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© Foto: Holger Hübner

Wallstraße 16

Ort der Herstellung der

»Judensterne« im Jahr 1941

Dieses 1908 errichtete Geschäftshaus wurde 1920 von den eng verwandten

Kaufleuten Jakob Berglas [1884-1963] und Jakob Intrator [1875-1943]

erworben. Nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten im Jahr

1933 wurden beide aus rassistischen Motiven in ihrer Geschäftstätigkeit

massiv behindert, so dass sie sich schließlich zur Emigration gezwungen

sahen. Jakob Berglas lebte ab 1937 in China, ab 1941 in den USA. Jakob

Intrator verließ Berlin zusammen mit seiner Frau Rosa im Oktober 1941.

Viele Angehörige der Familien Berglas und Intrator wurden im Holocaust

ermordet.

Das Haus Wallstraße 16 wurde 1938 an die Möbelfabrik Heim & Gerken

aus Birkenwerder zwangsversteigert. Der Versteigerungserlös wurde den

beiden als Juden verfolgten Eigentümern nicht ausgezahlt.

Die Stoffdruckfirma Geitel & Co. nutzte ab 1938 vier Fünftel der

Hausfläche. Sie druckte hier im Spätsommer 1941 rund eine Million

»Judensterne«. Diese gesetzlich vorgeschriebenen Stoffaufnäher er-

leichterten die staatliche Verfolgung der Jüdinnen und Juden und be-

reitete ihre Deportationen in die Vernichtungslager vor.