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DP-Lager Mariendorf

Eisenacher Straße 44-45

Das Lager für jüdische Displaced Persons in Mariendorf (1946 - 1948)
(Linke Spalte)
Im Wohnblock zwischen der Eisenacher Straße,
Rixdorfer Straße, dem Dirschelweg und der Äneas-
straße wurde im August 1946 von der Flüchtlings-
organisation der Vereinten Nationen UNRRA ein
Lager für jüdische Displaced Persons (DPs) einge-
richtet.
Bedingt durch die schlechte wirtschaftliche Lage
und antisemitische Pogrome in Polen, begann im
Herbst 1945 ein starker Zustrom von jüdischen
Überlebenden der Schoah nach Berlin. Um diesen
Menschen ein vorübergehendes Zuhause zu bieten,
wurden im Laufe des Jahres 1946 in den West-
sektoren von Berlin drei Lager eingerichtet: am Eich-
borndamm in Wittenau, an der Potsdamer Chaussee
in Zehlendorf und hier an der Eisenacher Straße in
Mariendorf.
(Rechte Spalte)
In diesen, durch einen bewachten Zaun von der
deutschen Bevölkerung abgetrennten Lagern
entstand für die Dauer von zwei Jahren eine selbst-
verwaltete „Jüdische Stadt” mit einer eigenen
Polizei, eigenem Gerichtsstand, vielen Kulturein-
richtungen, Synagogen, einer Schule und einem
Kindergarten.
Zu Beginn der sowjetischen Blockade der West-
sektoren am 24. Juni 1948 beschlossen die West-
mächte, die drei DP-Lager aufzulösen. Die Bewoh-
ner wurden mit „Rosinenbombern” ausgeflogen,
die auf dem Rückflug von West-Berlin nach West-
deutschland ohne Fracht waren. Damit ging die
kurze Geschichte der kleinen „Jüdischen Stadt” in
Mariendorf zu Ende.

Zwei identisch gestaltete Tafeln sind in die mittlere von drei Scheiben der Rückwand von auf den gegenüberliegenden Straßenseiten befindlichen Bus-Wartehäuschen (Haltestelle Skutaristraße) eingefügt. Sie zeigen links zwei übereinandergesetzte Fotos und rechts daneben den Text in zwei Kolumnen. Auf den Fotos sind zu sehen (oben) Die Einfahrt zum UNRRA-Lager an der Eisenacher Straße und (unten) Chuma Rendler und Freundin spielen in der Äneasstraße auf einem Motorrad. Die Einweihung der Tafeln fand am 9.9.2011 in Anwesenheit des Künstlers Ronnie Golz, des Vorstandsvorsitzenden der Wall-AG, Daniel Wall, und des Bezirksbürgermeisters Ekkehard Band statt. Die beiden anderen Lager waren in Düppel, Potsdamer Chaussee 87-91 Ecke Benschallee (heute Lissabonallee) und in Wittenau, Eichborndamm 140-148.

Der genaue Standort der Gedenktafel ist Eisenacher Straße 44-45 Ecke Rixdorfer Straße.

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