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Informationstafel mit Text und historischen Schwarz-weiß-Fotos zur Skulptur "Der Rufer" von Gerhard Marcks
Statue einer stehenden Person mit erhobenen Armen auf einem Sockel an einer breiten Straße mit dem Brandenburger Tor im Hintergrund

Der Rufer von Gerhard Marcks

Map Straße des 17 Juni

Der Rufer von Gerhard Marcks

Die drei Meter hohe Bronze-Skulptur Der
Rufer wurde 1967 von dem gebürtigen
Berliner Bildhauer und Grafiker Gerhard
Marcks (1889-1981) entworfen. Anlässlich
des 100. Geburtstages des bedeutenden
Künstlers erhielt die Statue dank der Initi-
ative von Michael Fernholz und der Unter-
stützung eines Kreises engagierter Berliner
Bürger im Mai 1989 den Standort inmitten
der Straße des 17. Juni - und dies wenige
Monate vor der Öffnung der Mauer.
Das Motiv des Rufers wurde bereits in der
Antike plastisch dargestellt. In Anlehnung
an die aus der griechischen Mythologie
stammenden Figur Stentor, die in der Ilias
die Griechen mit lauter Stimme zum Kampf
aufruft, schuf Marcks seinen Rufer im Auf-
trag von Radio Bremen. So symbolisiert
seit 1967 der Akt des Rufens von Marcks'
Bronzeguss dort die noch heute aktuelle
Aufgabe des Rundfunks und Fernsehens:
Die Übermittlung von Nachrichten.
Der seit 1989 in Berlin Rufende vermit-
telt in der Bundeshauptstadt eine andere
Botschaft. Auf den stummen, aber nach-
drücklich wirkenden Ruf Richtung Osten
verweist das auf dem Sockel angebrachte
Zitat des italienischen Dichters Francesco
Petrarca (1304-1374): „Ich gehe durch die
Welt und rufe: Friede, Friede, Friede".
Offenbar wurde der nach Frieden und
Gerechtigkeit verlangende Ruf knapp ein
halbes Jahr nach Einweihung der Statue
Marcks' erhört: Am 9. November 1989 fiel
die Berliner Mauer.

Vier weitere Bronzegüsse befinden sich –
neben Berlin und Bremen - in Essen, Frank-
furt am Main, im australischen Perth und
in deutschem Privatbesitz.


Der Rufer-The Crier
The three metres tall bronze sculpture The
Crier was designed in 1967 by the Berlin-
born sculptor and graphic artist Gerhard
Marcks (1889-1981). To celebrate the cen-
tenary of this important artist's birth, the
statue was installed in May, 1989 in a promi-
nent location in Berlin - the median strip
of the Strasse des 17. Juni - on the initia-
tive of Michael Fernholz, with the support
of a group of committed Berlin citizens, just a
few months before the Berlin Wall fell.
There were already sculptures in the an-
cient world that used the motif of the crier.
Based on the figure of Stentor from Greek
mythology, who in Homer's Iliad calls the
Greeks into battle with his powerful voice,
Marcks' Crier was commissioned by Radio
Bremen. Thus since 1967, Marcks' bronze
figure in the act of shouting has symbol-
ised the ongoing mission of radio and tele-
vision: the broadcasting of news.
The Crier, installed since 1989 in Berlin,
sends out a different message in the capital
of Germany. The silent, yet emphatic cry of
the statue in the direction of the East, refers
specifically to the quotation of Italian poet
Francesco Petrarch (1304-1374), inscribed
on its pedestal: ,,I walk through the world
and cry: peace, peace, peace.”
In fact, the call for freedom and justice was
heard: a mere six months after the statue's
installation, the Berlin wall fell, on Novem-
ber 9, 1989.

Diese blaue Informationstafel geht zurück auf eine Idee des Landesdenkmalamts. Weitere Tafeln desselben Designs existieren im gesamten Stadtraum Berlins. Die Tafeln sind gerahmt von einem Stahlgestell, die Texte und Bilder befinden sich auf einer beschichteten Kunststoffplatte. 

Die Bildunterschriften entsprechend der Einbettung im Fließtext lauten:
[1] Brandenburger Tor, Mai 1989 (Foto: Barbara Klemm)
Brandenburg Gate, May, 1989 (photograph: Barbara Klemm)
[2] "... Einst stand ich am Ufer eines Flusses-drüben war die
Fähre, neben mir stand ein Mann, legte die Hand an den
Mund und rief: 'Hol über!' Der Mund ist das erste und letzte
Kommunikationsmittel, im Hilferuf, Befehl, Liebes-und
Totenlied. Die Hände formen dazu das Vorbild der Glocke.
Seien wir eingedenk, dass im menschlichen Leib alle
Typen der Technik eingebildet sind."
Gerhard Marcks bei der Einweihung Der Rufer 1967 in Bremen
(in: Flyer Gerhard-Marcks-Haus)
[3] 3. Oktober 1990 mit Blick auf die Siegessäule (Foto: Barbara Klemm)
October 3, 1990, view of the Berlin Victory Column (photograph: Barbara Klemm)
[4] “once I was standing on the banks of a river-
the ferry was on the other side-when a man standing beside me
cupped his hands around his mouth and shouted Come over!"
The mouth the first and last means of communication,
a cry for help, giving orders, songs of love and death. For this,
the cupped hands form the shape of a bell. We should bear in mind
that in the human body all types of technology are imagined."
Gerhard Marcks, speech at the inauguration of The Crier
in 1967 in Bremen (source: brochure of the Gerhard-Marcks-Haus)

Angaben zu genutzten Quellen, Autorenschaft und Impressum:
Impressum
Landesdenkmalamt Berlin,
Gartendenkmalpflege
Text: Shantala S. Branca, Grisebach GmbH
Konzeption/Redaktion/Layout:
HORTEC Berlin

Dezember 2017

 

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