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Informationstafel mit dem Titel 'Flensburger Löwe' und mehreren historischen Schwarz-weiß-Fotografien sowie erklärendem Text.
Bronzene Löwenstatue auf hohem steinernem Sockel in einem Park mit roter Bank im Vordergrund

Flensburger Löwe

Map Am Großen Wannsee

Flensburger Löwe

Der Flensburger Löwe ist der Zink-Abguss
einer Bronzeplastik des dänischen Bildhauers
Hermann Wilhelm Bissen (1789-1868). Das
Original wurde von den Dänen im Gedenken
an den bei Idstedt 1850 errungenen Sieg über
die aufständischen Schleswig-Holsteiner auf
dem Flensburger Friedhof 1862 aufgestellt.
Nach dem Sieg im deutsch-dänischen Krieg
bei der Insel Alsen und der Rückgewinnung
Flensburgs 1864 wollten aufgebrachte Bürger
den als Siegeszeichen der Dänen verhassten
Löwen vom Sockel stürzen. Daraufhin veran-
lasste der preußische Ministerpräsident Otto
v. Bismarck dessen geordneten Abbau und
Einlagerung in Flensburg. Drei Jahre später
kam der Löwe nach Berlin, zunächst ins Zeug-
haus und ab 1878 auf das Gelände der Lichter-
felder Kadettenanstalt. Bei Kriegsende 1945
von den Amerikanern an die Dänen zurück-
gegeben, stand das Denkmal Jahrzehnte am
Zeughaus in Kopenhagen, bevor es 2011 im
Bedeutungswandel als Zeichen der Versöh-
nung wieder nach Flensburg zurückkehrte.
Der Berliner Bankier Wilhelm Conrad (1822-
1899) hatte am westlichen Wannseeufer
ein Gelände zur Anlage einer Villenkolonie
erworben und diese als Ausdruck seiner pa-
triotischen Gesinnung nach der dänischen
Insel Alsen benannt. Die dabei auf seine Ini-
tiative 1874 angefertigte Zinkguss-Kopie des
Flensburger Löwen schmückte als Denkmal
am Wannsee zunächst den auf der Höhe gele-
genen Bergpark. 1938 wurde es demontiert
und an seinen heutigen Standort versetzt;
eine Restaurierung unterblieb, so dass sich
der Zustand in den Folgejahren weiter ver-
schlechterte.

Dank des Engagements der v.-Hinckeldey-
Stiftung Berlin und mit Beteiligung des
Landesdenkmalamts Berlin sowie des Be-
zirksamts Steglitz-Zehlendorf wurden 2005
die Löwen-Plastik und ihr Sockel umfassend
restauriert. Auch der das Denkmal umge-
bende Aussichtsplatz zum Großen Wannsee
wurde aufgewertet und bietet nunmehr für
dieses Werk der Monumentalbildhauerei des
Spätklassizismus einen würdigen Rahmen.

Summary
The Flensburg Lion is by Danish sculptor
Hermann Wilhelm Bissen (1789-1868) and
commemorates the Danish victory over
Schleswig-Holstein at the Battle of Idstedt
in July 1850. The bronze monument was
unveiled in 1862 in Flensburg's Old Cemetery.
In 1864 Denmark was forced to cede Holstein
and Schleswig, and the lion was brought to
Berlin in 1867.
After World War II, in 1945 the Americans
returned the lion to the Danes and for deca-
des it stood at the Armoury in Copenhagen.
In 2011, as a gesture of peace and reconcilia-
tion, Denmark sent the lion back to Flensburg
where it stands today.
The Flensburg Lion at Wannsee is a zinc copy
made in 1874 for Berlin banker Wilhelm
Conrad (1822-1899). Conrad purchased the
Wannsee site in 1863 and developed it into
an exclusive residential district where the lion
stood on higher ground looking out over the
Wannsee. In 1938 the monument was moved
to Heckeshorn, where it stands today. In 2005
Berlin's Flensburg Lion and its plinth were
completely restored.

Diese blaue Informationstafel geht zurück auf eine Idee des Landesdenkmalamts. Weitere Tafeln desselben Designs existieren im gesamten Stadtraum Berlins. Die Tafeln sind gerahmt von einem Stahlgestell, die Texte und Bilder befinden sich auf einer beschichteten Kunststoffplatte.

Die Bildunterschriften entsprechend der Einbettung im Fließtext lauten:
[1] Umsetzung des Löwen vom Bergpark zum Heckeshorn, 1938
Moving the Lion from the Bergpark to Heckeshorn, 1938
[2] Blick auf den Bergpark mit dem Flensburger Löwen, um 1892
View of the Bergpark with the Flensburg Lion, ca. 1892
[3] Der Flensburger Löwe in Wannsee, um 1880
The Flensburg Lion at Wannsee, ca. 1880
[4] Der Löwe im Transportkäfig vor der Restaurierung, März 2005
(Metallrestaurierung: Bernd M. Helmich)
The Lion in its transport cage before restoration, March 2005 (metal
restoration: Bernd M. Helmich)

Angaben zu genutzten Quellen, Autorenschaft und Impressum:
Finanzierung / Funded by:
v.-Hinckeldey-Stiftung Berlin
Landesdenkmalamt Berlin
Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf,
Naturschutz- und Grünflächenamt
Kunsthistorisches Gutachten/
Art history consultant: Dr. Jörg Kuhn
Konzept, Redaktion, Layout /
Concept, Text, Layout:
HORTEC Berlin, März 2017

 

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