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Alfred Döblin

Stettin 10.8.1878 - Emmendingen/Baden 26.6.1957

Kaiserdamm 28

In diesem Hause wohnte und praktizierte als Arzt
von 1930 bis 1933
ALFRED DÖBLIN
10.8.1878-26.6.1957
Schriftsteller, Dramatiker, Essayist
Er emigrierte aus Hitler-Deutschland am Tag
nach dem Reichstagsbrand
Seine Werke - darunter der Roman »Berlin Alexanderplatz«
fielen der Bücherverbrennung zum Opfer
Gefördert aus Mitteln der Stiftung Preußische Seehandlung

Bis 1913 wohnte der Arzt und Schriftsteller ("Berlin-Alexanderplatz", "November 1918", "Reise in Polen") in der Blücherstraße 18, anschließend hatte er Wohnung und Praxis in der Frankfurter Allee 104. 1919 zog er in die Frankfurter Allee 340 (heute Karl-Marx-Allee 131, dort steht seit 1992 eine Büste von ihm) und 1930 schließlich hierher in den Berliner Westen. Noch am 28.2.1933, unmittelbar nach dem Reichstagsbrand, flüchtete der "verbrannte Dichter" über die Schweiz nach Frankreich, dessen Staatsbürgerschaft er 1936 erhielt. Im August 1940 gelang ihm und seiner Familie die Flucht über Marseille und Lissabon in die USA. Am 9. November 1945 kehrte er nach Deutschland (Baden-Baden) zurück und begann „seine Arbeit als Chargé de Mission, d.h. als Angestellter der französischen Militärregierung im Rang eines Offiziers" (Hans-Ulrich Wagner, Rückkehr in die Fremde? Remigranten und Rundfunk in Deutschland 1945 - 1955 [Begleitbuch zur Ausstellung], Berlin 2000, S. 120). Er stellte seine Arbeit „ganz unprätentiös in den Dienst der re-éducation, in der er die Chance einer moralischen Erneuerung sah" (ebd., S. 121). Ab 1950 wurde er schrittweise aus seiner Tätigkeit verdrängt, so dass er schließlich dem mit ihm befreundeten Bundespräsidenten Theodor Heuss in einem Brief vom 28.4.1953 mitteilte, dass er Deutschland wieder verlassen werde: „Es war ein lehrreicher Besuch, aber ich bin in diesem Lande, in dem ich und meine Eltern geboren sind, überflüssig." (ebd., S. 122) Zwei Tage nach seinem Tod wurde er in Housseras/Ost-Vogesen neben seinem Sohn Wolfgang beigesetzt.

Die Enthüllung der Berliner Gedenktafel rechts neben dem Eingang war (zunächst als Provisorium) am 13.5.2003 in Anwesenheit des 86jährigen Sohnes Claude Döblin.

Mitte März 2005 wurde die Tafel von Unbekannten gestohlen. Später wurde eine Neuanfertigung wohl aus Schutzgründen an der rechten Wand im Hausflur ohne Edelstahlrahmen auf der Holzvertäfelung angebracht und außen im Edelstahlrahmen eine entsprechend gekennzeichnete Kopie. Gegenüber der Fassung der (provisorischen) Erstanbringung wurde im späteren Original der Schriftverlauf geringfügig geändert.

Am 19.3.2014 wurde auch auf der Fassade im Edelstahlrahmen wieder eine Berliner Gedenktafel angebracht. Ein Umhängen der im Hausflur angebrachten Tafel war nicht möglich, weil die Gefahr bestand, dass sie dabei zerbrechen könnte. So gibt es jetzt am und im Haus zwei Döblin-Tafeln.

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