestigt an einem Metallgestell im Freien
Grünanlage mit gepflastertem Weg, drei weißen Pfosten mit roten Streifen und einem Schiff im Hintergrund

Grünanlage am Ziegelhof

Map Ziegelhof / Schiffahrtsufer

GRÜNANLAGE AM ZIEGELHOF

Liebe Bürgerinnen und Bürger!

Die Grünanlage erinnert mit Ihren Gestaltungselementen, der Pergola, dem "Blumenbach", den Obstbäumen und dem Ziegelweg, an die Siedlungsgeschichte Spandaus.

Im Mittelalter befanden sich auf den
Grundstücken vor dem Klostertor, zwi-
schen Bullengraben, Burgwallgraben und
Havel, die Ackergärten des Benediktine-
rinnenklosters. Später erwarb Graf Lynar,
der Baumeister der Spandauer Citadelle,
diese Flächen und baute Wein an.

1676 errichtete der Rat der Stadt hier die
neue Ratsziegelei, nachdem der alte Zie-
gelofen auf dem Stresow auf Befehl des
Kurfürsten Georg Wilhelm abgebrochen
worden war.

Die Ziegelei bestand aus einem Ofen, ei-
ner Ziegelscheune und vier Kalkscheu-
nen.

Den Lehm zur Ziegelherstellung bezog
Spandau aus 14 eigenen Erdbergen bei
Glindow, südlich von Potsdam.

Im 18. Jhdt. wurde die Ratsziegelei von
den aufstrebenden Ziegeleizentren von
Glindow und Werder überflügelt, so daß
der Ziegelofen 1755 wieder abgebrochen
und stattdessen eine Obstbaumplantage
angelegt wurde.

Ackerbürger und Gärtner waren nun-
mehr die Pächter der Grundstücke; die
Flächen wurden häufig von der Havel und
vom Bullengraben überschwemmt.

Das Gebiet war Teil des Klosterfeldes und
der Potsdamer Vorstadt, die ab 1872 den
8. Spandauer Stadtbezirk bildete.

Mit der Anlage der Wilhelmstadt begann
ab 1876 auch die Bebauung der Grund-
stücke am ehemaligen Ziegelhof.

Der Bullengraben ist ein alte Vorflut der ehemaligen Staakener und Klosterfelder
Wiesen. Er war bis zum Bau des Flugplatzes Staaken (ab 1915) zusammen
mit der Spekte Teil eines vielfach verzweigten Grabensystems, welches das
weite Niederungsgebiet westlich von Spandau zur Havel hin entwässerte.
Er mündete früher in den sogenannten "Chausseegraben", der die
Burgwallinsel im Halbkreis umfloß.

Mitte des vergangenen Jahrhunderts, mit dem Bau der Bahnlinie nach Hamburg,
wurde der nördliche Teil des Chausseegrabens (der Bereich Strassburger Straße bis etwa
zur Post) zugeschüttet. Der südliche Teil und Rest dieses Grabens ist der heutige
Burgwallgraben.

Der Bullengraben wurde seit etwa 1870 mehrfach reguliert und teilweise verrohrt.
Entscheidend wurde das Gebiet in den 60er Jahren mit der Bebauung der Staakener Felder verändert. Seit dieser Zeit verläuft der Graben unter der Grünanlage verrohrt zur Havel.
Eine Verbindung zum Burgwallgraben besteht nicht mehr.

Die Grünanlage am Ziegelhof untersteht dem "Gesetz zum Schutze der öffentlichen Grün-
und Erholungsanlagen". Wir bitten Sie, die Einrichtungen und Anpflanzungen pfleglich
zu behandeln und Hunde an der Leine zu führen. Weitere Informationen erhalten Sie im
Gartenbauamt Spandau, Tel.: 3303 3024
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