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© Foto: Holger Hübner

Hier lebte von 1926 bis 1933 der jüdische Unternehmer Hugo

Heymann mit seiner Frau Maria. Er erwarb das von Julius

Wurmbach 1913 errichtete Haus in der Pücklerstraße 14 am

19. November 1926.

Nach einer Reihe von Wahlerfolgen der Nationalsozialisten nahm

der Druck auf angehörige jüdischen Glaubens schon zu Beginn

der 1930er Jahre zu.

Zahl und Brutalität der

Übergriffe schufen ein

Klima zunehmender

Bedrohung für Juden

in Deutschland. Im

Herbst 1932 wrante der

sozialdemokratische

Reichstagsabgeordnete

Friedrich Wilhelm Soll-

mann die Eheleute

Heymann, dass auch

sie selbst bedroht

seien. In dieser Situ-

ation wachsenden

politischen Drucks

und aus Furcht vor

nationalsozialistischer

Verfolgung entschieden

sich die Heymanns, ihr

Anwesen zu veräußern.

Am 7. Februar 1933 -

wenige Tage nach der

Machtübernahme durch

die Nationalsozialisten

- wurde die Villa ver-

kauft. Erwerber war der

Druckereibesitzer und

Verleger der Potsdamer

Tageszeitung Waldemar

Gerber, der 1935 Förder-

mitglied der SS wurde.

Hugo und Maria Heymann wollten aus Deutschland fliehen.

Sie bemühten sich jedoch vergeblich, zuvor ihre Existenz in der

Emigration zu sichern. Hugo Heymann wurde in der Folgezeit

mehrfach verhaftet und von der Gestapo misshandelt. Er starb am

5. Juni 1938 in Berlin an den Folgen einer schweren Erkrankung.

Die AEG kaufte das Anwesen 1953 vom Eigentümer Gerber.

1962 erwarb die Bundesrepublik Deutschland das Haus in der

Pücklerstraße. Es wurde vom Bundesbevollmächtigten für Berlin

und später als Gästehaus der Bundesregierung genutzt. Seit

2004 ist die Villa Dienstsitz des Bundespräsidenten.

Die Geschichte von Hugo und Maria Heymann wurde im Auftrag

des Bundespräsidialamts durch Historiker aufgearbeitet.

 

The Jewish entrepreneur Hugo Heymann lived here with his wife

Maria from 1926 to 1933. On 19 November 1926, he bought the

house built at Pücklerstrasse 14 by Julius Wurmbach in 1913.

After a number of election victories by the National Socialists,

the pressure on those of the Jewish faith began to grow even

in the early 1930s. The number and brutality of attacks created

an increasingly threatening atmosphere for Jews in Germany. In

autumn 1932, the Social Democratic Reichstag MP Friedrich Wilhelm

Sollmann warned the Heymanns that they were also under threat.

Against the backdrop of growing political pressure and for fear of

National Socialist persecution, the Heymanns decided to put their

property up for sale. The villa was sold on 7 February 1933, just

a few days after the National Socialists seized power. It was bought

by Waldemar Gerber, a printer and publisher of the Potsdamer

Tageszeitung, who became a patron member of the SS in 1935.

Hugo and Maria Heymann planned to flee Germany. Their efforts

to secure their livelihood before emigrating proved, however, to

be in vain. In the following period, Hugo Heymann was arrested

several times and mistreated by the Gestapo. He died on 5 June

1938 in Berlin having developed serious health problems.

AEG bought the house from the Gerber family in 1953. In 1962,

the Federal Republic of Germany purchased the house in Pückler-

strasse. It was used by the Commissioner of Land Berlin with the

Federal Government and later as a Federal Government Guest House.

Since 2004, the villa has been home to the Federal President.

The Office of the Federal President commissioned historians to

explore the story of Maria and Hugo Heymann.

 

Der deutsche Text hat dort kurze Zeilen, wo links davon ein Foto der Villa sowie der englische Text (in kleinerer Zeichengröße) eingeblockt sind. Enthüllt wurde die gut zwei Meter hohe und von einem massiven Rahmen eingefasste Kunstglasstele durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 4.6.2018. Sie steht auf dem Bürgersteig links neben der Grundstückseinfahrt. Gestaltung und Realisierung lagen bei Helga Lieser.