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Fritz Storch

Stettin (Szczecin/Polen) 21.9.1899 - Moskau 4.7.1951

Mengerzeile 8

HIER LEBTE
FRITZ STORCH
PROKURIST
GEBOREN 1899
VERHAFTET 27.01.1951
ZUM TODE VERURTEILT 25.04.1951
IN MOSKAU ERSCHOSSEN 04.07.1951
REHABILITIERT 1999.

“Am 27. Januar 1951 wurde Storch morgens gegen 6 Uhr in seiner Wohnung verhaftet und wegen angeblicher abfälliger Bemerkungen über das SED-Regime, des Besitzes westlicher Zeitungen sowie des Kontakts zu einem ehemaligen SS-Offizier und der Weitergabe von Informationen über das Eisenbahnwesen in Berlin und die SAG Wismut an den britischen Geheimdienst an den MGB [sowjetisches Ministerium für Staatssicherheit: Ministerstwo gossudarstwennoi besopasnosti] überstellt. Storch blieb bis Ende März 1951 in Berlin-Karlshorst inhaftiert. Seine Frau floh mit den Kindern nach West-Berlin, nachdem auch sie vom MGB verhört worden war.” (aus Pressemitteilung des Bezirksamts Treptow-Köpenick vom 1.7.2022)
“Als Fritz Storch abgeführt wird, ist es das letzte Mal, dass Gerda Storch ihren Mann, dass die Kinder Elvira und Brigitte ihren Vater sehen. Gerda Storch versucht alles, um etwas über ihn zu erfahren. Sie geht zur Polizei, sie fragt auch in den Gefängnissen nach. Die Ungewissheit treibt sie um. Eine Antwort auf die Frage, wo ihr Fritz geblieben sei, erhält sie nicht. Der lebenslustige Familienmensch, der so gerne Klavier spielte, bleibt verschwunden. Für immer.” (Berliner Zeitung, 11.7.2022 06:08: Erschossen in Moskau: Fritz Storch verschwand 1951 spurlos aus Treptow)
Angebracht wurde die kleine verzinkte Edelstahltafel (ca. 10 x 20 cm) von der Tochter Elvira Jaeger und der Enkelin Jutta Jaeger am 8.7.2022 auf der Backsteinfassade des Wohnhauses rechts vom Eingang. Anwesend waren u.a. Oliver Igel, Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick, und Tom Sello, der Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Die Tafel geht nach Angaben des Bezirksamts auf eine Initiative von Oliver Igel zurück. Sie wurde in Russland gefertigt und nach Deutschland gebracht. Es ist die erste, die im Rahmen der Aktivitäten der Stiftung „Die Letzte Adresse“ in Kooperation mit Organisationen des Memorialnetzwerks in Berlin angebracht wurde. Die quadratische Öffnung in der Tafel links von der Inschrift steht symbolisch für die Lücke, die der verschwundene Mensch hinterließ.

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