https://www.gedenktafeln-in-berlin.de/uploads/tx_tafeln/Fussball2-2_VS.jpg
© Foto: Aktives Museum
https://www.gedenktafeln-in-berlin.de/uploads/tx_tafeln/Fussball2-2_VS.jpg https://www.gedenktafeln-in-berlin.de/uploads/tx_tafeln/Fussball2-2_Detail.jpg https://www.gedenktafeln-in-berlin.de/uploads/tx_tafeln/Fussball2-2_Detail2.jpg https://www.gedenktafeln-in-berlin.de/uploads/tx_tafeln/Fussball2-2_RS.jpg

Das Poststadion wird zum Vorbild

zahlreicher Sportstätten in Deutschland.

 

Die Anlage des Poststadions entsteht zwischen 1926

und 1929 im Auftrag der Reichspostverwaltung. Auf

dem Gelände eines ehemaligen Exerzierplatzes

entsteht ein weitläufiger Komplex mit einem Wett-

kampfstadion, Fußballplätzen, Tennisplätzen, einer

Schwimm- und einer Ruderhalle. Er löst in seiner

Bedeutung für die Stadt das Deutsche Stadion im

Grunewald ab und ist Schauplatz zahlreicher natio-

naler und internationaler Begegnungen. Das Post-

stadion ist eine der ersten Multifunktionsarenen

und wird zum Vorbild zahlreicher Sportstätten

in Deutschland. Der im Zweiten Weltkrieg schwer

beschädigte Bau wird bereits im Sommer 1945

wiedereröffnet und fortan zum Austragungsort von

Fußballspielen der unterschiedlichsten Ligen; unter

anderem nutzt Hertha BSC das Stadion in Zeiten der

Zweit- und Drittklassigkeit. Nachdem die Stadt Berlin

lange Jahre das Gelände dem zunehmenden Verfall

überlässt, wird das denkmalgeschützte Stadion von

2003 bis 2010 schrittweise saniert.

 

(Bildunterschriften:)

 

Georg Demmler, Sohn eines Fabrikanten, vielseitiger Sportler und

Initiator der Gründung des DFB, wendet sich nach seiner aktiven

Laufbahn in seinem Beruf als Architekt dem Sportstättenbau zu.

Mit seinem Schaffen setzt er national und international Maß-

stäbe, das Poststadion ist sein bedeutendstes Vorhaben.

 

Bei den Olympischen Spielen 1936 finden im Poststadion fünf

Begegnungen im Fußball statt. Am 7. August trifft die deutsche

Auswahl im Viertelfinale auf Norwegen, mit 55.000 Besuchern

wird ein Stadionrekord aufgestellt. Unter den Zuschauern ist auch

die politische Führung des NS-Staates. Diktator Hitler verlässt

noch vor Abpfiff des Spiels wütend das Stadion, denn der Favorit

verliert mit 0:2 und scheidet aus dem Wettbewerb aus. In der

Folge wird Reichstrainer Otto Nerz entlassen und Sepp Herberger

zu seinem Nachfolger berufen.

 

(auf der Trommel:)

 

Das Poststadion ist Austragungsort zahlreicher Sportveran-

staltungen, die ein großes Publikum ziehen. Am 7. Juli 1935

boxt Weltmeister Max Schmeling hier gegen Paulino Uzcudun,

am 26. Juni 1938 endet die 15tägige Deutschlandfahrt der

Radsportler im Stadion.

 

Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wird die Anlage

bereits 1945 wieder aufgebaut. Sie bietet in der geteilten

Stadt auch einen Ort für politische Kundgebungen. Unter

anderem spricht Kurt Schumacher hier am 20. Juni 1946

bei einer Veranstaltung der SPD.

 

In den 1930er Jahren finden viele Fußballspiele von über-

regionaler Bedeutung, darunter zwei Finale um die Deutsche

Meisterschaft sowie mehrere Spiele der Deutschen National-

mannschaft, im Poststadion statt. Auch in den 1950er Jahren

werden zahlreiche Städtespiele sowie Endrundenspiele um

die deutsche Meisterschaft im Poststadion ausgetragen.

 

Während das Poststadion über Jahrzehnte hinweg ein

Zuschauermagnet war, findet heute nur gelegentlich ein größeres

Publikum den Weg ins Poststadion. Ein Höhepunkt ist das

Spiel der ersten Runde des DFB-Pokals am 18. August 2012,

als der Berliner AK 07 den Bundesligisten TSG Hoffenheim 1899

mit 4:0 aus dem Wettbewerb wirft.

 

Als Union Oberschöneweide am Ende der Saison 1949/50

Zweiter in der Berliner Stadtliga wird und sich damit für die

Endrunde um die deutsche Meisterschaft qualifiziert, verweigert

die sowjetische Besatzungsmacht die Ausreise nach West-

deutschland. Die von Hanne Sobek trainierte Mannschaft flieht

daraufhin nach West-Berlin, spaltet sich vom Ost-Berliner Verein

ab und gründet sich wenig später als Union 06 neu. 1953 gelingt

dem Team der Gewinn der Berliner Meisterschaft.

 

In der Saison 1975/76 wird der erste Rang in der drittklassigen

Amateurliga erreicht, wodurch sich die Mannschaft für die

Aufstiegsrunde zur zweiten Bundesliga qualifiziert. Danach

verabschiedet sich der Verein allmählich aus den oberen Ligen.

Heute trägt neben Union 06 auch der Berliner AK 07 seine

Heimspiele im Poststadion aus.

 

(auf der anderen Seite unter dem Orientierungsplan:)

 

This stadium served as

model for many sports facilities

throughout Germany.

 

The Poststadion facilities were built between 1926

and 1929 at the behest of the German Postal Admin-

istration (Reichspostverwaltung). The extensive

complex that included a sports arena, football fields,

tennis courts, an indoor swimming pool, and a

rowing centre was constructed on a former parade

ground. In terms of significance for the city, this new

facility soon took the place of the Deutsche Stadion

(German Stadium) located in the Grunewald, and it

became the preferred venue for many national and

international sports events. The Poststadion was one

of the first multipurpose arenas and became the

example on which numerous other sports facilities in

Germany were modelled. The building was heavily

damaged during the Second World War, but in the

summer 1945 it was already opened again. Subse-

quently, it hosted football matches of many different

leagues. Among other clubs, Hertha BSC used the

stadium during the years the club was playing in the

second and third division. After the site had been

abandoned to gradual decay, the stadium, which has

historic landmark status, was rehabilitated in several

phases between 2003 and 2010.