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4 Versteckte Badeanstalt

 

Meerjungfrauen und Fische schmücken die Fassade dieses ungewöhn-

lichen Gebäudes. Sie verweisen auf seine ursprüngliche Besonderheit:

das schmale Wohnhaus von 1899 bildete den Zugang zur städtischen

Badeanstalt, die auf dem Hintergelände lag und von der einst durch-

gehend bebauten Dennewitzstraße aus nicht zu sehen war.

Der Bau des 1903 eröffneten Stadtbads stellte den Architekten Ludwig

Hoffmann vor besondere Herausforderungen. Auf dem spitzwinkligen

Grundstück sollte auch die zeitgleich geplante Hochbahnlinie verlaufen.

Hoffmann löste die Aufgabe geschickt, indem er das Bahnviadukt

in die Fassade des Bades integrierte. Die Züge fuhren in Höhe des

Obergeschosses auf einer Trasse, die in eine kräftige Quaderarchitektur

eingebettet war. Reste davon sind noch heute zu sehen.

Die Schwimmhalle mit der Tonnendecke und dem meergrün leuch-

tenden Bassin wurde im Zweiten Weltkrieg bei einem Bombenangriff

schwer beschädigt und später abgerissen. Das frühere Durchgangs-

gebäude, ebenfalls von Ludwig Hoffmann entworfen, steht unter

Denkmalschutz.

 

4 (Bildunterschriften:)

 

Die städtische Volksbadeanstalt Dennewitzstraße,

die 1903 eröffnet wurde.

 

Schwimmhalle der Volksbadeanstalt 1931

 

Planausschnitt mit Klassifizierung der Kriegsschäden, um 1947.

Grün bedeutet »vielleicht wiederherstellbar«.

 

Die Ruine des zum Abriss bestimmten Bades 1951