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Flensburger Löwe

Heckeshorn

1850 hatten die Dänen die Schleswig-Holsteiner bei Idstedt be-
siegt. Der dänische Bildhauer Hermann V. Bissen schuf zur Erin-
nerung daran den „Löwen“, der auf dem Flensburger Friedhof
aufgestellt wurde. 1864 - nach dem Sieg des Deutschen Bundes
über die Dänen - wurde der Löwe nach Lichterfelde umgesetzt.
Für Wilhelm Conrad, den Gründer der Villenkolonie Alsen (heu-
te Ortsteil von Wannsee), war der Löwe das Symbol des Sieges,
der durch den Übergang der preussischen Truppen auf die Insel
Alsen entschieden wurde. Deshalb liess er 1865 einen Zinkabguss
anfertigen, der seit 1938 am Wannseeufer steht. Das Original
wurde 1945 von den Amerikanern an die Dänen zurückgegeben.

Die Gedenktafel befindet sich in der Verlängerung der Straße Zum Heckeshorn. Inschrift der Metalltafel am Sockel.

Hermann Vilhelm Bissen (bei Schleswig 13.10.1798 - Kopenha­gen 10.3.1868), Schüler Thorvaldsens, schuf den Löwen 1853 aus Stein. 1862 wurde er auf dem alten Flens­burger Friedhof aufge­stellt, und befand sich von 1865-1945 auf dem Hof der Haupt­kadet­ten­an­stalt (nach dem Zweiten Weltkrieg Andrews-Barracks der amerikani­schen Streit­kräfte in Ber­lin. Die Rückgabe erfolgte nach anderen Quellen erst 1946). Der Zink­löwe (Höhe 7m mit Sandsteinsockel) blickt zum Strand­bad Wannsee. An seinen ur­sprünglichen Standort erinnert noch die Straße zum Löwen, an deren Ende im Löwenpark er auf einem eigens für ihn geschaffenen Plateau stand. Dort (Straße zum Löwen 11) flankieren bis heute zwei kleine, wohl marmorne Löwen den Zugang zum Don-Bosco-Heim.

Ursprünglich befand sich „ein 1919 gestohlenes Bronzemedaillon mit dem Bildnis Friedrich Karls am vorderen Sockel und eine Bronzetafel am hinteren Sockel mit der Inschrift:

‚Dem Übergang nach Alsen / am 29.6.1864 / siegreich vollführt von Preußens Kriegern / unter dem Oberkommando des Prinzen / Friedrich Karl und der Führung des / Generals Herwarth von Bittenfeld / zu ehrendem Gedächtnis‘“ (Jürgen Wetzel, Der Flensburger Löwe in Heckeshorn, in: Mitt. d. Vereins f. d. Geschichte Berlins, 84. Jg. Heft 4, Oktober 1988, S. 111)

Auf das Drängen und den Einsatz des Kolonie­grün­ders ("Villen-Colonie Alsen" ab 1872) Bankiers und Vorsitzenden der Berlin-Magdeburger Eisen­bahnge­sell­schaft Wilhelm Conrad (Berlin 18.6.1822 - [Ber­lin-]Wann­see 24.12.1899) geht auch der Bau der damals von vielen als unsinnig angesehe­nen Wannsee­bahn zur Erschließung der ent­stehenden Vororts­iedlungen zurück ("Wahn­sinnsbahn auf Conrädern"). Begra­ben ist Conrad auf dem Neuen Friedhof Wann­see, Lindenstraße 1/2, Alter Teil, Nr. 17. Der General der Infanterie Hans Paulus Herwarth von Bittenfeld (+20.5.1881) wurde beigesetzt auf dem Neuen Garnisonfriedhof, Columbiadamm.

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