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Glasplatte mit Texten in deutscher und englischer Sprache zur Erinnerung an jüdische Bewohner des Hansaviertels, gestaltet von Katja van Dyck-Taras, befestigt an einer Backsteinwand
Gedenktafel mit vielen kleinen Namen vor einem Durchgang mit Säule und Pflastersteinen im Hintergrund

Fenster der Erinnerung

Map U-Bahnhof Hansastraße

DAS FENSTER DER ERINNERUNG

Die Bewohner des heutigen Hansaviertels beklagen das Schicksal ihrer
einstigen jüdischen Mitbürger, die in den Jahren 1942–1944 aus dem ehe-
maligen Hansaviertel vertrieben, deportiert und ermordet worden sind.

1030 Namen jüdischer Bewohner konnten recherchiert werden. Die
Idee, diese Namen zu sammeln, entstand in der Arbeitsgruppe „Jüdische
Wurzeln“ des Bürgervereins Hansaviertel e.V. und führte zur Entwicklung
des FENSTERS DER ERINNERUNG. Es wurde am 27. Januar 2014 vom
Bürgerverein und der Berliner Verkehrsbetriebe BVG der Öffentlichkeit
übergeben.

Der künstlerische Entwurf des FENSTERS DER ERINNERUNG als gestalte-
ter Schriftsatz stammt von Katja van Dyck-Taras. Die Recherche der Namen
der jüdischen Bewohner ist Tatjana Ruge zu danken.

DIE SCHRIFTTAFEL – ERINNERUNG OHNE ZEIGEFINGER

Entwurfsziel von Katja van Dyck-Taras war es, die Schrifttafel mit den Na-
men der jüdischen Deportierten dem Konzept der Interbau einzugliedern.
Die 1030 Namen sind in Groß- und Kleinschreibung ohne Leerzeichen ge-
schrieben, um die unwürdige Entindividualisierung der jüdischen Bevölke-
rung durch die Schergen des Dritten Reichs zu versinnbildlichen. Bei Fami-
lien erscheinen alle Vornamen hintereinander und erst am Schluss der Name
der Familie.

Unter Missachtung orthografischer Regeln sind die Namen am Zeilenende
willkürlich getrennt – als bildnerische Entsprechung der brutal auseinander-
gerissenen Bindungen der verfolgten Menschen.

Der gesamte Text ist von der Mitte der Glasfläche aus gesetzt und franst an
den Rändern aus; die so erzeugte unruhige Bewegung visualisiert den tragi-
schen Zug der 1030 deportierten Mitbürger. Zur besseren Orientierung ste-
hen die Straßennamen in Versalien.

Die Schrifttafel wird am Ort des Geschehens, dem alten Hansaviertel, die
Erinnerung an die ermordeten jüdischen Bewohner wach und lebendig hal-
ten.


THE WINDOW OF REMEMBRANCE:

The fate of the Jews who lived in the Hansaviertel and were deported and
murdered between 1942 and 1944 remains today a concern for those living
in this quarter.

Tatjana Ruge, member of the Citizens Committee Hansaviertel, collected
and researched 1030 names of Jewish residents.

The design by Katja van Dyck-Taras shows the names in a formed typeset
imposed on glass and displayed near the Hansabücherei at the south
entrance of the subway station Hansaplatz.

The Bürgerverein Hansaviertel and the Berliner Verkehrsbetriebe BVG
presented The Window of Remembrance to the public on 27 January 2014.

THE PRESENTATION:
REMEMBRANCE WITHOUT FINGER-WAGGING

The window displaying the Jewish names is integrated in the concept of the
Interbau by Katja van Dyck-Taras. The 1030 names of the deported Jewish
residents are displayed in large and small type without spacing and serve as a
metaphor for the measures taken to deprive these residents of their individuality.
In the case of a family, all first names are listed and followed by the family name.

Disregarding the rules for the separation of words at the end of lines, Katja
van Dyck-Taras separated the names in a brutal and symbolic fashion.

The text placement begins in the middle of the window so that the edges fray
and create the visualization of a train of the 1030 deported. Orientation is
provided through the capitalization of street names.

The Window of Remembrance shall preserve, visceral and alive, the memory
of these deportations at the place of their occurrence – the historic Hansaviertel.

Das „Fenster der Erinnerung“ im U-Bahnhof Hansaplatz wurde im Januar 2014 der Öffentlichkeit übergeben und im Juli 2018 in überarbeiteter Form erneut eingeweiht.

Träger des Projekts ist der Bürgerverein Hansaviertel e.V., unterstützt durch die LOTTO-Stiftung. Die Überarbeitung wurde gemeinsam mit der BVG, der ausführenden Firma Proft sowie Teilnehmenden eines Austauschprogramms („Germany Close up“) umgesetzt.

Die Installation erinnert an 1.030 jüdische Bewohner des Hansaviertels, deren Namen von Tatjana Ruge recherchiert wurden. Der Entwurf der Schrifttafel stammt von Katja van Dyck-Taras.

In der Nähe des Hansaplatzes befand sich die Levetzowstraße-Synagoge, die ab 1941 als Sammellager für Deportationen genutzt wurde. Schätzungen zufolge wurden von dort über 32.000 Menschen deportiert.

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