Erinnerung Gleis 1
Map Möckernkiez 2
Gleisen des Anhalter Bahnhofs.
Hier sind Weichen gestellt worden für fast
10.000 Jüdinnen und Juden aus Berlin.
Die Nationalsozialisten haben sie von
1942 bis 1945 ins Ghetto Theresienstadt
deportiert und später oft in das
Vernichtungslager Auschwitz.
Am 6. Juli 2024 fand im Möckernkiez am Yorckplatz (Yorckstraße, gegenüber Einmündung Katzbachstraße) die feierliche Einweihung des Erinnerungsortes Gleis 1 statt.
Die Gedenktafel wurde gemeinsam mit einem Gedenkobjekt, einem historischen Weichen-Umsteller, der 2012 auf dem Baugelände des Areals geborgen wurde, in Anwesenheit der Bundestagsabgeordneten Ingrid Nestle und zahlreichen Gästen enthüllt. Grußworte hielten Geno-Vorstand Ansgar Dietrich, Bezirksstadtrat Florian Schmidt und Nora Hogrefe, Leiterin der Koordinierungsstelle Historische Stadtmarkierungen im Verein Aktives Museum.
Die Rede hielt Norbert Peters im Namen der initiierenden AG Erinnerung Gleis 1 (vormals „Anhalter Bahnhof. Gleis 1. Der Ort auf dem wir leben“) des Möckernkiez e.V., für musikalische Untermalung sorgte Isabel Neuenfeldt und die Moderation lag bei Claudia Lenssen.
Am 18.7.2025 wurde der Erinnerungsweg Gleis 1 vom Anhalter Bahnhof durch den Park am Gleisdreieck bis zum obigen Erinnerungsort im Möckernkiez eingeweiht. Zur Eröffnung sprach u.a. die Schriftstellerin Herta Müller, Helmut Buck spielte die Sarabande aus der 5. Suite für Cello Solo von Johann Sebastian Bach.
Teil des Erinnerungswegs ist eine künstlerische Arbeit mit dem Titel »SchriftZug« von Christine Berndt, Meisterschülerin der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Hierfür wurden 20 Meter lange Kupferbänder auf die alten Gleise montiert, die mit ausgestanzten Buchstaben die folgenden Zeilen literarischen Ursprungs freilegen:
Ich weiß Du kommst wieder (Herta Müller aus: Atemschaukel)
Der Engel schweigt (Jakob van Hoddis aus: Todesengel IV)
die Lüfte ziehn wie krank (Jakob van Hoddis aus: Todesengel IV)
und sangen (Rose Ausländer „vor den Garben“ aus: meine Toten schweigen tief)
Wangen margeritenweiß (Rose Ausländer „ich habe noch nicht aufgehört zu sterben“ aus: meine Toten schweigen tief )
ein Todesgebet (Rose Ausländer „vor den Garben“ aus: meine Toten schweigen tief)
die Eisenbahnen fallen (Jakob van Hoddis aus: Weltende)
Mondlied trifft mein Herz (Rose Ausländer „Sternsturz“ aus: der Traum lebt mein Leben zu Ende)
mein Heimweh ist ein Stacheltier (Rose Ausländer „mein Heimweh“ aus: meine Toten schweigen tief)
Weitere Informationen zu dem Projekt sind in diesem Artikel von Johann Behrens nachzulesen.




