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Charlotte Wolff

Riesenburg/Westpreußen (Prabuty/Polen) 30.9.1897 - London 12.9.1986

Laubenheimer Straße 10

In diesem Haus wohnte bis 1933 die Ärztin
CHARLOTTE WOLFF
30.9.1897 - 12.9.1986
Als Jüdin verfolgt, floh sie 1933 nach Frankreich
und emigrierte 1936 nach England
In London veröffentlichte sie vielbeachtete wissenschaftliche
Studien über eine psychologische Handlesemethode
Später fand sie Anerkennung für ihre Forschungen
zur weiblichen Homosexualität und zur Bisexualität
1978 reiste sie auf Einladung von Feministinnen
erstmals weder nach Berlin

Charlotte Wolff studierte Medizin in Freiburg und setzte ihre Studien in Königsberg, Tübingen und Berlin fort, wo sie 1928 promovierte. In der Stadt arbeitete sie bis zu ihrer Entlassung und früh einsetzenden Verfolgung im Frühjahr 1933. Sie ging zunächst nach Paris, von dort 1936 nach London. 1947 erhielt sie die britische Staatsbürgerschaft. Sie entwickelte eine spezielle Handlesetechnik in Verbindung mit Gestik, schrieb mehrere Bücher dazu und grundlegende Arbeiten zur weiblichen Homosexualität und zur Bisexualität. Deutsch und Deutschland waren ihr durch die Nazis grundlegend entfremdet worden.
Die Feministinnengruppe L74, im damaligen West-Berlin beheimatet, entdeckte Charlotte Wolff wieder und lud sie ein. 1978 schließlich kam sie erstmals wieder nach Berlin und fand große Resonanz.
Charlotte Wolffs letztes Werk war eine Biographie des Sexualforschers Magnus Hirschfeld.
Enthüllt wurde die Berliner Gedenktafel am 12.9.2016, dem 30. Todestag der Geehrten. Befestigt ist sie in einem Edelstahlrahmen auf dem Klinkermauerwerk links neben dem Eingang. Ein Grußwort kam von Kulturstaatssekretär Tim Renner, die Laudatio hielt Frau Professor Dr. Sabine Kröner. Abschließend gab es Lesungen aus der Korrespondenz zwischen Charlotte Wolff und der Schriftstellerin Christa Wolf aus den 1980er Jahren, vorgetragen von Mechtild Buschmann und Ruth Nube.

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