zurück zur Suche

Friedrich Küter

Stralau 19.5.1879 - KZ Sachsenhausen April 1945

Alt-Mariendorf 53

Hier wohnte seit 1912
FRIEDRICH KÜTER
19.5.1879 - 1945
Tempelhofer Kommunalpolitiker der USPD bzw. SPD
Erster Vorsteher der Tempelhofer Bezirksversammlung (1920)
Verwirklichte als Bezirksstadtrat
den Volkspark Mariendorf (1931)
1933 entlassen, seit Mai 1944 im KZ Sachsenhausen
1945 verschollen

Der Kaufmann Küter war seit 1900 Mitglied der SPD, später der USPD, dann wieder der SPD. Er zog (sehr wahrscheinlich) erst im Jahr 1913 mit seiner Familie aus Karlshorst in die Mariendorfer Dorfstraße 2 (heute Alt-Mariendorf 53 Ecke Forddamm). Seit Mitte 1920 war er kommunalpolitisch in der Bezirksverordnetenversammlung des neugebildeten Berliner Bezirks Tempelhof aktiv. Im Herbst desselben Jahres wurde er zum ersten Bezirksverordnetenvorsteher gewählt. Im Februar 1921 wurde er unbesoldeter Stadtrat. Sein besonderes Interesse galt den Grünanlagen. So wurde er der „Vater" des im Juni 1931 eingeweihten Volksparks Mariendorf. Zwar kandidierte er noch 1933 auf Platz 3 des Listenvorschlags der SPD, konnte sein Mandat aber nicht mehr wahrnehmen. Auch aus seiner beruflichen Tätigkeit beim Bezirksamt Kreuzberg wurde er umgehend entlassen. Im April 1944 wurde festgenommen und im Polizeigefängnis für einige Wochen inhaftiert. Nur einen Tag nach seiner Freilassung wurde er sofort wieder verhaftet und ohne Verfahren in das KZ Sachsenhausen gebracht. Von dort schrieb er zuletzt am 20.8.1944 einen Brief an seine Frau. Eine seiner Töchter besuchte ihn dort wöchentlich und erhielt 1945 die Auskunft, ihr Vater sei nach Bergen-Belsen transportiert worden. Die dortige Befreiung durch die britischen Streitkräfte erlebte er nicht. Wahrscheinlich kam er bei einem der Todesmärsche aus Sachsenhausen ums Leben. (Alle Angaben nach Kurt Schilde, Vom Columbia-Haus zum Schulenburgring, Berlin 1987, S. 157ff., und Adressbüchern. Bei Schilde ist auch der erwähnte Brief dokumentiert.)

Die Berliner Gedenktafel ist schwarz gerahmt in eine Nische rechts neben dem Eingang eingelassen und wurde am 21.4.1989 enthüllt.

zurück