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Dorothea und Benjamin Falk

20.11.1886 - Auschwitz Winter/Frühjahr 1943 / Zempelburg/Westpreußen (Sępólno Krajeńskie/Polen) April 1876 - Berlin 27.2.1940

Breite Straße 23

In diesem Haus wohnte
der jüdische Kaufmann
Benno Falk mit seiner Frau Dorothea.
Als freundliche und gefällige Geschäftsleute
in Pankow gut bekannt, verkauften sie hier
Herrenbekleidung und Damenkonfektion.
1935 überfielen aufgehetzte Nazis
den Laden und plünderten ihn.
Benno Falk wurde mißhandelt und gedemütigt.
Ähnliches wiederholte sich
während des Novemberpogroms 1938.
Benno Falk verstarb im Februar 1940,
seine Frau kam in Auschwitz ums Leben.

Das Geschäft des Ehepaars Falks befand sich seit 1919 als zweiter Laden links neben dem Eingang. Im Jahr 1935 wurde Falk beschuldigt, sich an seiner jungen Hausangestellten „vergangen“ zu haben. Das antisemitische Hetzblatt „Der Stürmer“ diffamierte ihn als „Mädchenschänder“. In einem Prozess wurde zwar festgestellt, „dass die Anwürfe auf den Lügen und bösartigen Intrigen eines SA-Mannes - dem Freund des Mädchens - basierten“, doch schützte dies Falks nicht vor weiteren Verfolgungen. Das Ehepaar verzog nach Wilmersdorf, wo Benno Falk starb. Begraben ist er auf dem Friedhof der Israelitischen Synagogengemeinde Adass Jisroel, Weißensee, Wittlicher Straße, seine Frau wurde im Zuge der sog. Fabrikaktion Ende Februar 1943 inhaftiert und nach Auschwitz deportiert.

Die von Siegfried Krepp (*Lauchhammer 3.7.1930) gefertigte Gedenktafel ist links neben der Haustür befestigt. Der Text stammt von Dr. Inge Lammel (Förderverein des ehemaligen jüdischen Waisenhauses). Finanziert wurde sie von der Hauseigentümerin, der Dr. Walter und Margarete Cajewitz-Stiftung, deren Vorstand, Prof. Dr. Peter-Alexis Albrecht, sie am 12.7.2002 einweihte.                            

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