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Bona Peiser

26.4.1864 - 17.3.1929

Rungestraße 25-27

"...die in der Bibliothek vorhandenen geistigen Güter
zu lebendiger Wirksamkeit zu bringen."
Bona Peiser.
26.4.1864 - 17.3.1929
Die erste Bibliothekarin Deutschlands arbeitete von 1908 - 1929 in diesem Hause.
Im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Ethische Kultur leitete sie ab 1895 die
Erste Öffentliche Lesehalle zu Berlin. Bona Peiser trug entscheidend zur Entwicklung
der Berliner Büchereien bei und zur Gleichberechtigung von Frauen im Beruf.

Die Eisengusstafel mit goldfarbener Inschrift wurde am 10. September 1995 enthüllt. Das Zitat und der Name auf der Tafel sind in Handschrift wiedergegeben.

Bona Peiser war die erste hauptberufliche deutsche Bibliothekarin. Sie arbeitete nach Studienaufenthalten in England zunächst für den „Kaufmännischen Verband für weibliche Angestellte“, Alte Jakobstraße 20/21, dessen Bibliothek sie verwaltete. 1895 wurde ihr von der "Deutschen Gesellschaft für Ethische Kultur" die Leitung der ersten öffentlichen Lesehalle Berlins, Neue Schönhauser Straße 13 (im Gebäude der Volks-Kaffee- und Speisehallen-Gesellschaft) übertragen. 1899 wird der Lesehalle eine Ausleihbücherei angeschlossen. 1902 Umzug in die Münzstraße 11, 1908 dann in die Rungestraße 25-27, wo sie 1927 in eine städtische Volksbücherei umgewandelt wird. Die Lesehalle war für lange Zeit die einzige Möglichkeit zur praktischen Vorbereitung auf den Bibliotheksdienst und wurde zur Lehrstätte zahlreicher in den Beruf drängender Frauen aus bildungsbürgerlichen Familien. Bona Peiser hat Bahnbrechendes für den Beruf der Bibliothekarin in Deutschland und die Entwicklung des Volksbüchereiwesens in Berlin geleistet. Gelebt hat sie viele Jahre in der Kreuzberger Brandenburgstraße 11 (heute Lobeckstraße). Beigesetzt ist Bona Peiser auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee, Herbert-Baum-Straße (Markus-Reich-Platz), Feld L, Abt. II, Reihe 2. Nach einem Beschluss der BVV Kreuzberg heißt die Stadtteilbibliothek in der Oranienstraße 72 seit dem 27. August 1994 Bona-Peiser-Bibliothek. Im Eingangsbereich befindet sich eine Kopie der Tafel aus der Rungestraße.

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