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Der Arbeitersportverein Fichte

ist der größte Deutschlands.

 

Nach dem Ersten Weltkrieg, als Millionen Rekruten

mit dem Fußball vertraut wurden, indem die Soldaten

das Ballspiel zwischen den Fronteinsätzen als Frei-

zeitvergnügen nutzten, entwickelt sich der Sport in

der Weimarer Republik zu einem Massenphänomen.

Fußball verliert seinen überwiegend bürgerlichen

Charakter und wird zunehmend zu einem proleta-

rischen Spiel. Neben den Wettbewerben des

Deutschen Fußball-Bundes etablieren sich Begeg-

nungen und ein regelmäßiger Spielbetrieb der

konfessionell gebundenen Vereine sowie vor

allem des Arbeiter-Turn- und Sportbundes (ATSB)

mit einer großen Zahl aktiver Sportler. Mit über

10.000 Mitgliedern ist der ASV Fichte in der Arbeiter-

sport-Hochburg Berlin der größte Verein Deutsch-

lands. Der ATSB trägt eine eigene Fußball-Meister-

schaft aus und beteiligt sich mit einer Auswahl-

Mannschaft, die in insgesamt 47 Spielen dreißig

Siege erringt, an internationalen Vergleichen

und der Arbeiter-Olympiade.

 

(Bildunterschriften:)

 

Auch wenn der Fußball schnelle Aufstiegschancen für viele Aktive

bietet, die sich damit aus der Masse herausheben können, stehen

im Arbeitersport Geselligkeit, Gemeinschaft und die politische

Arbeit im Mittelpunkt. Neben der Verwurzelung im proletarischen

Milieu und einer gewissen Bodenständigkeit schätzen die Mit-

glieder besonders das attraktive Vereinsleben.

 

Als die Widersprüche und Konflikte zwischen Sozialdemokraten

und Kommunisten am Ende der Weimarer Republik zunehmen,

spaltet sich auch die proletarische Sportbewegung und die Kampf-

gemeinschaft für Rote Sporteinheit löst sich von ATSB. In der

NS-Diktatur wird der Arbeitersport von Beginn an verboten und

verfolgt. Die meisten Fußballer suchen die Mitgliedschaft im DFB,

wo sie in der Regel auch unterkommen, ihre Gesinnung aber

nicht völlig aufgeben. Einige Sportler gehen in den Widerstand

gegen das Regime.

 

Anfangs stehen die Funktionäre der SPD und der Arbeitersport-

bewegung dem Fußball skeptisch bis ablehnend gegenüber, da

sie in diesem Rasensport eine bürgerliche Angelegenheit sehen,

die die Arbeiter von ihren Klassenzielen abbringen würde. In der

Weimarer Republik legt der ATSB dann einen Schwerpunkt seiner

Sportpolitik auf die Entwicklung des Arbeiter-Fußballs und agiert

durchaus erfolgreich. Die Masse der Arbeiterschaft kann jedoch

nie ganz vom Eintritt in die bürgerlichen Vereine und Verbände

abgehalten werden.

 

Nachdem der Arbeiter-Turn und Sportbund (ATSB)

beschließt, eine eigene Bundesmeisterschaft

einzurichten, nehmen in den 1920er Jahren über

3.500 Mannschaften an den Wettbewerben teil.

1928 kommt der Meister aus Berlin, als Adler 08

das Endspiel im Deutschen Stadion gegen Frank-

furt 06 mit 5:4 gewinnt.

 

(auf der anderen Seite unter dem Orientierungsplan:)

 

The workers sports club »Fichte«

was the largest club of its kind

in Germany.

 

In the First World War, millions of recruits learned

to play football for recreation during breaks from

frontline duty, and as a result football became a very

popular sport with mass appeal in the years of the

Weimar Republic. Previously largely a middle-class

game, football then increasingly became a sport for

the proletariat. In addition to the competitions and

championships organized by the DFB (Deutscher

Fußball-Bund, German Football Association), other

matches were organised, and soon a regular schedule

of games was established for the clubs affiliated with

this or that religious denomination and, especially,

for the Arbeiter-Turn- und Sportbund (ATSB, Workers‘

Gymnastics and Sports Federation), which counted a

large number of active players among its members.

Based in Berlin, one of the nation’s centres of

workers sports, the ASV Fichte with its more than

10,000 members was the largest club in Germany.

The ATSB organised its own football championship

and sent its all-star team to international matches

and the Arbeiter-Olympiade (Workers’ Olympics);

in all, the team won 30 of 47 games.