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Georg Benjamin

Berlin 10.9.1895 - KZ Mauthausen 26.8.1942

Badstraße 40

Hier lebte von 1931 bis 1933
GEORG BENJAMIN
10.9.1895 - 26.8.1942
Schul- und Säuglingsfürsorgearzt
Kommunalpolitiker der KPD
1942 ermordet im KZ Mauthausen

Die Enthüllung der Berliner Gedenktafel fand am 30.9.1991 statt. Sie ist an der linken Wand in der Einfahrt in einem Edelstahlrahmen befestigt.
Die Berliner Zeitung schrieb kurz nach der Enthüllung am 2.10.1991:
"Während im Krankenhaus Staaken die Büste des Antifaschisten entfernt wurde, setzt der Bezirk Wedding das Gedenktafelprogramm fort. 'Mit Georg Benjamin soll ein Mensch geehrt werden', so Volksbildungsstadtrat Bernd Schimmler (SPD), 'der für diesen Bezirk als Arzt wegweisende Schritte geleistet hat und wegen seiner politischen Tätigkeit von den Nationalsozialisten umgebracht wurde.'
Benjamin begann seine Tätigkeit im Ledigenheim am Brunnenplatz und untersuchte die sozialen Verhältnisse im Arbeiterbezirk. Als Stadtschularzt war er bemüht, die sozialen Bedingungen, unter denen Kinder in den Mietkasernen leben mußten, in die Medizin hineinzubringen. Benjamin war in Wedding Bezirksverordneter."

Schon im Frühjahr 1933 wurde Benjamin verhaftet und erhielt nach seiner Freilassung Berufsverbot. 1936 wurde er erneut verhaftet und an verschiedenen Orten festgesetzt, zuletzt im KZ Mauthausen. Georg Benjamin war der Ehemann der späteren DDR-Justizministerin Hilde Benjamin geb. Lange ("Rote Hilde"; Bernburg 5.2.1902 - Berlin 18.4.1989). Sein Bruder war der Schriftsteller und Lyriker Walter Benjamin, der sich auf der Flucht vor den Nazis an der französisch-spanischen Grenze das Leben nahm. Angesichts der erbarmungslosen Rachejustiz Hilde Benjamins in der frühen DDR stellt sich die Frage, ob Menschen bei der Verfolgung von Verbrechen eines Systems, unter dem sie litten, selbst Recht sprechen sollten.

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