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Arno Philippsthal

Güsten/Anhalt 13.9.1887 - Berlin 3.4.1933

Oberfeldstraße 10

HIER WOHNTE DER
WIDERSTANDSKÄMPFER
DR. ARNO
PHILIPPSTHAL
GEB. AM 13.9.1887
VON FASCHISTEN AM
3.4.1933 ERMORDET
EIN WOHLTÄTER UND
VERDIENTER
ARZT DES VOLKES

Philippsthal machte sein Abitur im seinem Heimatort nahegelegenen Bernburg und studierte in München, Berlin und Leipzig. Nach dem Ersten Weltkrieg, in dem er als Militärarzt gedient hatte, ließ er sich mit seiner Praxis in der Marzahner Straße 10 (heute Oberfeldstraße) nieder. Er „führte auch kleine chirurgische Eingriffe durch, zog Zähne oder linderte die Leiden mancher Haustiere. Seine Honorare machte der Arzt abhängig von den finanziellen Verhältnissen seiner Patienten. So verdankten einige Biesdorfer dem Arzt eine Gratisbehandlung." (Berliner Wochenblatt, Ausgabe Marzahn, 30.1.2002, S.3) Nach der Machtübergabe wurde er schon bald von den Nazis drangsaliert, dann der ärztlichen Hilfeverweigerung beschuldigt. Diese Anschuldigung wie auch angebliche „abfällige Bemerkungen über das Horst-Wessel-Lied" dienten als Vorwand für seine Verschleppung in das SA-KZ (sog. "Wildes KZ") in der General-Pape-Straße (Tempelhof) am 21.3.1933. Er muss gleich zu Beginn furchtbar misshandelt worden sein. Am 3. April 1933 erlag er den erlittenen Folterungen. Details zum Leben und Sterben Philippsthals stehen in: Kulturbund e.V. (Hrsg.), Juden in Lichtenberg, Berlin 1995, S. 349ff.

Beigesetzt ist Philippsthal in einem Ehrengrab auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee, Herbert-Baum-Straße 45 (Markus-Reich-Platz), Feld H 7 Reihe 30 (ggü. Feld G 7). Die links neben dem Eingang zu einem Ladengeschäft in den Putz eingelassene Tafel stammt aus den 1970er Jahren. Eine erste Tafel wurde bereits 1952 angebracht.

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