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Verfolgte Stadtverordnete und Magistratsmitglieder

Rathausstraße 15

Wir gedenken der Gross-Berliner Stadt-
verordneten und Magistratsmitglieder
der Jahre 1920 - 1933, die von den Natio-
nalsozialisten verfolgt, vertrieben und
ermordet wurden. 34 von ihnen verlo-
ren dabei ihr Leben. Wir gedenken auch
der von den Nationalsozialisten ver-
folgten und vertriebenen Stadtverord-
neten, die im sowjetischen Exil durch sta-
linistische Verfolgung ihr Leben verloren.
Das Abgeordnetenhaus und der Senat von Berlin

Eduard Alexander
*14. März 1881, Essen
KPD, Stadtverordneter 1921-25
+1. März 1945, KZ Bergen-Belsen
Bruno Asch
*23. Juli 1891, Wollstein
SPD, Stadtkämmerer 1931-33
+15. Mai 1940, Amsterdam
Fritz Ausländer
*24. November 1885, Königsberg
KPD, Stadtrat 1926-28
+21. Mai 1943, Berlin
Konni Behrendt
*4. August 1902, Berlin
KPD, Stadtverordnete 1929-33
+20. Mai 1943, Zuchthaus Luckau
Karl Bublitz
*19. Januar 1882, Posen
USPD/SPD, Stadtverordneter 1921-33
+Januar 1945, KZ Sachsenhausen
Emil Buchholz
*17. Mai 1884, Driewcen
SPD, Stadtverordneter 1929-33
+30. April 1945, KZ Sachsenhausen

Hermann Clajus
*17. Februar 1881, Leisnig
USPD/SPD, Stadtverordneter 1920-21/25-33
+18. März 1933, Berlin
Fritz Elsas
11. Juli 1890, Cannstatt
DDP, Bürgermeister 1931-33
+1945, KZ Sachsenhausen
Horst Fröhlich
*19. Juli 1891, Ratibor
KPD, Stadtrat 1930
+4. Januar 1943, KZ Auschwitz
Kurt Gärtner
*26. Juni 1879, Finsterwalde
SPD, Stadtverordneter 1925-33
+15. Dezember 1944, KZ Sachsenhausen
Erich Gentsch
*1. August 1893, Altenburg
KPD, Stadtverordneter 1933
durfte sein Amt nicht antreten
+24. August 1944, Stuttgart
Martha Henschke
*19. Juni 1879, Berlin
DDP, Stadtverordneter 1929-33
wahrscheinlich 1943 in Berlin erschossen

Gotthard Hoffmann
*26. April 1905 Warnsdorf
KPD, Stadtverordneter 1933
durfte sein Amt nicht antreten
+2. August 1941, KZ Sachsenhausen
Leonhard Holz
*11. Juli 1882, Berlin
SPD, Stadtverordneter 1920-21
+1945, KZ-Haft
Karl Holzfäller
*5. Februar 1884, Köslin
KPD, Stadtverordneter 1921-29
+29. Januar 1945, Zuchthaus Brandenburg-Görden
Luise Kautsky
*11. August 1864, Wien
USPD, Stadtverordnete 1920-21
+Dezember 1944, KZ Auschwitz
Siegfried Kawerau
*8. Dezember 1886, Berlin
SPD, Stadtverordneter 1925-30
+17. Dezember 1936, Pustchow
Bernhard Lichtenberg
*3. Dezember 1875, Ohlau
Zentrum, Stadtverordneter 1920-21/25
+5. November 1943, Hof

Julius Moses
*2. Juli 1886, Posen
USPD/SPD, Stadtverordneter 1921-25
+24. September 1942, KZ Theresienstadt
Joseph Nawrocki
*10. Februar 1880, Lieniew
USPD/KPD, Stadtverordneter 1920-24
+27. April 1941, Zuchthaus Sonnenburg
Karl Olbrysch
*24. November 1902, Essen
KPD, Stadtverordneter 1933
durfte sein Amt nicht antreten
+2. Juli 1940
Otto Oldenburg
*21. Juni 1894, Berlin
KPD, Stadtverordneter 1920-33
+11. März 1942, KZ Sachsenhausen
Georg Oppel
*10. Februar 1875, Schlochau
SPD, Stadtverordneter 1925-26
+16. April 1936, Berlin
Rudolf Perl
*6. Januar 1907, Berlin
KPD, Stadtverordneter 1933
durfte sein Amt nicht antreten
+6. Juli 1934, Spanien

Frieda Rosenthal
*9. Juni 1891, Berlin
KPD, Stadtverordnete 1924-33
+15. Oktober 1936, nicht angegeben
Moritz Rosenthal
*16. April 1893, Nikoleiken(!)
DDP, Stadtverordneter 1921-29
+1945, KZ Auschwitz
Hermann Scheffler
*12. Februar 1893, Königsberg
KPD, Stadtverordneter 1929-31
+19. September 1933, Berlin
Max Sellheim
*26. Juni 1883, Berlin
SPD, Stadtverordneter 1923-29
+3. Mai 1945 Siggelkow
bei Sachsenhausen
Jenny Stock
*7. Mai 1869, Magdeburg
SPD, Stadtverordnete 1923-25
1942 deportiert
Georg Stolt
*22. November 1879, Hamburg
USPD/SPD, Stadtrat 1920-24
Stadtverordneter 1920-21/24-25
+21. Januar 1934, Berlin-Moabit

Georg Streiter
*14. Dezember 1884, Berlin
DVP, Stadtverordneter 1920-25
+November 1944, KZ Flossenbürg
Röschen Wollstein
*13. Juni 1878, Berlin
SPD, Stadtverordnete 1933
1942 deportiert
Martha Wygodzinski
*2. Juli 1869, Berlin
SPD, Stadtverordnete 1920-25
+27. Februar 1943, KZ Theresienstadt
Eduard Zachert
*8. März 1881, Berlin
SPD, Stadtverordneter 1923-25
+22. Juli 1943, Plötzensee

Leo Friedlaender
*7. Mai 1895, Posen
KPD, Stadtverordneter 1933
durfte sein Amt nicht antreten
+im sowjetischen Exil
Arthur Golke
*14. Oktober 1886, Danzig
KPD, Stadtverordneter 1933
durfte sein Amt nicht antreten
+im sowjet. Exil, verhaftet 1937
Johanna Ludewig
*28. März 1891, Berlin
KPD, Stadtverordnete 1920-21
+im sowjet. Exil, verhaftet 1937
Paul Scholze
*13. April 1886, Dresden
KPD, Stadtverordneter 1929-32
+Mai 1938 im sowjetischen Exil
in Magadan

Die 1,60m x 1,60m große Leichtmetalltafel wurde von der Grafikerin Helga Lieser gestaltet und am 12. Juli 2000 am oberen Ende der Haupttreppe rechts an der Wand enthüllt. Auf ihr sind fünf Reihen zu je sechs Acryltafeln mit den Namen und Lebensdaten gesetzt. Die untere sechste und siebente Reihe umfaßt jeweils nur vier Tafeln, dafür ist in die Mitte eine größere Metalltafel eingefügt mit der im Oktober 2001 erweiterten Inschrift.

Auf den einzelnen Personentafeln sind jeweils rechtsbündig untereinander Vor- und Zuname, Geburtstag und -ort, Parteizugehörigkeit sowie Funktion und Jahresangaben, ggf. der Hinweis „durfte sein Amt nicht antreten“, Todesdatum und Sterbeort angegeben. Die Wiedergabe erfolgt hier in der Reihenfolge der Reihen, links oben beginnend.

Die 7. Reihe wurde im Oktober 2001 ergänzt, ebenso wurde zu diesem Zeitpunkt die entsprechend ergänzte mittlere Tafel angebracht.

Bereits am 7.9.1989 wurden zwei Metalltafeln links vom Haupteingang angebracht. Die Inschriften lauteten:

Hier wirkten als Stadtverordnete 
Paul
Singer von 1883 bis 1911 
Karl Liebknecht von 1902 bis 1913 
Wilhelm Pieck von 1929 bis 1933

Dem ehrenden Gedenken der 
Stadtverordneten, die von 1920 bis 1933 
in diesem Hause wirkten und die 
nach 1933 Opfer des 
faschistischen Terrors wurden

Beide Tafeln wurden Ende 1990/Anfang 1991 demontiert und dem Hausmeister übergeben. Ihr Verbleib konnte nicht geklärt werden.

Paul Singer (Berlin 16.1.1844 - Berlin 31.1.1911) war Vorsitzender der Berliner SPD und von 1890 bs zu seinem Tode einer der beiden Vorsitzenden der SPD, seit 1884 Mitglied und seit 1885 Fraktionsvorsitzender der sozialdemokratischen Fraktion im Deutschen Reichstag. Auch der Stadtverordnetenversammlung gehörte er seit 1883 an. Sein Herz gehörte dem von ihm mitbegründeten "Berliner Asyl-Verein für Obdachlose". Als der populäre Politiker „am 5. Februar (1911) zu Grabe getragen wird, geben ihm Hunderttausende Berliner Arbeiter das Geleit". Sein Grabmal - geschmückt von einem schwarzen Obelisken - befndet sich auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde (Gedenkstätte der Sozialisten), Gudrunstraße 20.

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