Franckepark
Map Albrechtstraße 31
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war der
Krumme Pfuhl, der sich auf Teilen des heutigen
denkmalgeschützten Franckeparks erstreckte,
ein beliebter Badesee. Sommerfrischler aus
Berlin hatten ihn als Ausflugsziel entdeckt.
Um 1869 kaufte der Fabrikant Theodor
Francke (1830-1896) das Gelände und errich-
tete eine Elfenbeinbleicherei und Baum-
schule. Sein Baumschulverwalter Jonathan
Kähler (1847-1924) legte hier für ihn bis 1896
einen Park an. Der Park diente als Baum-
schulschaugarten und sollte Franckes Ruhe-
sitz werden. Für seine Wasseranlagen mit
Wasserfall und Inseln wurde der Park damals
sehr gelobt. Bei der heutigen Ruine am Hang
handelt es sich wohl um den dazugehörigen
alten Technikraum. Die Pracht währte jedoch
nicht lange, denn durch den Bau des Teltow-
kanals um 1900 sank der Grundwasserspie-
gel und die Gewässer verlandeten. Auch der
frühe Tod Franckes führte dazu, dass der Park
nach 1896 in Vergessenheit geriet.
1924 kaufte die Gemeinde Tempelhof den
Park. Gartendirektor Fischer (1883-1942)
gestaltete ihn im Rahmen von Notstands-
arbeiten und unter Erhalt der landschaft-
lichen Wege und des alten Baumbestandes in
einen Volkspark um und legte auf einer Erwei
terungsfläche neue Spiel- und Sportflächen
an. Auch ein Cafégarten und ein kleines Tier-
gehege entstanden. Der Rosengarten bildete
einen repräsentativen Eingang an der neu
errichteten Wohnsiedlung „Am Franckepark“,
der Ulmenhof an der Albrechtstraße.
Nach dem zweiten Weltkrieg entstand ein
neues Tiergehege auf der großen Waldwiese.
Dieses wurde 2019 geschlossen, denn sowohl
Park als auch Tiere litten unter der beengten
Haltung. Seither begannen erste gartendenk-
malpflegerische Wiederherstellungen, die
den Franckepark mit seinem weiten Wiesen-
tal wieder erlebbar machen.
In the early 19th century, the Krumme Pfuhl in
today's listed Francke Park, was a well-known
lake for bathing and popular with summer
visitors from Berlin.
Around 1869, factory owner Theodor Francke
(1830-1896) bought the site; he developed
facilities for bleaching ivory and a tree nursery.
His nursery manager, Jonathan Kähler (1847-
1924), laid out a park there until 1896, which
served as a nursery show garden. The estate
was Francke's intended retirement home.
The park was highly praised for its water fea-
tures. The ruin visible on the hillside is the old
machine house that powered them. Unfor-
tunately, the splendid waterfall was short-
lived: the construction of the Teltow Canal ca.
1900 caused the groundwater table to drop
and the lake silted up. After Francke's death in
1896, the park was largely forgotten.
In 1924, the borough of Tempelhof took over
the park. Garden director Fischer (1883-1942)
redesigned it as a public park, a part of public
relief works. He preserved the paths and the
old trees and laid out new spaces for playing
and sports. A park café and a deer enclosure
were also created. The rose garden formed an
entrance to the park from the new housing
estate Am Franckepark, the Ulmenhof in the
Albrechtstrasse.
After World War II, a new animal enclosure
was built on the large meadow. It was closed in
2019, because both park and animals suffered.
Since then, restoration works have begun to
revitalise the Franckepark.
Diese blaue Informationstafel geht zurück auf eine Idee des Landesdenkmalamts. Weitere Tafeln desselben Designs existieren im gesamten Stadtraum Berlins. Die Tafeln sind gerahmt von einem Stahlgestell, die Texte und Bilder befinden sich auf einer beschichteten Kunststoffplatte.
Die Bildunterschriften entsprechend der Einbettung im Fließtext lauten:
[1] Der Ulmenhof war der repräsentative Eingang von der Albrechtstraße/
The Ulmenhof (elm courtyard), the impressive entrance to the park from
Albrechtstrasse, 1928 (Quelle/Source: Bezirksamt Tempelhof Schöneberg
von Berlin, Straßen- und Grünflächenamt - Fachbereich Grünflächen,
Foto/Photo: Paul Schulz, Nr./no. 28)
[2] Lageplan des Franckeparks/Site plan of the Franckepark, 1929
(Quelle/Source: Landesdenkmalamt Berlin, Archiv Gartendenkmalpflege,
Sign. PG13-0001-006, Plan B8/13 Gartenbauamt)
[3] Der Rosengarten als Eingangsbereich von der Siedlung „Am Franckepark"/The rose
garden park entrance from the housing estate Am Franckepark, 1936 (Quelle/Source:
Museen Tempelhof-Schöneberg, Sign.T3-618a)
[4] Die Tempelhofer Baumschulen in den 1920er Jahren, damals geführt von Wilhelm Leven/
The Tempelhof nurseries in the 1920s, then managed by Wilhelm Leven, ca. 1925 (Quelle/Source: Museen Tempelhof-Schöneberg, Sign.T5/2012/3, © Klaus Leven)
[5] Der Kaffeegarten lag einst nördlich des Rosengartens/
The café's garden was once located to the north of the
rose garden, 1928 (Quelle/Source: Bezirksamt Tempelhof
Schöneberg von Berlin, Straßen- und Grünflächenamt-Fach-
bereich Grünflächen, Foto/Photo: Paul Schulz, Nr./no. 22)
Angaben zu genutzten Quellen, Autorenschaft und Impressum:
Literatur/Literature:
Werner, Anke 2021: Parkpflegewerk Lehnepark, Alter Park, Franckepark in
Berlin Tempelhof, Landschaftsarchitektur Werner, unveröffentlichtes Gutachten im Auftrag des/
unpublished survey commissioned by Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg FB Grünflächen, Berlin
Impressum/Legal Notice
Herausgeber/Publisher: Landesdenkmalamt
Berlin, Gartendenkmalpflege & Bezirksamt
Tempelhof Schöneberg von Berlin, Straßen-
und Grünflächenamt - FB Grünflächen
Text, Bildauswahl/picture selection:
Landschaftsarchitektur Werner, Berlin, 2021

