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Altes Stadthaus (Geschichte)

Jüdenstraße

Altes Stadthaus
Das Alte Stadthaus entstand 1902-1911
als Erweiterungsbau für das Berliner Rat-
haus, das schon nach wenigen Jahren für
die Verwaltung der Millionenstadt zu klein
geworden war. Dem Neubau musste nun ein
ganzer Wohnblock weichen.
Für das funktionale Bürogebäude entwarf Stadtbaurat
Ludwig Hoffmann (1896-1924) eine repräsentative Fassade
und machte das Haus durch einen Festsaal für 1.500 Per-
sonen zu einem Ort des gesellschaftlichen Lebens. Der
Stadtbaurat selbst zog mit seiner Behörde in den Neubau
ein; weitere Nutzer folgten.
Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg
und Wiederaufbau war das Gebäude ab
1955 Amtssitz der Ministerpräsidenten der
DDR und Haus des »Ministerrats«.
Hier unterzeichneten Vertreter von Berlin
(West), der Bundesrepublik Deutschland
und der DDR 1971/72 Verträge, die den
Reise-, Besuchs- und Güterverkehr zwischen
den beiden Teilen Deutschlands regelten.
Nach der friedlichen Revolution von 1989/90
hielt die erste frei gewählte Regierung der
DDR unter Ministerpräsident Lothar de Maizière im Alten
Stadthaus ihre Kabinettssitzungen ab. Auch der Vertrag über
die Herstellung der deutschen Einheit und der Staatsvertrag
zur Währungsunion wurden hier beraten. Heute sind die
Berliner Senatsverwaltung für Inneres und
Sport sowie das Landesdenkmalamt die
Hauptnutzer des Gebäudes.
The Altes Stadthaus was built between
1902 and 1911 as an addition to Berlin’s
town hall, which, within a few years of its
construction, had become too small for the
administration of the fast-growing city. An
entire residential block was demolished to
make room for the new building.
The city planner Ludwig Hoffmann (1896-/1924 designed a prestigious facade for this functional
office bilding. A ball room with space for 1,500 people
made the building a centre of social life.
Hoffmann himself moved into the new building with his
department and other authorities followed.
The building was partly destroyed in the
second world war. It was rebuilt and became
the official seat of the prime minister of the
GDR and the „House of the Council of
Ministers”.
It was here in 1971/72, that representatives
of West Berlin, the Federal Republic of Ger-/many and the GDR signed treaties governing
the movement of people and goods between
the two parts of Germany.
After the peaceful revolution of 1989/90,
the GDR’s first freely elected government, led by prime
minister Lothar de Maizière, held their cabinet meetings
in the Altes Stadthaus. The treaties of German reunification
and currency union were also discussed here. Today,
the main users of the building are Berlin’s municipal department of interior affairs and sports
and the department responsible for the
city’s monuments.

Seit dem 3. November 2008 erinnert in deutscher und englischer Sprache diese schlanke, gerahmte Glastafel vor dem Alten Stadthaus an die Geschichte des Bauwerks. Enthüllt wurden die Tafeln vom Senator für Inneres und Sport, Dr. Ehrhart Körting, und dem Geschäftsführer der Berliner Immobilienmanagement GmbH, Sven Lemiss. Beide Verwaltungen haben sie initiiert, finanziert wurden sie ebenfalls von ihnen mit Unterstützung der Senatskanzlei und des Landesdenkmalamts. Gestaltet wurde sie von Helga Lieser. Auf der rechten Seite zeigt sie fünf Abbildungen, auf die im Text verwiesen wird. Die Tafel wurde rechts neben dem Eingang aufgestellt.

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