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Ansicht Gedenktafel Elsa Blochwitz
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Elsa Blochwitz

09.09.1899 - 14.04.1992

Map Kurfürstendamm 177

Hier wohnte seit 1935
ELSA »BLACK« BLOCHWITZ
9. 9. 1899 – 14. 4. 1992
Unter dieser Adresse betrieb sie eine »Strumpf-Klinik«.
Als ernannte Luftschutzwartin hatte sie Zugang zu freien
Wohnungen, unterstützte und versteckte im Nationalsozialismus
verfolgte Jüdinnen und Juden, verpflegte sie mit Essen und
Kleidung, schmuggelte Päckchen und Briefe und verteilte selbst
verfasste Flugblätter. Sie wurde als »Unbesungene Heldin«
und als »Gerechte unter den Völkern« geehrt.

Die Berliner Gedenktafel wurde am 17. Juli 2025 auf Höhe der Hausnummer rechts vom Eingang des Gebäudes angebracht. Das Grußwort des Senats überbrachte Oliver Friederici, Staatssekretär für Gesellschaftlichen Zusammenhalt, die Laudatio hielt die Historikerin Dr. Beate Kosmala.

Elsa Blochwitz, genannt Else Blochwitz und bekannt unter ihrem Dechnamen „Black“, wurde am 9. September 1899 in Oberebersbach in Sachsen geboren. Ab 1935 wohnte sie am Kurfürstendamm 177 im Gartenhaus. Die ledige Frau reparierte Seidenstrümpfe und unterhielt eine Strumpf-Klinik. Ihre Unterstützung für verfolgte Jüdinnen und Juden war vielseitig. Zunächst vermietete sie an ihre jüdischen Bekannten Herta, Käthe und Rosalie Arndt. Käthe Arndt verhalf sie zur Emigration. Hertha Arndt und ihre Mutter Rosalie unterstützte sie bis zu deren nicht abwendbaren Deportation 1941 ins Ghetto Minsk. Danach gelang es ihr noch bis 1943 Briefe und Pakete mit Kleidung, Lebensmitteln und Spielzeug schmuggeln zu lassen. Beide Frauen wurden von den Nationalsozialisten ermordet.

Seit 1937 bewohnte Blochwitz zusammen mit Margarete Dietrich die Wohnung am Kurfürstendamm, sie halfen Verfolgten mit Lebensmitteln und Kleidung. Diese konnten sich dort zudem waschen oder für ein oder mehrere Tage Unterschlupf finden. Es war ein Kommen und Gehen. Das Tarnwort zum Einlass war „Black“ – der spätere Namenszusatz von Blochwitz. 

Als die Verfolgungsmaßnahmen und Kriegsereignisse in Berlin zunahmen, ließ sich Elsa Blochwitz zur Luftschutzwartin für das von ihr bewohnte Mietshaus ausbilden. So verfügte sie über sämtliche Schlüssel für Keller, Wohnungen und Bodenräume, wo sie verfolgte Jüdinnen und Juden verstecken konnte. Blochwitz half auch politisch Verfolgten und Zwangsarbeiter*innen, verfasste und verteilte Flugblätter. Zeitgleich stand sie unter Beobachtung der Gestapo, die ihre Wohnung mehrfach durchsuchte. Nicht alle, denen sie versuchte zu helfen, konnten die Befreiung vom Nationalsozialismus erleben.

Die Zwangsarbeiterin Rita Grabowski, die von den Nationalsozialisten während der sogenannten „Fabrikaktion“ festgenommen und kurz danach frei gelassen wurde, versteckte Elsa Blochwitz seit Herbst 1944. Die beiden wohnten in späteren Jahren zusammen, Grabowski unterstützte sie materiell. In der Nachkriegszeit schrieb Blochwitz Gedichte mit Titeln, die von Verfolgung und Versöhnung erzählten. Mehrfach wurde sie geehrt, als „Unbesungene Heldin“, als „Gerechte unter den Völkern“, ausgezeichnet mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Heinrich-Stahl-Preis.

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