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Ernst Theodor Amandus Litfass

Berlin 11.2.1816 - Wiesbaden 27.12.1874

Münzstraße

ERNST THEODOR AMANDUS LITFASS
11.02.1816 GEBOREN IN BERLIN
1832-1837 WANDERJAHRE ALS SCHAUSPIELER
1845 ÜBERNAHME DES STIEFVÄTERLICHEN
DRUCK- UND VERLAGSHAUSES
1848 DRUCK DES “BERLINER KRAKEHLERS“
IN DER MÄRZ-REVOLUTION
1854 VERTRAG MIT DEM POLIZEIPRÄSIDENTEN
VON BERLIN ÜBER 150 “ANNONCIER-SÄULEN“
15.04.1855 AUFSTELLUNG DER ERSTEN SÄULE
HIER IN DER MÜNZSTRASSE
01.07.1855 EINWEIHUNG DER 150 LITFASS-SÄULEN
27.12.1874 STIRBT WÄHREND EINES
KURAUFENTHALTES IN WIESBADEN
01.01.1875 BEISETZUNG AUF DEM
DOROTHEENSTÄDTISCHEN FRIEDHOF IN BERLIN
ERNST LITFASS WAR EIN KREATIVER UNTERNEHMER SEINER ZEIT.
ALS DRUCKEREIBESITZER, VERLEGER UND ERFINDER DER
LITFASS-SÄULE IST ER EIN PIONIER DER WERBEWIRTSCHAFT
UND DER ÖFFENTLICHEN KOMMUNIKATION. ZEITLEBENS DEM
THEATER UND DER BÜHNE VERBUNDEN, VERANSTALTETE ER
ZAHLREICHE FESTE FÜR WOHLTÄTIGE ZWECKE.
AN DIESER STELLE WURDE AM 15. APRIL 1855 DIE
ERSTE LITFASS-SÄULE in BERLIN AUFGESTELLT.
DIESE BRONZESÄULE WURDE ZUR ERINNERUNG
AN ERNST LITFASS, DEN ERFINDER DER
LITFASS-SÄULE IM JAHR 2006 VON DER
VVR-BEREK GMBH GESTIFTET.

SCHNELLDRUCKPRESSE ERNST LITFASS - ADLERSTR. 6 - BERLIN
1831 BERLINER FIGARO
1841 DECLAMATORIUM
1845 BERLINER DENKMALE DER TOTEN
1848 BERLINER KRAKEHLER
1848 UNIVERSAL-KORRESPONDENZ
1851 BERLINER TAGESTELEGRAPH
1855 EISENBAHN-KOMPASS
1857 LITFASS‘ POETISCHER KRISTALL-PALAST
1895 THEATER-ZWISCHEN-AKTS-ZEITUNG
1870 KRIEGSDEPESCHEN
FLUGBLÄTTER FORMULARE THEATERZETTEL ZEITUNGEN
ZEITSCHRIFTEN BÜCHER REISEFÜHRER GROSSPLAKATE

770 HOLZTAFELDRUCK DHARANI-SUTRA
1040 BI-SHENG: TONLETTERN
1450 JOHANNES GUTENBERG: BLEILETTERN
1798 ALOYS SENEFELDER: LITHOGRAPHIE
1812 FRIEDRICH KÖNIG: SCHNELLDRUCKPRESSE
1822 WILLIAM CHURCH: SETZMASCHINE
1827 JOSEPH NIEPCE: ERSTE FOTOGRAFIE
1837 GODEFROY ENGELMANN: CHROMO-LITHOGRAPHIE
1839 LOUIS DAGUERRE: DAGUERROTYPIE
1851 JAMES LIVESEY: FALZMASCHINE
1863 WILLIAM BULLOCK: ROTATIONSMASCHINE
1867 CHRISTOPHER LATHAM SHOLES: SCHREIBMASCHINE
1904 IRA W. RUBEL: OFFSETDRUCKMASCHINE
1965 RUDOLF HELL: ERSTER COMPUTERSATZ

Die bronzene Litfaßsäule, gestaltet von Felicitas Franck und Maria Best und hergestellt in der Weißenseer Kunstgießerei Flierl, wurde am 18. Mai 2006 an der Ecke Münzstraße und Almstadtstraße aufgestellt. Sie zeigt eine Fülle von Abbildungen, auch von Ernst Litfaß, „Zwischenüberschriften“ wie "König der Reklame" und "Bekanntmachungen", Maßangaben, Litfaß‘ Unterschrift sowie die drei Textbereiche.

Kopf und Sockel der Säule entsprechen laut Zeitungsberichten denen der ersten historischen Säulen. Sie ist drei Meter hoch und hat einen Durchmesser von 1,08m. Nach anderen Quellen wurde das Fundament für die erste „Probesäule“ am 20. April 1855 vor der Druckerei von Litfaß in der Adlerstraße 6 gelegt (Knud Knudsen, Hundert Jahre Berliner Litfaß-Säulen, in: Der Bär von Berlin IV/1954, S. 11). Die kleine Adlerstraße verschwand endgültig 1934 bei der Errichtung des Reichsbankneubaus (heute Außenministerium). Im Jahr 2005 gab es in Berlin an die 3000 der runden Säulen, in ganz Deutschland rund 79.000.

Litfaß‘ Grabstätte befindet sich auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof, Chausseestraße 126 (Ehrengrab).

Der erste Vertrag zwischen Litfaß und Polizeipräsident Hinckeldey datiert vom 5. Dezember 1854. Litfaß erhielt ein zunächst auf 15 Jahre befristetes Monopol ab dem 1. Juli 1855, mit dem zugleich das üblich gewordene „wilde“ Plakatieren unterbunden wurde. Ab diesem Tag wurden dann die inzwischen aufgestellten 100 Säulen und 50 Brunnenumhüllungen („Urinoirs“) benutzt. Die Unterhaltskosten letzterer blieben umstritten (Musste Litfaß sie vertragsgemäß nur aufstellen oder auch für deren Reinigung und Unterhalt sorgen?).

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