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Franz Künstler

Berlin 13.5.1888 - Berlin 10.9.1942

Kiefholzstraße 221-228

Franz Künstler war ein deutscher Gewerkschafter, Politiker
und Widerstandskämpfer. Der gelernte Maschinenschlosser
trat mit 18 Jahren in die SPD ein. Nach der Rückkehr aus dem
Ersten Weltkrieg wurde Künstler Mitglied der USPD und
Stadtverordneter in Neukölln. 1922 kehrte er zur SPD zurück
und war dort Sprecher des linken Parteiflügels.
1924 übernahm Franz Künstler den Vorsitz des SPD-Bezirks
Groß-Berlin. Von 1920 bis 1933 war er Reichstagsabgeord-
neter und wandte sich dort gegen die sozialdemokratische
Koalitionspolitik in der Weimarer Republik. Nach dem Ver-
bot der SPD 1933 wurde Künstler verhaftet. Nach schwerer
Misshandlung und 1934 erfolgter Entlassung aus der Haft
lebte er bis 1942 in Kreuzberg. Trotz schweren Herzleidens
wurde Künstler als Lastenträger für eine Heeresdienststelle
verpfl ichtet. In Folge dieser erschöpfenden Tätigkeit starb er.
Seine Beerdigung auf dem Friedhof Baumschulenweg mit
tausenden Teilnehmern gilt als letzte Massendemonstration
gegen die NS-Diktatur.

Die Tafel befindet sich an Künstlers Grab (Ehrengrab, F 5-104) auf dem Friedhof Baumschulenweg (alter Teil). Die Inschrift ist im rechten Teil der Tafel, links befinden sich ein Bild, der Name und die Lebensjahre.

Im Text befinden sich einige Unrichtigkeiten: Künstler wurde bereits 1917 Mitglied der USPD (und nicht erst nach dem Ersten Weltkrieg), war nicht Sprecher des linken Parteiflügels nach der Rückkehr zur SPD. Vorsitzender SPD in Berlin wurde er bereits im Oktober 1923. Als Reichstagsabgeordneter kritisierte er nicht die sozialdemokratische Koalitionspolitik in der Weimarer Republik (zumal die SPD nur von 1920-1924 - und da auch mit Unterbrechungen - und von Mitte 1928 bis Ende März 1930 Reichsregierungen angehörte). Er lebte bis 1942 nicht in Kreuzberg, sondern in Neukölln.

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