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Denkmal Judenverfolgungen, Berliner Synagogen und Deportationen aus Berlin

Levetzowstraße 7-8

1. 18. Oktober 1941unbekannte Zahl Juden nach Lodz
2. 24. Oktober 1941unbekannte Zahl Juden nach Lodz
3. 27. Oktober 1941unbekannte Zahl Juden nach Lodz
4. 1. November 19411038 Juden nach Lodz
5. 14. November 19411030 Juden nach Minsk
6. 17. November 1941unbekannte Zahl Juden nach Kowno
7. 27. November 1941unbekannte Zahl Juden nach Riga
8. 13. Januar 1942 1037 Juden nach Riga
9. 19. Januar 1942 1006 Juden nach Riga
10. 25. Januar 1942 1051 Juden nach Riga
11. 20. März 1942 974 Juden nach Trawniki
12. 2. April 1942 328 Juden nach Trawniki
13. 2. April 1942 326 Juden nach Trawniki
14. 14. April 1942 65 Juden nach Trawniki
15. 2. Juni 1942 758 Juden nach „Osten“
16. 26. Juni 1942 202 Juden nach „Osten“
17. 11. Juli 1942 210 Juden nach Auschwitz
18. 15. August 1942 1004 Juden nach Riga
19. 5. September 1942 790 Juden nach Riga
20. 26. September 1942 811 Juden nach Reval (Raziku-Jägala)
21. 19. Oktober 1942 963 Juden nach Riga
22. 26. Oktober 1942 791Juden nach „Osten“
23. 29. November 1942 1001Juden nach Auschwitz oder Riga
24. 9. Dezember 1942 997Juden nach Auschwitz
25. 14. Dezember 1942 811Juden nach Riga
26. 12. Januar 1943 1210 Juden nach Auschwitz
27. 29. Januar 1943 1000 Juden nach Auschwitz
28. 3. Februar 1943 952 Juden nach Auschwitz
29. 19. Februar 1943 1000 Juden nach Auschwitz
30. 26. Februar 1943 1100 Juden nach Auschwitz
31. 1. März 1943 1736 Juden nach Auschwitz
32. 2. März 1943 1758 Juden nach Auschwitz
33. 3. März 1943 1732 Juden nach Auschwitz
34. 4. März 1943 1143 Juden nach Auschwitz
35. 6. März 1943 662 Juden nach Auschwitz
36. 12. März 1943 947 Juden nach Auschwitz
37. 19. April 1943 688 Juden nach Auschwitz
38. 17. Mai 1943 395 Juden nach Auschwitz
39. 28. Juni 1943 297 Juden nach Auschwitz
40. 4. August 1943 99 Juden nach Auschwitz
41. 24. August 1943 50 Juden nach Auschwitz
42. 10. September 1943 53 Juden nach Auschwitz
43. 28. September 1943 74 Juden nach Auschwitz
44. 14. Oktober 1943 74 Juden nach Auschwitz
45. 29. Oktober 1943 50 Juden nach Auschwitz
46. 8. November 1943 50 Juden nach Auschwitz
47. 7. Dezember 1943 55 Juden nach Auschwitz
48. 20. Januar 1944 48 Juden nach Auschwitz
49. 22. Februar 1944 32 Juden nach Auschwitz
50. 9. März 1944 32 Juden nach Auschwitz
51. 18. April 1944 30 Juden nach Auschwitz
52. 3. Mai 1944 30 Juden nach Auschwitz
53. 19. Mai 1944 24 Juden nach Auschwitz
54. 15. Juni 1944 29 Juden nach Auschwitz
55. 12. Juli 1944 30 Juden nach Auschwitz
56. 10. August 1944 38 Juden nach Auschwitz
57. 6. September 1944 39 Juden nach Auschwitz
58. 12. Oktober 1944 31 Juden nach Auschwitz
59. 24. November 1944 28 Juden nach Ravensbrück
Sachsenhsn.
60. 8. Dezember 1944 15 Juden nach Ravensbrück
Sachsenhsn.
61. 5. Januar 1945 20 Juden nach Auschwitz
Bergenbelsen (so!)
62. 2. Februar 1945 25 Juden nach Ravensbrück
Sachsenhsn.
63. März
April 1945 24 Juden nach Ravensbrück
Sachsenhsn.


Auf diesem Grundstück stand eine
der grössten Synagogen Berlins.
1941 wurde die jüdische Gemeinde
zu Berlin von der Geheimen Staats-
polizei gezwungen, das Gebäude
als Sammellager einzurichten. Von
hier aus wurden mehr als 37 500
Berliner Juden über die Bahnhöfe
Grunewald und Putlitzstrasse in
die aufgeführten Vernichtungs-
lager deportiert. Weiterhin wurden
vom zweiten grossen Sammella-
ger Berlins, dem ehemaligen jüdi-
schen Altersheim in der Grossen
Hamburger Strasse vom 6.6.1942
bis zum 27.3.1945 in 117 Transpor-
ten über den Anhalter Bahnhof
14 797 Juden in das Konzentrations-
lager Theresienstadt deportiert.

In der Pogromnacht vom 9. November
1938 wurden die jüdischen Gottes-
häuser Berlins von den National-
sozialisten beschädigt, verbrannt,
zerstört. Als Symbole einer reich-
haltigen jüdischen Kulturtradi-
tion in Preussen waren sie die
bedeutendsten Ziele des einset-
zenden staatlich organisierten
Terrors.
Neben den dargestellten Gemeinde-
und Vereinssynagogen gab es in
Berlin über 80 private jüdische
Bethäuser oder Betsäle in sozia-
len Einrichtungen. Auch sie wurden
in der Nacht vom 9. November 1938
Ziel der Verwüstungen oder sind
kurze Zeit später geschlossen,
verkauft oder enteignet worden.

Der Baubeginn des Denkmals an die Judenverfolgungen unter dem Nationalsozialismus, an die Berliner Synagogen und an die Deportationen aus Berlin war im Frühjahr 1987.
Das Mahnmal zeigt einen Güterwagen, eine Gruppe gefesselter, über eine Rampe in ihn hineingetriebener Menschen und eine hochaufragende Eisenwand mit Datum, Anzahl der Menschen und Zielort von 63 zwischen dem 18. Dezember 1941 und März/April 1945 von Berlin aus erfolgten Deportationen. Zwischen dem 17. Transport vom 11. Juli 1942 und dem 61. vom 5. Januar 1945 hatten fast alle als direktes Ziel das Vernichtungslager Auschwitz.

Bemerkenswert an der Transportliste sind die Unterschiede in den Angaben im Vergleich mit dem knapp elf Jahre später eingeweihten  Gedenkort „Gleis 17“ auf dem Güterbahnhof Grunewald, in denen sich wohl auch ein späterer Forschungsstand spiegelt.

Auf dem Boden hinter dem Güterwagen sind 36 Eisenplatten in Gruppen zu je sechs befestigt, von denen 34 mit Anschrift, Anzahl der Sitzplätze, Baujahr, Datum der Beschädigung resp. Zerstörung und des endültigen Abrisses sowie in den meisten Fällen auch Abbildungen oder Grund- und Aufrissen an das Schicksal Berliner Synagogen erinnern.

 

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