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Fußballroute - 1:5 Germania-Gründungsort

Kreuzbergstraße 75

Erst die Gründung stabiler Vereine
ermöglicht einen regelmäßigen Wettspielbetrieb.

Nachdem ab etwa 1870 an verschiedenen Orten in
Deutschland erste Fußball-Mannschaften entstanden
waren, verlief die weitere Entwicklung zunächst
langsam und sporadisch. Erst als um das Jahr 1890
vor allem in Berlin ein regelrechter Gründungs-Boom
einsetzt, ermöglichen die zunehmend stabilen Vereine
einen regelmäßigen Wettspielbetrieb. Der älteste
deutsche Fußball-Club ist der BFC Germania 1888,
den der 17jährige Schüler Paul Jestram zusammen
mit seinen Brüdern und Schulfreunden am 15. April
in der elterlichen Wohnung in der Kreuzbergstraße
gründet. Der Verein spielt in den 1890er Jahren
nicht nur im Fußball, sondern auch im Cricket und
in der Leichtathletik eine herausragende Rolle. Einige
Mitglieder wie Georg Leux, Georg Demmler oder Fritz
Boxhammer prägen in der frühen Zeit maßgeblich und
nachhaltig den Sport in Deutschland.

(Bildunterschriften:)

Die Postkarte bildet das zentrale Medium der alltäglichen
Verständigung gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Sie dient der
Verabredung von Fußball-Spielen ebenso wie der Benachrich-
tigung über Ergebnisse und Ereignisse. Die Fußball-Pioniere
nützen diese und andere Methoden der Zeit, sind aufgeschlossen
gegenüber technischen Neuerungen und erweisen sich so als
moderne Persönlichkeiten.

Der BFC Germania 1888 trägt seine Spiele zunächst auf dem
Tempelhofer Feld aus, bevor er 1904 in der Ringbahnstraße am
südlichen Rand des ausgedehnten Areals einen eigenen Platz
bezieht. Da die Fußballer einen Drang nach überregionalen und
internationalen Vergleichen verspüren, tritt die Mannschaft
bereits frühzeitig auch gegen auswärtige Teams an und reist
bis in europäische Nachbarländer.

Der BFC Germania 1888 gewinnt die erste Meister-
schaft in Deutschland, die der 1890 von Georg Leux
gegründete Bund Deutscher Fußballspieler austrägt.
Nur wenig später erwächst dem Verband Konkurrenz
durch den Deutschen Fußball- und Cricket-Bund,
als dessen stärkste Elf sich der BFC Viktoria 1889
erweist, der den ältesten erhaltenen Siegerpokal
im deutschen Fußball von 1893 bis 1897 fünf Mal
in Folge gewinnt.

In den frühen Wettspielen ringen die Mannschaften
um eigens gestiftete Medaillen und Diplome,
wobei sich die Titel an die im Handwerk üblichen
Begriffen anlehnen. Um vorab die Bedingungen,
Regeln und Prämien auszuhandeln und diese in
einem Vertrag zu beschließen, treffen sich die
»Spielkaiser« genannten Kapitäne zumeist in
einem der zahlreichen Vereinslokale der Gegend.

(auf der anderen Seite, unter dem Orientierungsplan:)

With the founding of stable clubs
regular matches became possible.

Around 1870 the first football teams were established
in various towns in Germany, and initially the sport
grew only slowly and sporadically. It was not until
about 1890, after a wave of new clubs had been
launched above all in Berlin, that the growing number
of stable clubs made the organization of regular
matches possible. The oldest German football club
is the »BFC Germania 1888«; it was established by
the 17-year-old student Paul Jastram and his brothers
and fellow students in his parents’ flat in the Kreuz-
bergstraße on April 15. In the 1890s, the club played
an outstanding role not only in football, but also in
cricket and track and field athletics. In the club’s
early years, its members, especially Georg Leux,
Georg Demmler, and Fritz Boxhammer, made signi-
ficant and lasting contributions to the development of
football in Germany.

Die FUSSBALL ROUTE BERLIN existiert seit Mai 2015; sie führt in drei Routen zu 40 Orten in der Stadt und macht die Geschichte des Fußballs erfahrbar. Sie ist ein Projekt von Sport:Kultur e.V. auf Initiative des Berliner Fußball-Verbandes.

Aus Gründen des Denkmalschutzes können nicht alle Tafeln im Stadtraum aufgestellt werden; an einigen Standorten sind alternativ demnächst Bodenplatten zu finden. Konkrete Hinweise dazu sowie zusätzliche Tondokumente, Literaturhinweise und weitere Informationen unter: www.fussballrouteberlin.de sowie auf den Tafeln „0:0 Brandenburger Tor“ und "Fußballroute - 1:3 Askanisches Gymnasium".

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