Lessing-Denkmal
Map Lennéstraße
Zur Errichtung eines Denkmals für den
Schriftsteller und Dramatiker Gotthold
Ephraim Lessing (1729-1781) wurde 1886 ein
Wettbewerb ausgeschrieben. Den Zuschlag
erhielt der Entwurf des Bildhauers Otto
Lessing, ein Urgroßneffe des Dichters. Das am
14. Oktober 1890 enthüllte Denkmal zeigt
Lessing als drei Meter hohe Standfigur aus
Laaser Marmor. Zu ihm schaut in Jünglings-
gestalt der ,,Genius der Humanität“ auf, der
sich auf eine Inschriftentafel mit zentralen
Sätzen der Ringparabel aus Lessings ,,Nathan
der Weise“ stützt. Die Figur an der Rückseite
versinnbildlicht die ,,Allegorie der Kritik“ mit
der Geißel als Attribut. Am Postament sind
Freunde und Mitstreiter des Dichters in Re-
liefporträts verewigt: der Philosoph Moses
Mendelssohn (1729-1786) (rechts), der Ver-
leger Christian Friedrich Nicolai (1733-1811)
(Rückseite) und der Dichter Ewald von Kleist
(1715-1759) (links). Von dem Architekten
Wilhelm Rettig stammt der Entwurf für das
vier Meter hohe Granitpostament, dem seit-
lich Wasserbecken vorgelagert sind.
In Zusammenarbeit mit dem Landesdenk-
malamt Berlin, Gartendenkmalpflege, wur-
den im Auftrag der Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung und Umwelt in den Jah-
ren 2014/2015 umfassende Restaurie-
rungs- und Instandsetzungsarbeiten an der
Lessing-Skulptur aus Laaser Marmor, dem
Granitsockel und den Bronzeteilen des
Denkmals ausgeführt. Die v.-Hinckeldey-
Stiftung unterstützte das Projekt mit einer
Spende. Zudem konnten die beiden verlo-
renen Wasserspeier ebenso neu gefertigt
werden wie das im Zweiten Weltkrieg ent-
fernte, schmiedeeiserne Schmuckgitter,
bei dem die historischen Formen verein-
facht aufgegriffen wurden. Auch wurde die
Brunnentechnik überholt und instand
gesetzt.
For the memorial to the writer and drama-
tist Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781),
a design competition was held in 1886. The
winning design was submitted by the sculp-
tor Otto Lessing, a great-grandnephew of the
poet. The memorial was unveiled on Octo-
ber 14, 1890. At the front of the pedestal the
figure of a young man, the "genius huma-
nitas", looks up at the statue of Lessing and
leans against a plaque inscribed with central
quotations from the Ring parable in Lessing's
play Nathan the Wise. The figure at the rear is
an allegory of criticism with the scourge as
attribute. On the pedestal, friends and col-
leagues of the writer are immortalised in
relief portraits: the philosopher Moses
Mendelssohn (right); the publisher Christian
Friedrich Nicolai (rear); and the poet Ewald
Chr. v. Kleist (left). The granite pedestal was
designed by the architect Wilhelm Rettig and
has water basins on its right and left sides.
In 2014/2015 the Senate Department for
Urban Development and the Environment
commissioned extensive restoration and
preservation work on the Lasa marble sta-
tue of Lessing, the granite pedestal, and the
bronze parts of the memorial. Further, repro-
ductions of the two lost waterspouts were
made and installed as well as a simplified
version of the historic ornamental wrought-
iron railing around the monument, which
was removed in World War II. The piping for
the water basins was also modernised.
Diese blaue Informationstafel geht zurück auf eine Idee des Landesdenkmalamts. Weitere Tafeln desselben Designs existieren im gesamten Stadtraum Berlins. Die Tafeln sind gerahmt von einem Stahlgestell, die Texte und Bilder befinden sich auf einer beschichteten Kunststoffplatte.
Die Bildunterschriften entsprechend der Einbettung im Fließtext lauten:
[1] Lessing-Denkmal, 1903 (Landesarchiv Berlin, Fotograf:
Waldemar Titzenthaler) / Lessing Monument, 1903
(Landesarchiv Berlin, photograph by Waldemar Titzenthaler)
[2] Die Marmorstatue vor und nach der Restaurierung (Foto: Steinhof Restaurierung)
The marble statue before and after restoration (photo: Steinhof Restaurierung)
[3] Das Lessing-Denkmal am Rand des abgeholzten Tiergartens, 1945 (Archiv LDA Berlin)
Lessing Monument at the edge of the deforested Tiergarten, 1945 (Archive LDA Berlin)
[4] Teilfreilegung des unterirdischen Brunnenhauses, 2015 (Foto: ProDenkmal GmbH)
Excavation of the underground water well, 2015 (photo: ProDenkmal GmbH)
[5] Das Denkmal nach der Restaurierung, 2015 (Foto: Steinhof Restaurierung)
The Monument after restoration, 2015 (photo: Steinhof Restaurierung)
Angaben zu genutzten Quellen, Autorenschaft und Impressum:
Impressum
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Abt. V
Landesdenkmalamt Berlin, Gartendenkmalpflege
v.-Hinckeldey-Stiftung
in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Berlin-Mitte
Planung/Bauüberwachung:
ProDenkmal GmbH
Konzeption / Redaktion / Layout:
HORTEC Berlin
Dezember 2016

