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Georg Bernhard

Berlin 20.10.1875 - New York 10.2.1944

Kleiststraße 19-21

An diesem Ort lebte von
1911 bis 1930
GEORG BERNHARD
20.10.1875 - 10.2.1944
Er leitete von 1914 bis 1930 die Vossische Zeitung
und war einer der angesehensten Wirtschafts-
journalisten der Weimarer Republik
1933 emigrierte er über Kopenhagen nach Paris, 1941 nach New York

Bernhard war einer der bedeutendsten Berliner Journalisten in der zweiten Hälfte des Kaiserreichs und in der Weimarer Republik. Sein Name ist in einem Atemzug zu nennen mit dem von Theodor Wolff. Er schrieb nach Banklehre, Buchhaltertätigkeit und als „Börsenjobber“ Artikel über Wirtschaft und Finanzen unter dem Pseudonym „Gracchus“ in der „ Welt am Montag“. Von 1898-1903 gehörte er der Wirtschaftsredaktion der „Berliner Morgenpost“ an, deren „‚volksthümlichen‘ Handelsteil“ (Berliner Morgenpost, 20.10.2000) er prägte. Unter dem Pseudonym Plutus schrieb er auch in Maximilian Hardens „ Zukunft“. Mit dem Namen „ Plutus“ gründete er 1904 eine eigene Wochenschrift für Wirtschaft und Finanzen. Im Ersten Weltkrieg war er Sprecher der neugegründeten Berliner Pressekonferenz. Er war ein radikaler liberaler Demokrat und auch politisch aktiv: Einige Jahre gehörte er um die Jahrhundertwende der SPD an (aus der er 1906 ausgeschlossen wurde), war von 1915-18 Stadtverordneter in Charlottenburg und wurde 1928 für die DDP in den Reichstag gewählt.

Im Februar 1933 flüchtete er aus Deutschland, seine Schriften wurden verbrannt, die Staatsbürgerschaft ihm 1934 aberkannt. Auch im erzwungenen Exil war er journalistisch und politisch aktiv (u.a. „ Pariser Tageblatt“). Bernhard war ein Mann von großer Schaffenskraft und unermüdlichem Engagement. 1940 wurde er in Bassens bei Bordeaux interniert und gelangte mit Hilfe von Varian Fry 1941 in die USA.

Enthüllt wurde die Berli­ner Gedenkta­fel am heutigen Haus des DGB-Landesverbands Berlin-Brandenburg an Bernhards 125. Geburtstag im Jahr 2000 durch Bezirksbürgermeisterin Elisabeth Ziemer, den DGB-Landesvorsitzenden Dieter Scholz und den Journalisten und Bernhard-Biographen Adriano Cocozza.

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