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Bärensaal (Altes Stadthaus)

Klosterstraße 47

Wer ▪ unvorsichtig
herausfährt
sticht ▪ wie ▪ ein ▪ Schwert
aber
die ▪ Zunge ▪ der ▪ Weisen
ist ▪ heilsam
Hadere ▪ nicht
mit ▪ jemand
so ▪ er ▪ dir
kein ▪ Leid
getan ▪ hat
Der ▪ Faule
begehrt
und ▪ kriegt
es ▪ doch ▪ nicht
aber
die ▪ Fleißigen
kriegen ▪ genug
Wer ▪ viel ▪ geredet
und
hält ▪ nicht
der ▪ ist
wie
Wolken ▪ und ▪ Wind
ohne Regen
Die ▪ so ▪ Böses
raten
betrügen
aber ▪ die ▪ zum
Frieden ▪ raten
machen ▪ Freude
Es ▪ ist ▪ besser
ein
Gericht ▪ Kraut
mit ▪ Liebe
denn
ein gemästeter
Ochse
mit ▪ Hass

Der ▪ Sünder
verachtet
seinen ▪ Nächsten
aber ▪ wohl ▪ dem
der ▪ sich
der ▪ Elenden
erbarmet
Wer ▪ sich ▪ auf ▪ seinen
Reichtum ▪ verlässt
der
wird ▪ untergehen
aber ▪ die
Gerechten
werden ▪ grünen
wie ▪ ein ▪ Blatt
Ein ▪ kluges ▪ Herz
handelt
bedächtiglich
aber ▪ die
kühnen ▪ Narren
regieren
närrisch

Wo ▪ nicht ▪ Rat i ▪ st
da ▪ geht
das ▪ Volk ▪ unter
wo ▪ aber
viele
Ratgeber ▪ sind
da gehet
es ▪ wohl ▪ zu
Der
ist ▪ nicht ▪ stark
der
in ▪ der ▪ Not
nicht
fest ▪ ist
Wer ▪ geduldig ▪ ist
der ▪ ist ▪ weise
wer ▪ aber
ungeduldig ▪ ist
der ▪ offenbart
seine ▪ Torheit
Wo ▪ man ▪ arbeitet
da
ist ▪ genug
wo ▪ man ▪ aber
mit
Worten ▪ umgehet
da
ist ▪ Mangel
Ein ▪ Narr ▪ zeigt
seinen ▪ Zorn ▪ bald
aber ▪ wer
Schmach ▪ birget
ist ▪ witzig
Fleißige ▪ Hand
wird ▪ herrschen
die ▪ aber
lässig ▪ ist
wird
müssen ▪ zinsen

Mancher ist arm bei großem Gut, und mancher ist reich bei seiner Armut.
Eine gelinde Antwort stillet den Zorn, aber ein hart Wort richtet Grimm an.
Wer mit den Weisen umgehet, der wird weise, wer aber den Narren Gesell ist, der wird Unglück haben.

Die Texte sind auf Tafeln oberhalb der Zugänge des Bärensaals eingraviert, der seinen Namen von einer einstmals hier aufgestellten Bärenskulptur von Georg Wrba hat. Diese befindet sich seit dem 1958/1961 erfolgten Umbau des Hauses (errichtet 1902/1911 nach Plänen von Ludwig Hoffmann) im Tierpark Friedrichsfelde (eine Rückführung an den ursprünglichen Standort wird überlegt.). Die Sprüche „stehen in der Tradition der jüdisch-christlichen Weisheitslehre, die ihre Prägnanz und alltagsbezogene Bedeutung aus dem Gegensatz von Klugheit und Dummheit, von Weisheit und Torheit schöpft. Ungeachtet ihrer sprachlichen Eigenart, sind sie heute nicht nur aktueller Teil unserer unausgesprochenen Alltagsethik, sondern bilden letztlich auch eine der ideengeschichtlichen Grundlagen unserer rechts- und Verfassungskultur“. (Festschrift zur Wiedereröffnung des Bärensaals, S. 19)

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