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Alte Philharmonie

Bernburger Straße 22a / 23

Die Alte Berliner
Philharmonie
»Nur wenige Konzertsäle haben zur musikalischen Weltbedeu-
tung einer Stadt so viel beigetragen wie die alte Philharmonie;
dabei war sie nur eine umgebaute Rollschuhbahn, allerdings mit
hervorragender Akustik.«
(Walter Leo, »Die Steine reden noch: Menschen und Häuser erzählen ihre Geschichten«,
Zerling, 1987)
50 Instrumentalist*innen, die sich im März 1882 von ihrem
Dirigenten Benjamin Bilse trennten, gründeten gemeinsam
mit dem Konzertagenten Hermann Wolff am 1. Mai 1882 ein
neues Orchester. Aus diesem Bündnis ging die erste Berliner
Philharmonie hervor. Unter dem Namen »Philhamonisches
Orchester« fand hier am 17. Oktober 1882 das erste Konzert
der Musiker*innen statt.
Der Konzertsaal in der Bernburger Straße 22a war 1876
ursprünglich als Rollschuhbahn von den Architekten Gustav
Knoblauch und Ludovico Sacerdotin errichtet worden. Nach
mehreren Umbauten durch Franz Heinrich Schwechten bot
der Konzertsaal im Parkett, in den Rängen und den Logen
bis zu 2.500 Plätze - etwa 900 waren Stehplätze. Die Innen-
wände wurden in Anlehnung an die italienische Renaissance
gestaltet. In ihrer neuen Gestalt wurde die Philharmonie am
5. Oktober 1888 wiedereröffnet.
Zu den bekanntesten Künstler*innen, die in der Alten
Philharmonie arbeiteten, zählten Persönlichkeiten wie
Yehudi Menuhin, Arturo Toscanini (mit den New Yorker
Philharmonikern), Johannes Brahms, Clara Schumann,
Richard Strauss oder Pjotr Iljitsch Tschaikowski. Besonders
prägend für die Konzerte in der Bernburger Straße waren die
Chefdirigenten Hans von Bülow, Arthur Nikisch und Wilhelm
Furtwängler.
Die Alte Philharmonie wurde bei einem alliierten Flieger-
angriff am 30. Januar 1944 zerstört. Der 1987 fertiggestellte
Torbogen des Künstlers Michael Schoenholtz ist der unter-
gegangenen Spielstätte gewidmet. Ein neues Haus erhielten
die Philharmoniker*innen 1963 mit der von Hans Scharoun
entworfenen neuen Philharmonie am Kulturforum.

Berlin’s Old
Philharmonic Hall
»Few concert halls have contributed so much to a city’s global
musical significance as the old Philharmonic Hall, and it was
merely a converted roller-skating rink, nevertheless with out-
standing acoutics.«
(Walter Leo, »Die Steine reden noch: Menschen und Häuser erzählen ihre Geschichten«,
Zerling, 1987)
In March 1882, fifty instrumentalists left their conductor
Benjamin Bilse and founded a new orchestra with the con-
cert agent Hermann Wolff on May 1st, 1882. The first Berlin
Philharmonic Hall emerged from this collaboration. On
October 17th, 1882, the musicians played their first concert
there under the name »Philharmonic Orchestra«.
The concert hall at Bernburger Strasse 22 a was original-
ly built in 1876 as a roller-skating rink by architects Gustav
Knoblauch and Ludovico Sacerdotin. Following several
rounds of renovation by Franz Heinrich Schwechten, the
hall offered space for up to 2,500 concertgoers in the stalls,
circles, and boxes and about 900 standing concertgoers.
The design of the interior walls was inspired by the itali-
an Renaissance. The hall reopened in its new splendor on
October 5th, 1888.
Among the well-known artists who worked at the Old
Philharmonic Hall were figures like Yehudi Menuhin, Arturo
Toscanini (with the New York Philharmonic), Johannes
Brahms, Clara Schumann, Richard Strauss, and Pyotr Ilyich
Tchaikowsky. The principal conductors Hans von Bülow,
Arthur Nikisch und Wilhelm Furtwängler shaped the perfor-
mances on Bernburger Strasse.
On January 30th, 1944, the Old Philharmonic Hall was enti-
rely destroyed in an Allied air raid. The entrance archway
completed by artist Michael Schoenholtz in 1987 is dedicated
to the lost venue. In 1963, the Philharmonic Orchestra moved
into a new buildding, the Philharmonie am Kulturforum,
designed by Hans Scharoun.

Die beiden Inschriften in deutscher und englischer Sprache stehen leicht versetzt nebeneinander. Auf der an einem Stahlpfosten befestigten großen Tafel zeigt oben auf der ganzen Breite ein Foto das Innere des alten Saals mit den Unterschriften: Der Konzertsaals der Alten Philharmonie mit loser Bestuhlung, 1888 / Auditorium with freestanding seats in the Old philharmonic Hall, 1888 Unten links befindet sich ein weiteres Foto: Die zerstörte Alte Philharmonie, 1945 / The Old Philharmonic Hall destroyed, 1945

Enthüllt wurde die “Gedenktafel des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg”  am 15.10.2020 durch die Bezirksstadträtin für Finanzen, Umwelt, Kultur und Weiterbildung, Clara Herrmann. Die Gestaltung lag in den Händen von Petra Müller.

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