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Blaue Informationstafel mit Text und Bildern zum Bankenviertel und der Familie Mendelssohn.
Die blaue Tafel steht in der Mitte, dahinter ist die Jägerstraße mit Bäumen, Autos und Gebäuden.

Geschichtsmeile Jägerstraße - Berliner Bankenviertel

Map Jägerstraße 51

GESCHICHTSMEILE JÄGERSTRASSE
DIE KEIMZELLE DES BERLINER BANKENVIERTELS, DER MENDELSSOHN-ORT IN BERLIN

Der östliche Abschnitt der Jägerstraße wurde im 19. und frühen 20. Jahrhundert zu
einem Forum wirtschaftlicher Initiativen und musischer Begegnungen. Hier trafen
sich Kaufleute, Gelehrte und Künstler in den Salons des Großbürgertums. Viele von
ihnen waren mit einer kulturell engagierten Bankiersfamilie verbunden, deren
Geschichte die Entwicklung der deutsch-jüdischen Symbiose geprägt hat: den
Mendelssohns

Die Geschichte der Straße
ursprünglich verlief die Jägerstraße von der Mauerstraße bis zur Kurstraße und durch-
schnitt dabei den Gendarmenmarkt, den zentralen Platz der 1688 angelegten Fried-
richstadt. Ihren Namen trägt die Straße seit zirka 1709, lediglich von 1958 bis 1991
hieß sie Otto-Naschke-Straße. Am östlichen Ende der Straße stand das Haus des
Kurfürstlichen, später Königlichen Hofjägers. Dieses Gebäude diente ab 1765 der neu
gegründeten Königlichen Giro- und Lehnbank (seit 1875 Reichsbank) als Domizil.
Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts nahm das Berliner Bankenviertel, das sich im
Laufe des 19. Jahrhunderts bis zur Straße Unter den Linden und zur Mauerstraße
erstreckte, von hier seinen Ausgang. 1772 wurde die Preußische Seehandlung,
die spätere Preußische Staatsbank, an der Ecke Jägerstraße/Markgrafenstraße
etabliert. Heute nutzt die Berlin-Brandenburgische-Akademie der Wissenschaften das
ehemalige Bankgebäude.

Im östlichen Bereich der Jägerstraße, in der Nähe des heute noch vorhandenen
Straßenknicks, überspannte einst eine Kolonnadenbrücke den hier verlaufenden
Wallgraben. Im frühen 19. Jahrhundert wurde der Graben trockengelegt, die Brücken-
architektur beseitigt. Die Gegend um den repräsentativ bebauten Gendarmenmarkt
war im 18. Jahrhundert eine vornehme Wohngegend. Die Aufführungen des in seinem
Zentrum gelegenen Schauspielhauses gaben Gesprächsstoff für Salons, die sich in
seiner Nähe etablierten. Hier konnten sich Mitglieder verschiedener Stände und
Konfessionen begegnen und austauschen. Während der bürgerlichen Revolution von
1848 wurde auch in der Jägerstraße gekämpft. Eine Gedenktafel am Gebäude Ecke Oberwallstraße/Jägerstraße erinnert daran, daß hier einst eine Barrikade stand.
Schräg gegenüber, im Haus Jägerstraße 42, residierte 1838 bis ca. 1859 die
Musikalienhandlung Bote & Bock, bei der Fanny Hensel ab 1846 Kompositionen
publizierte. Die Jägerstraße gehörte noch zum Einzugsbereich des Berliner Konfek-
tionsviertels, das am nahen Hausvogteiplatz bis 1945 sein Zentrum hatte. Das 1877
von Carl Schwatlo im Stil der venezianischen Hochrenaissance entworfene ehemalige Generaltelegrafenamt (Nr. 42-44) zählt heute noch zu den prächtigsten Bauten der
Straße.

Die Mendelssohn-Bank
1815 verlegten die Söhne des Philosophen Moses Mendelssohn, Joseph und
Abraham, die 1795 vor Joseph gegründete Mendelssohn-Bank in einen Seitenflügel
des Hauses Jägerstraße 51. Noch 1805 hatten sie den Schwerpunkt ihrer gemein-
samen Firma nach Hamburg verlagert, waren aber 1811, wegen Konflikten mit den
französischen Besatzern, nach Berlin zurückgekehrt. Ihre Nachfahren ergänzten das
1840 erworbene Stammhaus Jägerstraße 51 bis 1892 um vier weitere Geschäfts- und
Wohnhäuser in derselben Straße, Joseph Mendelssohn hatte bereits 1824 die auf der
anderen Straßenseite gelegene Nummer 22 gekauft, das Elternhaus der Gelehrten
und Forscher Wilhelm und Alexander von Humboldt. Dieses Gebäude wurde 1889
nach häufigem Eigentümerwechsel von der Preußischen Seehandlung (spätere
Preußische Staatsbank) erworben, die bereits im Nachbarhaus Jägerstraße 21 re-
sidierte und seit dem zweiten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts mit Mendelssohn & Co. Geschäftsverbindungen pflegte. Ein neues Wohn- und Geschäftshaus der Mendels-
sohns entstand um 1872 in der Jägerstraße 52 unter den damaligen Bankinhabern
Franz Mendelssohn, dem Enkel Josephs, und Paul Mendelssohn-Bartholdy, dem Sohn
Abrahams. Der Architekt war Martin Gropius. Ernst, der Sohn Paul Mendelssohn-
Bartholdys, ließ sich 1882 auf dem angrenzenden Grundstück Jägerstraße 53 von
Heino Schmieden, dem Kompagnon des mittlerweile verstorbenen Gropius, ein Palais
bauen – 1912 etablierte hier das Königreich Belgien seine Botschaft. 1892 schließlich
beauftragten die damaligen Bankinhaber Franz von Mendelssohn und Ernst
Mendelssohn-Bartholdy Heino Schmieden mit dem Bau eines weiteren Bank-
gebäudes auf dem Grundstück Jägerstraße 49/50. Das Haus Jägerstraße 29/31 auf
der gegenüberliegenden Straßenseite gehörte für einige Zeit ebenfalls der
Firma Mendelssohn & Co. Wie die Grundstücke Jägerstraße 49/50 und 51 wurde es
1938 zwangsweise an das Deutsche Reich verkauft. Während des II. Weltkriegs war
es der Sitz der sogenannten Haupttreuhandsteile Ost (HTO), die sich mit der
Verwertung des im Osten Europas geraubten Vermögens befaßte.

Der Aufstieg der Mendelssohn-Bank vollzog sich nach dem Ende der Befreiungs-
kriege. Die Bankiers Joseph Mendelssohn und Abraham Mendelssohn, der bei seiner
Taufe 1822 den Namen Mendelssohn Bartholdy annahm, wurden mit der Abwicklung
französischer Reparationszahlungen an den preußischen Staat beauftragt. Seit Mitte
des 19. Jahrhunderts erzielte die Bank Gewinne durch russische Staatsanleihen.
Das Unternehmen avancierte zur größten Berliner Privatbank. Franz, der Enkel
Joseph Mendelssohns, wurde in den Adelsstand erhoben. Sein Sohn Franz von
Mendelssohn junior war als Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstages
und Vorsitzender der Berliner Industrie und Handelskammer in der Weimarer
Republik ein bedeutender Wirtschaftsführer. Auch Ernst Mendelssohn-Bartholdy
wurde nobilitiert. Die wirtschaftliche Bedeutung und die internationale Anerken-
nung der Mendelssohns als Bankiers fand ihren Ausdruck zudem darin, daß ver-
schiedene Staaten ihnen die Vertretung ihrer Interessen in Berlin übertrugen.
Ernst und Paul von Mendelssohn-Bartholdy waren Königlich Dänische General-
konsuln, Robert von Mendelssohn Königlich Schwedischer und sein Bruder Franz
Königlich Belgischer Generalkonsul.
Unter dem Druck der nationalsozialistischen Herrschaft sahen sich die letzten Bank-
inhaber 1938 gezwungen, das traditionsreiche Familienunternehmen zu liquidieren.
Die Geschäfte der Firma Mendelssohn & Co. wurden von der Deutschen Bank
übernommen.

Das Familienwappen und seine Bedeutung
Seit der Antike ist der Kranich ein Zeichen für die Tugend der Wachsamkeit, vigilatia,
die er auch in mittelalterlichen Psaltern symbolisiert. Der Legende nach wacht dieser
Vogel während der Flugpause für seine Artgenossen. In der angezogenen Kralle hält
er einen Stein, der niederfällt und ihn aufweckt, falls er einschläft. Der Kranich
als Symbol der Pflichterfüllung und Verantwortung war schon zur Zeit Joseph
Mendelssohns das Wappentier der Familie. Er stand im Mittelpunkt des Firmen-
emblems der Mendelssohn-Bank und schmückte die preußischen Adelswappen der
nobilitierten Familienzweige.

--

Historic Mile Jägerstraße
The original site of Berlin's banking district
The Mendelssohn place in Berlin.

During the 19th and early part of the 20th century, the eastern section of the
Jägerstraße became a forum of economic initiative and musical encounters. Merchants,
scholars and artists met here in the salons of the wealthy. Many of them had dealings
with a family that was well-known for its commitment to culture and whose history left
its mark on what has been dubbed the German-Jewish symbioses: the Mendelssohns.

The history of the Jägerstraße
Originally the Jägerstraße (Hunter Street) ran from the Mauerstraße (Wall Street) until
Kurstraße (Election Street) and crossed the Gendarmenmarkt, the central square of the
Friedrichstadt, which had been laid out in 1688. The street has been so-named since
1709, but between 1958 until 1991 it was called Otto-Naschke Straße.

At the end of the street stood the house of the master hunter for the court of the
Elector, later of the King. From 1765 it served as the seat of the Königliche Giro-
und Lehnbank (Royal Transfer and Lending Bank, after 1875 the Reichsbank – Imperial
Bank). From the middle of the 18th century the street developed into the Berlin banking
centre, which, during the 19th century expanded to include the district between Unter
den Linden and Mauerstraße. In 1772 the Preußische Seehandlung (Prussian Overseas
Bank, later the Prussian State Bank) was established at the corner of Jägerstraße and
Markgrafenstraße. Today that building is seat of the Berlin-Brandenburg Academy of
Sciences.

In the eastern section of the Jägerstraße, close to where it still bends, once stood a
colonnaded bridge over the former moat. In the early 19th century the moat was
drained and the bridge torn down. The neighbourhood around the Gendarmenmarkt
became one of stately homes, and the performances at the State Theatre on
Gendarmenmarkt gave cause for lively conversations in the salons that were
established there. In such an atmosphere it was possible for people of different social
backgrounds and confessions to meet and mingle. During the bourgeois revolution of
1848 the Jägerstraße was scene of heavy fighting on the barricades. There is a plaque
on the building at the corner of Oberwallstraße and Jägerstraße commemorating the
fact that barricades once stood there. Diagonally opposite, at Jägerstraße 42, stood
from 1838 until about 1859 Bote & Bock, a music publisher which after 1846 printed
the music composed by Fanny Hensel, sister of Felix Mendelssohn Bartholdy.

The Jägerstraße also belonged to the main area for Berlin's clothing manufacturers,
which had its centre at Hausvogteiplatz until 1945. The General Telegraph Office,
Jägerstraße 42-44, designed by Carl Schwatlo in 1877 in the style of the Venetian High
Renaissance, is still one of the most opulent buildings in the street.

The Mendelssohn Bank
In 1815 the sons of the philosopher Moses Mendelssohn, Joseph and Abraham, moved
the Mendelssohn Bank – founded in 1795 by Joseph – to a wing of the building Jäger-
straße 51. In 1805 they had tried to move the main part of their business to Hamburg,
but due to certain difficulties with the French occupiers of Hamburg they moved back
to Berlin. Joseph purchased the building Jägerstraße 51 in 1840 and, by 1892, his and
his brothers' descendants had bought four more houses on the same street. In 1824
Joseph Mendelssohn had already bought the building opposite, Jägerstraße 22, the
home of the parents of the Humboldt brothers. In 1889, after many changes in
ownership, this building was acquired by the Preußische Seehandlung (Prussian State
Bank), which had already acquired the property in the adjoining Jägerstraße 21; this
bank had close financial ties to the Mendelssohn Bank. In 1872 the Mendelssohns –
Franz Mendelssohn, Joseph's grandson, and Paul, Abraham's son – erected another
building at Jägerstraße 52. The architect was Martin Gropius. Ernst, the son of Paul
Mendelssohn-Bartholdy, bought the property at Jägerstraße 53 and had it redesigned
in 1882 by Heino Schmieden, partner of Gropius, who had died in the meanwhile. The
building was acquired in 1913 by Belgium and converted into their embassy. In 1892,
the then owners of the bank, Franz von Mendelssohn and Ernst Mendelssohn-Bartholdy,
commissioned Heino Schmieden with the design of a new bank building on the
Jägerstraße 49/50 site. For a while, the building at Jägerstraße 29/31, on the other
side of the street, also belonged to Mendelssohn & Co. And, just as in the case of the
addresses Jägerstraße 49/50 and 51, it was forcibly sold to the German Empire in 1938.
During World War II it was the office for the Haupttreuhand Ost (HTO), whose job it was
to sell off property in Eastern Europe stolen by the Nazis.

The ascendancy of the Mendelssohn Bank took place after the anti-Napoleonic Wars of
Independence in 1813–1815. Joseph Mendelssohn and Abraham Mendelssohn, who,
when he converted in 1822, assumed the name Mendelssohn Bartholdy, were commis-
sioned with the administration of the French reparations to Prussia. From the middle of
the 19th century, the bank profited from the emission of Russian bonds. The enterprise
advanced to one of the most important private banks of Germany. Franz, the grandson
of Joseph Mendelssohn, was made a noble. His son Franz von Mendelssohn, Jr.
became President of the Deutscher Industrie- und Handelstag (The German National
Chamber of Commerce) and President of the Berlin Chamber of Commerce, and was,
in the Weimar Republic, one of the most important figures in German commerce and
industry. Ernst Mendelssohn-Bartholdy was also made a noble. Their importance
became even greater when many foreign nations commissioned them to represent
them in commercial transactions in Germany. Ernst and Paul von Mendelssohn-
Bartholdy were consuls general for Denmark, Robert von Mendelssohn consul general
for Sweden and his brother Franz consul general for Belgium.

In 1938 the National Socialists forced the last owners of the bank to liquidate it. The
interests and accounts of the Mendelssohn Bank were taken over by the Deutsche Bank.

The heraldic figure of the Mendelssohns
Ever since antiquity, the crane has been a symbol of vigilance, also symbolized in
medieval collections of psalms. According to legend, the crane watches over its
feathered friends when they are taking a pause from flying. In its claws it holds a stone,
which, if it falls asleep, falls and wakes it up. The crane is therefore a symbol of fulfil-
ment of duty and of responsibility, and since the time of Joseph Mendelssohn it has
been the heraldic symbol of the Mendelssohns. It was the centre piece of the firm's
logo and as an ornament for the Prussian escutcheons of the family branches that were
ennobled.

Diese blaue Informationstafel geht zurück auf eine Idee des Landesdenkmalamts. Weitere Tafeln desselben Designs existieren im gesamten Stadtraum Berlins. Die Tafeln sind gerahmt von einem Stahlgestell, die Texte und Bilder befinden sich auf einer beschichteten Kunststoffplatte. Auf der Rückseite dieser Infomationstafel befindet sich eine weitere, mit dem Titel Geschichtsmeile Jägerstraße – Die Mendelssohns, ihre Freunde und Geschäftspartner – Das Netzwerk einer großen Berliner Familie.

Die Bildunterschriften entsprechend der Einbettung im Fließtext lauten:
[1] Nordseite der Jägerstraße im östlichen Abschnitt um 1825. Rechts angeschnitten
das Haus Nr. 51, seit 1815 Sitz der Mendelssohn-Bank. Die Kutsche hält vor dem
Haus Nr. 54, wo Rahel Levin um 1800 Gesellschaften gab. Im Hintergrund
die Französische Friedrichstadtkirche. Stich von F.A. Calau / F.A. Schmidt.
[2] Jägerstraße 53/52 (Fotomontage). Das linke Haus entstand 1884 als Palais für
Ernst von Mendelssohn-Bartholdy, das Gebäude daneben 1874 als Neubau für
die Mendelssohn-Bank. Das Königreich Belgien erwarb 1913 die Nr. 53 und 1938
die Nr. 52 für seine Botschaft (beide im Zweiten Weltkrieg zerstört).
[3] Jägerstraße 51, erbaut um 1770, seit 1815 Sitz der Mendelssohn-Bank, bis Anfang
des 20. Jahrhunderts auch als Wohnhaus der Familie genutzt. Zunächst hatte
die Firma ihr angemietetes Büro im Seitenflügel, Joseph Mendelssohn erwarb das
Gebäude im Jahr 1840. Foto um 1900.
[4] Jägerstraße 49/50. Das Haus wurde von 1891-93 als Neubau für die Mendelssohn-
Bank errichtet. Foto aus den frühen 1980er Jahren. Links ist angeschnitten noch der
Zustand des Stammhauses Jägerstraße 51 nach den Umbauten von 1946-48 zu sehen.
[5] Jägerstraße 22. Das im 18. Jahrhundert errichtete Elternhaus Wilhelm und Alexander
von Humboldts wurde 1824 von den Mendelssohns gekauft und zeitweise als
Wohnhaus genutzt. Dieses Foto aus den 1930er Jahren zeigt das Gebäude mit einer
klassizistischen Fassade des 19. Jahrhunderts. 1889 war es von der Preußischen
Seehandlung erworben worden.
[6] Ansicht der Jägerstraße 2003
Das weiße Haus in der Bildmitte ist die Nr. 51.
Rechts angeschnitten die Nr. 49/50.
[7] Die Bauparzellen Nr. 53/52 mit der aktuellen Bebauung des Jahres 2003.
Seit 2001 residiert hier wieder die Belgische Botschaft.
[8] Jägerstraße 51 im Jahr 2003: Der 1946-48 entstuckte und aufgestockte
Altbau wurde 1999 bis 2001 saniert, seine Fassade teilrekonstruiert.
[9] Jägerstraße 49/50 nach der in den 1990er Jahren erfolgten
Restaurierung, aufgenommen im Jahre 2003.
[10] Jägerstraße 22/23 im Jahre 2003. Der 1936-38 für die Preußische
Seehandlung errichtete Neubau ist nun Sitz der Berlin-Brandenburgischen
Akademie der Wissenschaften.
[11] Joseph Mendelssohn (1770-1848), ältester Sohn
des Philosophen Moses, begründete 1795 das
Mendelssohn-Bankhaus. Der Initiator zahlreicher
sozialer Stiftungen trat für die Ideale der
Aufklärung ein.
[12] Alexander Mendelssohn (1798-1871), ein Sohn
Joseph Mendelssohns, war der letzte Bankchef von
Mendelssohn & Co, der der Jüdischen Gemeinde
zu Berlin angehörte.
[13] Unter Franz (von) Mendelssohn (1829-1889)
engagierte sich Mendelssohn & Co, zunehmend
in Osteuropa, unter anderem als Hausbank des
Zaren. 1888 wurde der Bankier als erster
Nachkomme Moses Mendelssohns geadelt.
[14] Franz von Mendelssohn (1865-1935) war
Präsident des Deutschen Industrie- und Handels-
tages und auch international ein angesehener
Wirtschaftsführer.
[15] Abraham Mendelssohn (1776-1835) nannte sich nach
seiner Konversion im Jahr 1822 Mendelssohn
Bartholdy. Seit seinem Eintritt in das Bankhaus 1804
wurde die Firma von den beiden Familienzweigen
Mendelssohn und Mendelssohn Bartholdy getragen.
[16] Paul Mendelssohn-Bartholdy (1812-1874) trat, nachdem
sein Vater Abraham die Partnerschaft mit dem Bruder
Joseph verlassen hatte, in das Bankhaus des Onkels
ein und wurde Teilhaber. Später betrieb er zudem ein
eigenes Mendelssohn-Bankhaus in Hamburg.
[17] Ernst (von) Mendelssohn-Bartholdy (1846-1909),
reichster Mann Berlins und großzügiger Mäzen,
war Mitglied des Preußischen Herrenhauses
und konnte am Lebensende auf die Verleihung von
zwei Dutzend Orden und Titeln zurückblicken.
[18] Paul von Mendelssohn-Bartholdy (1875-1935), letzter
Bankchef des Familienzweiges Mendelssohn-Bartholdy,
residierte außer in der Jägerstraße in seinem Schloss
bei Bernau und nach 1916 in seinem neuen
Stadtpalais nahe dem heutigen Kanzleramt.

Die Texte und Bilder dieser Tafel und weitere
Informationen, u. a. zu Führungen, finden Sie unter
[www.jaegerstrasse.de](http://www.jaegerstrasse.de)

Besuchen Sie auch:
[www.mendelssohn-gesellschaft.de](http://www.mendelssohn-gesellschaft.de) und [www.varnhagen-gesellschaft.de](http://www.varnhagen-gesellschaft.de)

Sponsoren:
Weberbank, Jägerstraße 55, 10117 Berlin,
Deutsche Telekom, Jägerstraße 42-44, 10117 Berlin,
Königlich Belgische Botschaft, Jägerstraße 52-53, 10117 Berlin,
Mit Unterstützung der
Öl- und Montageservice GmbH, Chausseestraße 35, 10115 Berlin.

Copyright:
Arbeitskreis Geschichtsmeile Jägerstraße.

Bildrechte:
Staatsbibliothek zu Berlin PK, Musikabteilung mit Mendelssohns Archiv (17).
Privatarchiv Ernst Siebel (5).
Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Bildarchiv (4).
Mendelssohn Gesellschaft (2)
Landesdenkmalamt Berlin (2).
Stiftung Stadtmuseums Berlin (1).
Stiftung Preußische Seehandlung (1).
Privatbesitz (1).

Gestaltung:
buschfeld.com graphic and interface design
Fotos Jägerstraße 2003: Ja. Pauls.

 

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