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Armin Theophil Wegner

(Wuppertal-)Elberfeld 16.10.1886 - Rom 17.5.1978

Kaiserdamm 16

Hier, im Hause Kaiserdamm 16,
lebte von 1925 bis zu seiner Verhaftung am 16. August 1933
der Schriftsteller, Lyriker und Journalist
ARMIN T. WEGNER
16.10.1886 - 17.5.1978
Als Augenzeuge berichtete er über den Völkermord an den Armeniern im 1. Weltkrieg
In einem Brief an Hitler protestierte er schon im April 1933 gegen die Verfolgung der Juden.
Als Pazifist denunziert, verschleppten ihn die Nationalsozialisten
in die Konzentrationslager Oranienburg, Börgermoor und Lichtenburg.
Seine Bücher wurden verbrannt, sein Werk verschwiegen.
In Armenien wie in Israel zählt er zu den
GERECHTEN DER VÖLKER.

Der promovierte Jurist war im Ersten Weltkrieg Zeuge des Völkermords an den Armeniern und schilderte dies in seinen Werken „Weg ohne Heimkehr“ und „Der Knabe Hüssein“. Am 23.2.1919 veröffentlichte er im Berliner Tageblatt einen „Offenen Brief an Präsident Wilson“, in dem er appellierte, einen armenischen Staat zu schaffen. Er war verheiratet mit der Schriftstellerin Lola Landau und protestierte angesichts des „Judenboykotts“ vom 1. April am 11.4.1933 in einem offenen Brief („Sendschreiben“), den er angesichts der Unmöglichkeit einer Veröffentlichung in deutschen Zeitungen an die NSDAP-Parteizentrale in München mit der Bitte um Weiterleitung an Hitler schickte: "Herr Reichskanzler! Ich fordere Sie auf, der beginnenden Judenverfolgung Einhalt zu gebieten." Dies führte zu seiner Verhaftung und Verschleppung in mehrere Konzentrationslager. 1934 floh er nach England. In den Jahren 1941-43 lehrte er unter falschem Namen deutsche Sprache und Literatur an der Universität Positano in Italien. Nach dem Krieg glückte ihm ein Anknüpfen an seine literarischen Erfolge nicht mehr. Am 23.5.1967 wurde er in Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ anerkannt. Er starb in Rom, wo er auch beigesetzt wurde. Auf seinem Grabstein soll stehen: Amavi iustitiam odi iniquitatem
Propterea morior in exsilio
(Ein Satz, der Papst Gregor VII als auf dem Sterbebett gesprochen zugeschrieben wird: „Ich habe die Gerechtigkeit geliebt und das Unrecht gehasst, darum sterbe ich in der Verbannung.“). Die von Reinhard Jacob entworfene Edelstahltafel befindet sich, getragen von Stahlrohren zwischen Baum und Laterne auf dem Bürgersteig vor dem Haus. Enthüllt wurde sie am 17.5.2002, Wegners 44. Todestag.

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