zurück zur Suche

Georg Schlesinger

Berlin 17.1.1874 - London-Wembley 6.10.1949

Straße des 17. Juni 135

Zur Erinnerung an
Georg Schlesinger
1874 - 1949
Professor
an der Technischen Hochschule Berlin
und Inhaber des Lehrstuhls für
Werkzeugmaschinen und Fabrikbetriebe
von 1904 bis zu seiner Vertreibung 1933

Als 30jähriger wurde Schlesinger am 20.7.1904 auf den neugeschaffenen Lehrstuhl für Werkzeugmaschinen, Fabrikanlagen und Fabrikbetriebe berufen. In den 20er „schaute die Fachwelt in Europa, USA, Rußland und Japan nach Charlottenburg“, so Prof. Dr. Spur, Günter vom Produktionstechnischen Zentrum. Im März 1933 wurde Schlesinger von langjährigen Mitarbeitern als Jude wegen angeblicher „Werksspionage“ und des „Verrats militärischer Geheimnisse“ denunziert und saß von Ende April bis November des Jahres in Untersuchungshaft. Seine zwischenzeitlich erfolgte Entlassung mußte zwar zurückgenommen werden, aber er wurde rückwirkend zum 1.1.1934 „in den Ruhe­stand“ versetzt und verließ Deutschland. Der Weg der Emigration führte ihn über Zürich (Gastdozentur an der ETH Zürich ab März 1934) und Brüssel nach London, wo er am Forschungsinstitut in Loughborough wirkte. Eine ihm angetragene Pro­fessur am von ihm von Anfang an mit betreuten Technion in Haifa schlug er aus. Er gilt, so TU-Präsident Hans Jürgen Ewers bei der Tafelenthüllung, „als einer der herausragendsten Vertreter des Maschinenbaus in diesem Jahrhundert“. Die Bronzetafel an der Südseite des Reuleaux-Hauses (Gebäude des ehemaligen Versuchfeldes für Werkzeugmaschinen) wurde am 5.10.1999 enthüllt.

zurück