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Dieter Eich

gest. am 24. Mai 2000

Walter-Friedrich-Straße 52

In Gedenken an
Dieter Eich

Hier, in der Walter-Friedrich-Straße 52, wurde Dieter Eich in der Nacht auf den 24. Mai 2000
in seiner Wohnung von vier Neo-Nazis erst brutal zusammengeschlagen und später
kaltblütig ermordet.
Das Mordmotiv der Täter war der Hass auf Erwerbslose.
Der 60-jährige hatte zu dieser Zeit keine Arbeit und durchlitt eine schwere persönliche Krise.
Freunde von Dieter Eich fanden ihn am nächsten Tag tot in seinem Bett auf.
Dieter Eich wurde Opfer eines Menschenbildes, das den Wert des Einzelnen
an deren Arbeitskraft und Erwerbstätigkeit misst.
Niemand ist vergessen!

Dieter Eich wurde in der Nacht vom 23. auf den 24. Mai 2000 in seiner Wohnung in Berlin-Buch von vier Neonazis überfallen, misshandelt und als "asozial" beschimpft. Anschließend ermordeten sie ihn mit einem Jagdmesser. Erst drei Monate nach dem Mord machte die Staatsanwaltschaft publik, dass es sich um ein rechtsextremistisches Verbrechen handelte. Im März 2001 wurden die vier Täter zu mehrjährigen Hafstrafen zwischen 5 und dreizehn Jahren verurteilt.  Erst 2018 wurde der Fall durch eine Studie der TU Berlin als rechte Straftat charakterisiert und entsprechend in der staatlichen Statistik registriert.

Anlässlich der bevorstehenden Einweihung der Gedenktafel erklärte Maximilian Schirmer, sozialpolitischer Sprecher der Linken im Bezirk Pankow: "Es ist wichtig zu zeigen, wozu Hass führen kann. Besonders der Hass auf erwerbslose Menschen ist weiter tief in unserer Gesellschaft verwurzelt. Jedes Opfer rechter Gewalt ist eins zu viel und wer glaubt dass diese Gewalt keinen Platz hat in Deutschland der irrt, sie ist immer noch mitten unter uns, jeden Tag."

Die gerahmte Edelstahltafel wurde zu Eichs 22. Todestag am 24. Mai 2022 enthüllt. Ihre Anbringung ging auf eine Initiative der Gruppierung "Niemand ist vergessen - Berlin" zurück. Es sprachen Dominique Krössin (Pankower Bezirksstadträtin für Schule, Sport, Weiterbildung und Kultur), Dennis Buchner (Präsident des Abgeordnetenhauses) und Oliver Jüttig (Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung). Für musikalische Begleitung sorgte der Musiker Refpop.

Die Tafel ziert eine Portätzeichnung Dieter Eichs von der Künstlerin Sophia Hirsch.

 

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