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Hermann Duncker

Hamburg 24.5.1874 - Bernau b. Berlin 22.6.1960

Treskowallee 114

Hermann Duncker
geboren in Hamburg am 24.5.1874 | gestorben in Bernau bei Berlin 22.6.1960
Nationalökonom | Historiker | Philosoph | Lehrer
Der Sohn eines Kaufmanns war seit 1893 für die SPD als Funktionär, Wanderredner
und Lehrer an der zentralen Parteischule aktiv. 1918/19 gehörte er als Mitglied des
Spartakusbundes zu den Begründern der KPD. Danach wirkte er in der linken
Landesregierung in Gotha als Regierungssekretär und wurde erneut als Lehrer an
Parteischulen und Herausgeber marxistischer Schriftenreihen tätig.
1933 verhaftet und unter Aufsicht gestellt, emigrierte Duncker 1936 über Dänemark,
England, Frankreich und Marokko in die USA. Von dort kehrte er 1947 nach Deutsch-
land in die Sowjetische Besatzungszone zurück. 1949 wurde das SED-Mitglied zum
Direktor der Bundesschule des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes in Bernau
bei Berlin berufen.
Von 1926-1933 wohnte Hermann Duncker mit seiner Frau Käte Duncker, geb. Döll
(1871-1953) in der Junker-Jörg-Straße in Karlshorst. Die Lehrerin war zunächst in der
SPD, ab 1919 in der KPD aktiv. Der jüngere Sohn Wolfgang (geb. 1909) kam 1942
im stalinistischen Gulag um. Der ältere Sohn Karl (geb. 1903) nahm sich 1940 im
Exil in den USA das Leben.
Von 1961 bis 1992 war ein Teil der Treskowallee nach Hermann Duncker benannt.
Das von Walter Howard (1920-2005) gestaltete Denkmal wurde 1976 eingeweiht.
[Unten links erläutert ein Zusatztext in kleinerer Schrift:]
Die Fachkommission des Senats von Berlin zum Umgang mit den politischen
Denkmälern der Nachkriegszeit im damaligen Ost-Berlin empfahl am 15. Februar
1993 mehrheitlich, “das Denkmal, für die Mitte von Karlshorst auch von städte-
baulicher Bedeutung, soll erhalten bleiben”.

Die Tafelenthüllung fand am 31.8.2021 statt. Es sprachen Bezirksbürgermeister Michael Grunst, der Vorsitzende der bezirklichen Gedenktafelkommission Manfred Becker und der Historiker Prof. Dr. Jürgen Hofmann.

Finanziert wurde die auf einem Eisensockel befestigte Edelstahltafel am Rande des Gehwegs in einer kleinen Grünanlage vor dem Denkmal aus dem Lichtenberger Fonds für Erinnerungskultur. Design und Gestaltung lagen in den Händen von Helga Lieser.

Die Wohnanschrift des Ehepaares in Karlshorst lautete Junker-Jörg-Straße 16, ab 1933 wohnten sie in Tempelhof, Wittekindstraße 84.

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