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Bernhard Lichtenberg

Ohlau/Schlesien (Oława/Polen) 3.12.1875 - Hof 5.11.1943

Bernhard-Lichtenberg-Platz Seidelstr.-Bernauer Str.

Bernhard Lichtenberg Platz
Bernhard Lichtenberg *3.12.1875 +5.11.1943
stellvertretend für alle Widerstandskämpfer
gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft

In der Krypta der St. Hedwigs-Kathedrale befindet sich die Grabstätte Lichtenbergs, der seit 1937 Dompropst an St. Hedwig war. Er wurde nach anhaltenden Protesten gegen die Verbrechen in den Konzentrationslagern, dem Einschließen verfolgter Juden in seine Gebete und seinem Eintreten gegen die Ermordung behinderter Menschen am 23.10.1941 verhaftet und zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Nach der Haftverbüßung sollte er in das KZ Dachau gebracht werden. Auf dem Transport dorthin starb er. Die Trauerfeier fand am 15.11.1943 in der St. Sebastian-Kirche auf dem Gartenplatz (Wedding) statt. In der Kirche waren etwa 4000 Menschen, vor ihr warteten an tausend weitere. Die Beisetzung erfolgte auf dem St. Hedwigs-Friedhof an der Liesenstraße, von dem ein Teil für den "Todesstreifen" nach dem 13. August 1961 eingeebnet wurde. Lichtenbergs sterbliche Überreste wurden am 26.8.1965 in die Krypta der St. Hedwigs-Kathedrale überführt. Am 23.6.1996 wurde er von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen - sechs Tage nachdem das Landgericht Berlin das Nazi-Urteil gegen ihn aufgehoben hatte.

Der Gedenkstein (Findling mit aufgesetzter Tafel) wurde im Herbst 1985 enthüllt.

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