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Gedenktafel mit Text und mehreren historischen Fotos, umgeben von Gras und Bäumen im Hintergrund

Familie Königsberger

Map Regattastraße 155

Familie Königsberger

Auf diesem Grundstück Regattastraße 155,
ehemals Friedrichstraße 40, wohnte seit
1906 die Familie Königsberger.
Georg Königsberger (1873 in Leobschütz,
Oberschlesien – 1932 in Berlin) machte sich
als Oberbaurat des Bezirks Treptow um das
Bauwesen verdient. Er nahm am Ersten Welt-
krieg teil und wurde mit dem Eisernen Kreuz
ausgezeichnet.
Seine Frau Käthe (Katharina Born, 1889 in Breslau – 1953
in London) war die Schwester des späteren Nobelpreis-
trägers für Physik Max Born, der 1913 in
diesem Haus heiratete. Käthe Königsberger
und ihre fünf Kinder flohen vor der Gewalt-
herrschaft der Nationalsozialisten nach
England und Amerika, wo sie zu angesehe-
nen Bürgern mit zum Teil internationalem
Renommee wurden.
Georg Königsbergers älterer Bruder Paul
heiratete Elise Dewitt aus dem Nachbarhaus
Regattastraße 141, dem späteren Bürger-
haus Grünau. Er war Richter am Reichsge-
richt in Leipzig, wurde 1935 aufgrund der Nürnberger
Gesetze aus dem Staatsdienst entfernt. Die sogenannte
„privilegierte Mischehe“ schützte ihn vor der Deportation.
Seine Kinder wanderten
aus und änderten ihren
Namen in Kingsley. Der
jüngste Bruder, Willi, aus
Burgstädt, wurde nach
der „Reichspogromnacht“
nach Sachsenhausen
verschleppt. Nach sei-
ner Entlassung floh er
nach Irland. Er nannte
sich dort Kingshill.

Susanne „Susi“ Robbins, geb. K. (1907–1989),
Professorin für Neue Sprachen am MacMurray College, Illinois.
Otto Heinrich K. (1908–1999), Architekt
Er erhielt 1933 den Schinkelpreis für seinen Entwurf
„Sport- und Erholungsheim“, im Vorfeld der Olympia-
planung. Im gleichen Jahr wurde er aus dem Staats-
dienst entlassen und floh nach Ägypten. Später war
er unter Pandit Nehru „Bauminister“ in Indien sowie
UNO-Beauftragter für klimagerechtes Bauen und
Stadtentwicklung. 1951 ging er nach England, um als
Professor am University College London zu lehren.
Marianne „Janne“ Sutcliffe, geb. K.
(1910–2006), Zahnärztin in Folkestone, Kent
Sie entzog sich nach Beendigung des Studiums dem
drohenden Berufsverbot durch die Flucht nach
England. Dort holte sie in einem Jahr alle fremdsprachlichen Examina
nach und arbeitete über 50 Jahre in eigener Praxis.
Elisabeth Dorothea „Lilly“ Bing, geb. K. (1914–2015),
Physiotherapeutin und Mitbegründerin der „Lamaze International“ für
natürliche Geburten in Amerika.
Helmut Georg „Helli“ K. (1918–2014) machte als international
renommierter Historiker für Neuere Geschichte, als Professor an der
Cornell University New York und am King’s College London Karriere.

WIR GEDENKEN
DES UNRECHTS
DAS DIESEN MENSCHEN
ANGETAN WURDE

Die Informationstafel wurde anlässlich des Jubiläums „275 Jahre Grünau“ am 20. Juni 2024 eingeweiht. Die Initiative ging vom Ortsverein Grünau e.V. aus; Gestaltung und Umsetzung lagen in den Händen von Helga Lieser. Unterstützt wurde das Projekt durch den Bund der Antifaschisten Treptow e.V., den Ortsverein Grünau e.V., die Bezirksverordnetenversammlung Treptow-Köpenick, die Stiftung Mitte Berlin, die Bürgerstiftung Treptow-Köpenick, den Förderverein Friedenskirche Grünau, die Seniorenresidenz Grünau VILVIF sowie Zukunft in Grünau e.V.

Bildunterschriften entsprechend der Einbettung im Text:
[1] Das Haus der Familie Königsberger
The Königsberger family house
Museen Treptow-Köpenick,
Fotograf Karl Stengel
[2] Ausschnitt Flurkarte Regattastraße, 1936
Detail of property map Regattastrasse, 1936
Museen Treptow-Köpenick
[3] Georg Königsberger
Käthe Königsberger und ihre fünf Kinder,
1934 | Georg Könisberger, Käthe
Königsberger and her five children, 1934
Privat
[4] Die Kinder unter dem Baum, 1919
Königsberger children under the tree, 1919
Privat

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