Eva Mamlok
Map Eva-Mamlok-Platz (vormals Blücherplatz)
kämpferin aus Kreuzberg. Laut der Zeitzeugin Inge Gerson
(geboren am 27.04.1922; später Inge Berner) kletterte Eva als knapp
14-Jährige auf das Dach des Kaufhauses Tietz am Halleschen Tor
und malte mit weißer Farbe „Nieder mit Hitler!" darauf. Daraufhin
sei sie kurz inhaftiert worden. 1934 wurde sie festgenommen, als sie
zusammen mit anderen Blumen auf den Gräbern von Rosa Luxem-
burg und Karl Liebknecht niederlegte. Sie kam für fünf Monate in
das Frauenkonzentrationslager Moringen (Niedersachsen). Nach
ihrer Freilassung engagierte sie sich weiterhin in sozialistischen
Widerstandskreisen.
1940 verpflichtete die deutsche Arbeitsverwaltung alle Juden
*Jüdinnen zur Zwangsarbeit. Eva Mamlok wurde einem Kreuzberger
Rüstungsbetrieb zugewiesen: Bei F. Butzke Schrauben-Industrie
und Fassondreherei GmbH mussten jüdi-
sche Zwangsarbeiter*innen Flugzeugteile
herstellen. Hier begegneten Inge Gerson und
Eva Mamlok einander: „Ich hatte noch nie
jemanden wie sie
getroffen. Sie war
sehr schön, sehr
lustig und hat immer
gesungen. Sie
kannte die ge-
samte Drei-
groschenoper
auswendig und
sang sie bei
der Arbeit an der Drehbank." Bei Butzke bildete sich um Eva
Mamlok eine Gruppe jüdischer widerständiger Frauen. Sie
verliehen verbotene Bücher, verteilten antifaschistische Flug-
blätter und schrieben Anti-Hitler-Parolen an Hauswände.
Im September 1941 wurden Eva Mamlok, Inge Gerson und
Inge Levinsohn (geboren am 28.12.1906) verhaftet, wegen
„Wehrkraftzersetzung" verurteilt und im Januar 1942 nach
Riga deportiert. Inge Levinsohn wurde vermutlich gleich nach
der Ankunft ermordet. Eva Mamlok und Inge Gerson nahmen
im Ghetto Riga Kontakt zum lettischen Widerstand auf. Sie
schmuggelten eine Kamera ins Ghetto, um NS-Verbrechen
zu dokumentieren.
Auch Evas Mutter Martha (geboren am 22.06.1884) und ihre
Tochter Tana (geboren am 03.09.1939) wurden 1942 deportiert
und ermordet. Eva Mamlok starb am 23. Dezember 1944 im
Konzentrationslager Stutthof. Inge Gerson überlebte und
wanderte 1949 in die USA aus.
Eva Mamlok was a Jewish
resistance fighter from Kreuz-
berg. According to historical testi-
mony by Inge Gerson (later Berner, born 27
April 1922), Mamlok—then not yet fourteen—
climbed onto the roof of the Tietz department
store at Hallesches Tor and painted "Down
With Hitler!" on it in white letters. She was
reportedly detained for a short time. In 1934,
she was arrested while laying flowers on the
graves of Rosa Luxemburg and Karl Liebknecht
along with others. Consequently, Mamlok was
imprisoned for five months at the Moringen
women's concentration camp in Lower Saxony.
After her release, she remained active in socialist
resistance circles.
In 1940, Germany's employment offices conscripted
all Jews into forced labor. Eva Mamlok was assigned
to an armaments factory in Kreuzberg run by the
F. Butzke Schrauben-Industrie und Fassondreherei
GmbH, where she and other Jewish forced laborers
manufactured aircraft parts. lt was there that Inge
Gerson first met Eva Mamlok: "l had never met any-
one like her. She was very beautiful, full of fun, and
always singing. She knew the entire Three-Penny-Op-
era by heart and sang it while working at the lathe."
At the Butzke factory, a resistance group of Jewish
women formed around Eva Mamlok. They circulated
banned books, distributed anti-fascist leaflets, and wrote
anti-Hitler slogans on the walls of buildings. Eva Mamlok,
Inge Gerson, and Inge Levinsohn (born 28 December
1906) were arrested in September 1941 and later con-
victed of "undermining military morale." In January 1942,
all three were deported to Riga. Inge
Levinsohn was probably murdered
soon after arriving. In the Riga ghetto,
Eva Mamlok and Inge Gerson made
contact With
the Latvian
resistance and
smuggled a
camera into
the ghetto to
document Nazi crimes.
Mamlok's mother,
Martha (born 22 June
1884), and daughter, Tana (born 3 September 1939), were both
deported and murdered in 1942. Eva Mamlok died at Stutthof
concentration camp on 23 December 1944. Inge Gerson sur-
vived and emigrated to the United States in 1949.
Die Einweihung des Gedenkzeichens für Eva Mamlok (1918–1944) fand am 16. Oktober 2026 im Rahmen der Umbenennung des Blücherplatzes in Eva-Mamlok-Platz statt. Die Gedenkstele wurde vor der Amerika-Gedenkbibliothek enthüllt. An der anschließenden Veranstaltung im Pop-up-Saal der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) beteiligten sich das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, die ZLB, die Initiative Eva-Mamlok-Platz (UpStadt e. V. / GLOX) und die Forschungsinitiative zur Gruppe Eva Mamlok. Die Moderation übernahm Nora Hogrefe, Leiterin der Koordinierungsstelle Historische Stadtmarkierungen im Aktiven Museum.
Impressum
Eine Gedenktafel des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin,
aufgestellt anlässlich der Umbenennung des Blücherplatzes in Eva-Mamlok-Platz, Oktober 2026
A memorial plaque by the District Office of Friedrichshain-Kreuzberg of Berlin,
installed in October 2026 to mark the renaming of Blucherplatz to Eva-Mamlok-Platz
E-Mail
gedenktafeln@fhxb-museum.de
Text
Miriam Visaczki, Jutta Faehndrich, Alexandra Weltz-Rombach, Miklas Weber
Design
Franke / Steinert GmbH







