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Im Kalten Krieg gibt es keine

gesamtdeutsche Fußball-Mannschaft.

 

Als in Zeiten des Kalten Krieges Sportpolitiker der

Bundesrepublik Deutschland und der DDR keine

Einigung über eine gemeinsame Fußball-Mannschaft

finden können, kommt es in Vorbereitung der Olym-

pischen Spiele 1960 zu Ausscheidungsbegegnungen.

Diese werden unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor

wenigen ausgesuchten Zuschauern und Presse-

vertretern ausgetragen. Am 16. September 1959

treffen beide Teams im Walter-Ulbricht-Stadion zu

einem ersten Entscheidungsspiel aufeinander. Die

Ostdeutschen verlieren das Geisterspiel 0:2 und

können auch das Rückspiel in Düsseldorf nicht

gewinnen. Später scheitert die Mannschaft der

Bundesrepublik in der Qualifikationsrunde für Rom.

Im Vorfeld der Olympischen Spiele 1964 setzt sich

dann die Auswahl der DDR durch und erringt in Tokio

mit Platz drei im Turnier einen ihrer größten sport-

lichen Erfolge. Erst 1968 entsenden die Bundes-

republik und die DDR eigenständige Delegationen

zu den Olympischen Spielen.

 

(Bildunterschriften:)

 

Die unmittelbar an der Chausseestraße gelegene, so genannte

Maikäferkaserne des Garde-Füsilier-Regiments wird ab 1918 von

der Berliner Polizei genutzt. Für den in verschiedenen Sportarten

erfolgreichen Polizei-Sportverein werden auf dem anliegenden

Exerzierplatz diverse Sportanlagen sowie ein Stadion geschaffen,

das im Zweiten Weltkrieg zerstört wird.

 

1950 wird das Stadion anlässlich der III. Weltfestspiele des

Weltbundes der demokratischen Jugend (WBDJ) wieder errichtet

und erhält den Namen des SED-Generalsekretärs Walter Ulbricht.

Da es den Anforderungen der X. Weltjugendfestspiele, die wieder

in Berlin stattfinden, nicht entspricht, kommt es 1973 zu weit-

gehenden Umbauten und der Umbenennung in »Stadion der

Weltjugend«. Es ist Schauplatz der propagandistischen Haupt-

veranstaltungen, zu denen auch sportliche Darbietungen gehören.

 

Die DDR-Nationalmannschaft bestreitet insgesamt 13 offizielle

Länderspiele im Stadion an der Chausseestraße, zwischen 1975

und 1989 findet hier das Finale des FDGB-Pokals statt. Ab 1976

werden auch die Oberliga-Derbys zwischen dem BFC Dynamo und

dem 1. FC Union Berlin im Stadion der Weltjugend angepfiffen.

Die Fans sind stets mit einem gewaltigen Aufgebot an Polizisten

konfrontiert, denn in dem Aufeinandertreffen des als Stasi-Klub

verschrienen BFC mit seinen gewalttätigen Hooligans und des

sich proletarisch gebenden Underdog Union liegt Brisanz.

 

Nach dem Fall der Mauer hat das zunehmend marode Stadion der

Weltjugend ausgedient. Es soll einer 15.000 Zuschauer fassenden

Sport-Arena für die geplanten Olympischen Spiele 2000 in Berlin

weichen. Da aber Berlins Bewerbung scheitert und Sydney den

Zuschlag bekommt, wird der Bau verworfen und das Areal liegt

brach. Bis 2006 wird es von Freizeitsportlern und Anhängern von

Trendsportarten genutzt: Es ist Golfanlage, Beachvolleyball-Feld

und Parcours für Mountainbiker.

 

(auf der anderen Seite unter dem Orientierungsplan:)

 

In the Cold War era there was

no all-German football team.

 

During the Cold War era, sports officials in Federal

Republic of Germany and in the GDR could not agree

on a joint football team and therefore held play-offs

in the run-up to the 1960 Olympic Games. The play-

offs were closed to the public; only a few invited

guests and reporters were allowed to watch the

matches. On September 16, 1959, the two teams

played the first deciding match in the Walter Ulbricht

stadium. The East Germans lost the ghost game 0:2

and also lost the second leg match in Düsseldorf.

The Federal Republic‘s team later lost the qualifier for

Rome. In the run-up to the 1964 Olympic Games

the GDR’s national team prevailed and achieved one

of its greatest successes when placing third in the

tournament in Tokyo. It was not until 1968 that

the Federal Republic and the GDR began sending

separate delegations to Olympic Games.