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Berta Waterstradt

Kattowitz 9.8.1907 - Berlin 8.5.1990

Altheider Straße 21

In diesem Haus lebte und arbeitete
von 1953 bis zu ihrem Tod
die Schriftstellerin
Berta Waterstradt
9.8.1907 - 8.5.1990

Sie zog 1925 nach Berlin und trat 1930 oder 1931 der KPD bei, schrieb u.a. für die „Rote Fahne” und die „Linkskurve”. Bereits 1933 wurde sie kurzzeitig verhaftet, ging nach ihrer Freilassung nach Großbritannien und kehrte bereits 1934 nach Deutschland zurück.
1935 wurde sie erneut verhaftet und wegen des Verfassens antifaschistischer Gedichte zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Ihr „arischer“ Mann sicherte ihr Überleben. Ihre Mutter und ihre Schwester waren bereits 1934 nach Palästina geflüchtet.
Ab Juni 1945 arbeitete sie beim Berliner Rundfunk, 1953 wurde sie freie Autorin. Sie schrieb Kabarettszenen, Hörbilder und Hörspiele, provozierte mit dem Essay „Sind wir nicht alle Opfer des Faschismus?”.
Ihr Hörspiel „Während der Stromsperre” wurde zur Vorlage für den DEFA-Film „Die Buntkarierten”. Dafür erhielt sie den neugeschaffenen Nationalpreis der DDR. Sie schrieb auch die Drehbücher für die Filme „Besondere Kennzeichen: keine” und „Ehesache Lorenz”, weiterhin Theaterstücke, z.B. „Die Männer sind alle Verbrecher”. Von 1956 bis zu ihrem 80. Geburtstag war Mitarbeiterin für die Zeitschrift „Das Magazin”. 1985 erschien ein autobiographischer „Blick zurück und wundre dich”. Anfang Mai 1990 wurde sie in ihrer Wohnung in einer Blutlache aufgefunden.
Die Todesursache ist nicht bekannt. „Zur DDR und ihrer Kulturpolitik war sie in den letzten Lebensjahren zunehmend auf Distanz gegangen.” (ND, 10.8.2007) Ihr Grab befindet sich auf dem Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee.
Die Idee zur Ehrung geht auf eine Initiative des Festkomitees Adlershof zurück und wurde unterstützt vom Heimatmuseums Treptow-Köpenick und der Wohnungsbaugesellschaft ARWO. An der Enthüllung der schwarzen Granittafel an ihrem 100. Geburtstag nahmen die mit ihr befreundeten Schriftstellerinnen Renate Holland-Moritz und Ellfriede Brüning sowie BVV-Vorsteher Siegfried Stock und der stellvertretende Bezirksbürgermeister Michael Schneider teil.

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