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Ansicht Gedenktafel Beethoven-Haydn-Mozart-Denkmal
Ansicht Gedenktafel Beethoven-Haydn-Mozart-Denkmal - Bild 1

Beethoven-Haydn-Mozart-Denkmal

Map Großer Tiergarten

Beethoven-Haydn-Mozart-Denkmal

Der Tiergarten erhielt seine erste Prägung
als gestalteter Park bereits in frideriziani-
scher Zeit in der Mitte des 18. Jahrhunderts.
Unter der Leitung des Surintendanten Ge-
org Wenzeslaus von Knobelsdorff (1699-
1753) ließ Friedrich II. (1712-1786) den schon
seit 1718 nicht mehr für höfische Jagden
genutzten Tiergarten in einen Volksgarten
umgestalten. Um 1750 legte Knobelsdorff
im östlichen Tiergarten das Venusbassin
an, dessen südliche Stirnseite durch eine
Kopie der Venus von Capua geschmückt
wurde.

Auf Geheiß des Kaisers Wilhelm II. (1859-
1941) erfolgte im Jahr 1904 die Aufstellung
des Denkmals für die Komponisten
Beethoven, Haydn und Mozart am ehema-
ligen Standort der Venus. Der Bildhauer
Rudolf Siemering (1835-1905) hatte das ca.
10 Meter hohe Denkmal in den Jahren 1892-
1904 aus griechischem und Tiroler Marmor
geschaffen. Die vergoldeten Metallapplika-
tionen wurden als Bronzegüsse und als
Kupfer-Galvanoplastiken ausgeführt.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde
das Denkmal stark beschädigt. Diverse
Einschüsse zeugen von den Kampfhand-
lungen der letzten Kriegstage. Die origina-
len seitlichen Metallgehänge und marmor-
nen Schwanenhälse gingen in der Zeit um
1945 verloren. Jahrzehntelang war das
Denkmal durch seine Lage direkt neben
der als Konsequenz des Mauerbaus errich-
teten Entlastungsstraße völlig entwertet.

Im Zusammenhang mit dem Bau des Tier-
garten-Tunnels erfolgte im Jahre 1996 die
vollständige Demontage und Einlagerung
des Denkmals.

Auf Grundlage einer durch die Senatsver-
waltung für Stadtentwicklung Berlin beauf-
tragten und durch das Landesdenkmalamt,
Gartendenkmalpflege, betreuten restaura-
torischen Bestandserfassung der ca. 150
erhaltenen Elemente, erfolgte ab dem Jahre
2000 die Entwicklung einer Konzeption
zur Restaurierung und Wiederaufstellung
des Monuments am originalen Standort.
Drastische Schäden machten eine Tiefen-
konservierung aller Marmor-Bauteile im
sogenannten Acrylharz Volltränkungs-
verfahren unerlässlich. Ausschlaggebend
für die erfolgreiche Umsetzung der Restau-
rierungskonzeption war eine vorgeschaltete
Entfernung von Kupfersalzen aus den Mar-
morelementen. Jahrzehntelange Korrosi-
onsprozesse hatten zu einer fast
flächendeckenden Kontamination des
Denkmals mit wasserunlöslichen Kupfer-
verbindungen aus den Metallelementen
und einer Grünfärbung des Marmors
geführt. In den Jahren 2001-02 konnten im
Rahmen eines mit Mitteln der Deutschen
Bundesstiftung Umwelt sowie der Senats-
verwaltung für Stadtentwicklung Berlin
geförderten Modellvorhabens die färbenden
Kupfersalze aus sämtlichen Bauteilen fast
vollständig entfernt werden.

Im Zuge der Restaurierung erfolgten eine
sorgfältige konservatorische Behandlung
aller Denkmalelemente sowie die Rekon-
struktion verlorener gestalterischer Elemen-
te, wie der Schwanenhälse und der seitli-
chen Gehänge nach historischen Fotos.
Kleinere Beschädigungen, namentlich die
Einschüsse aus dem Zweiten Weltkrieg,
wurden jedoch nicht überdeckt.

Die Restaurierung und Wiederaufstellung
währten von Dezember 2004 bis zum Feb-
ruar 2007. Die anschließende denkmalge-
rechte Wiederherstellung der Grünanlage
und Bepflanzung konnten im April 2007
abgeschlossen werden.

Durch das gewählte Restaurierungsverfah-
ren war es möglich, das Beethoven-Haydn-
Mozart-Denkmal zu über neunzig Prozent
aus originalen Bauteilen am ursprünglichen
Standort wiederzuerrichten. Dank der Tie-
fenkonservierung des Marmors kann dieser
als langfristig witterungsresistent gelten.

So wird das von Rudolf Siemering gewollte
Zusammenspiel leuchtenden Goldes mit
weißem Marmor wieder unmittelbar deut-
lich und ein der Tradition der Bildhauer-
schule von C. D. Rauch noch verpflichtetes,
aber sich schon der Mittel des Symbolis-
mus bedienendes Werk an seinem ange-
stammten Platz wieder erlebbar, ohne dass
die Spuren seiner Geschichte verwischt
würden.

Beethoven-Haydn-Mozart monument

The Tiergarten Park was originally an area
set aside for court hunting, but in the 18th
century, Frederick II commissioned Georg
Wenzeslaus von Knobelsdorff (1699-1753)
to convert it into a public park. In 1750,
Knobelsdorff erected the Venus pool in the
eastern part of the Tiergarten, with a copy
of the Venus of Capua at the southern end.

At the end of the 19th century, a monument
to the composers Beethoven, Haydn, and
Mozart was commissioned by Kaiser Wil-
helm II to be erected on the former site of
the Venus statue. The sculptor Rudolf Sie-
mering (1835-1905) created the 10 metre
high monument using Greek and Tirolean
marble in 1892-1904. The gilded metal de-
corations were produced by bronze casting
and copper galvanoplasty.

During World War II, the monument suf-
fered considerable damage, and scars
caused by bullet impacts still bear witness
to the final days of combat. The original
metal masques and garlands as well as the
marble swans' necks were lost around 1945.
In the following decades, in which the city
was divided, the monument was in a very
isolated location until the fall of the Berlin
Wall. In 1996, the monument was comple-
tely disassembled to avoid damage during
the construction of the Tiergarten tunnel,
and the pieces went into storage. After a
survey of some 150 preserved elements com-
missioned by the Berlin Department of
Urban Development and the Office of His-
torical Monuments, planning began in the
year 2000 on the restoration and re-erection
of the monument at the original location.
Decades of unhindered corrosion had led
to the discoloration of the marble with
copper salts, and these first had to be re-
moved. The marble elements were then
treated with a deep-impregnation of acrylic
resin. With funding from the German En-
vironment Foundation and the Department
of Urban Development, almost all of the
copper salt could be removed from the
preserved marble elements in 2001-02.

The restoration involved the careful con-
servation of all historical elements and the
reconstruction of various features that had
been lost, such as the swans' necks and
the garlands, working on the basis of his-
torical photographs. Some damages, such
as the bullet scars from World War II, were
not repaired.

The restoration and reassembly took more
than two years, and the subsequent land-
scaping work was completed in August


2007. The restoration process made it pos-
sible to use more than ninety percent of
the original components when re-erecting
the Beethoven-Haydn-Mozart monument
on the historical site. With the impregna-
tion of the marble the monument should
be able to withstand exposure to wind and
weather for many years.

Rudolf Siemering followed the tradition of
the school of sculpture of C. D. Rauch,
but was already influenced by symbolism.
While no attempts have been made to cover
the traces of history, the interplay of white
marble and gold can be experienced as
intended by the sculptor, in the original
setting.

Diese blaue Informationstafel geht zurück auf eine Idee des Landesdenkmalamts. Weitere Tafeln desselben Designs existieren im gesamten Stadtraum Berlins. Die Tafeln sind gerahmt von einem Stahlgestell, die Texte und Bilder befinden sich auf einer beschichteten Kunststoffplatte. 

Die Bildunterschriften entsprechend der Einbettung im Fließtext lauten:
[1] Plan des Tiergartens, sog. Akademie-Plan. Anonym, 1765
[2] Das Beethoven-Haydn-Mozart-Denkmal bei Eröffnung, 1904
[3] Das Venus-Bassin mit der Statue der Venus. Gemälde von Ph. Hackert, 1760
[4] Der Große Tiergarten um 1945
[5] Unmittelbar vor der Demontage, 1996
Aufnahme: Landesdenkmalamt Berlin
[6] Der Denkmalkern nach Demontage aller erhaltenen
Originalelemente, 2000
Aufnahme: Restaurierung am Oberbaum, Berlin

Angaben zu genutzten Quellen, Autorenschaft und Impressum:
Impressum:

Restaurierung am Oberbaum, Berlin 2009 in Zusammenarbeit mit der 
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin and dem
Landesdenkmalat Berlin, Abt. Gartendenkmalpflege

 

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