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© Foto: Sport:Kultur e.V.

Tasmania muss innerhalb weniger Tage

einen Bundesliga-Kader zusammenstellen.

 

Tasmania 1900 spielt in der Saison 1965/66 ein Jahr

lang in der Bundesliga. Nachdem Hertha BSC keine

Lizenz für die höchste deutsche Spielklasse erhält

und in die Regionalliga zwangsversetzt wird, da der

Verein zuvor einige Spieler mit unerlaubten Hand-

geldern an die Spree gelockt hat, hievt der DFB die

Tasmanen als Ersatz ins Fußball-Oberhaus. Der Club

muss daraufhin einen Teil seiner Spieler via Radio-

Reiseruf aus dem Urlaub zurückholen und innerhalb

weniger Tage einen erstligatauglichen Kader zusam-

menstellen. Die Mannschaft trägt ihre Heimspiele im

Olympiastadion aus, das nur zu Saisonbeginn gefüllt

ist, und kann sportlich nicht mithalten. Tasmania

gewinnt in der gesamten Spielzeit lediglich zwei

Partien und belegt am Ende mit 15:108 Toren und

8:60 Punkten abgeschlagen den letzten Platz. Noch

Jahre später machen sich die finanziellen Folgen

des ungeplanten Bundesliga-Abenteuers bemerkbar.

Tasmania 1900 meldet 1973 Konkurs an. Unter dem

Namen SV Tasmania Neukölln 73 entsteht ein neuer

Verein. Seine Heimstätte hat er im traditionsreichen,

1930 errichteten Sportpark Neukölln, der seit 2010

den Namen Werner Seelenbinders trägt.

 

(Bildunterschriften:)

 

Ab Mitte der 1950er Jahre zählt Tasmania 1900 neben Tennis

Borussia und Hertha BSC zu den besten Mannschaften West-

Berlins und ist ein Aspirant auf die Teilnahme an der 1963

gegründeten Bundesliga. Drei Berliner Meisterschaften und fünf

Pokalsiege in den Vorjahren reichen nicht für die Mannschaft von

Trainer Fritz Mauruschat, denn der DFB gibt dem aktuellen

Meister Hertha BSC den Vorzug.

 

Wie viele Vereine des Berliner Südens, die am

Rande des Tempelhofer Feldes entstanden, ist auch

der BFC Stern 1889 heute in Neukölln zu Hause. Der

zweitälteste Verein der Stadt wurde ursprünglich als

FC Marbert gegründet und benannte sich bald in BFC

Stern 1889 um, bis er 1973 nach Fusion mit der

SpVgg Britz-Süd 49 den heutigen Namen SV Stern

Britz 1889 annimmt.

 

Auch vermeintlich kleine Vereine wie der 1. FC Neukölln schnup-

pern zuweilen die Luft der großen, weiten Fußball-Welt. Ob durch

die Teilnahme am DFB-Pokal, durch die bis 1998 ausgespielte

Deutsche Amateurmeisterschaft oder durch Freundschaftsspiele

– immer wieder kommt es zu Begegnungen unterklassiger Mann-

schaften mit Bundesligisten und anderen Top-Teams.

 

Wie in vielen Vereinen der Stadt ist auch beim

SV Tasmania Berlin eine multikulturelle Gesellschaft

alltägliche Realität. In den Mannschaften aller

Altersklassen sind Spieler aus verschiedenen

Nationen aktiv. Das sportliche Miteinander auf und

neben dem Platz kann maßgeblich zur Integration

von Menschen mit Migrationshintergrund beitragen.

 

(auf der anderen Seite unter dem Orientierungsplan:)

 

Tasmania had to put together a Bundesliga squad in just a few days.

 

In the 1965/66 football season, Tasmania 1900 played for one year in the Bundesliga. After Hertha BSC did not receive a license for the top German league and was relegated to the regional league as penalty for having previously lured several players to the city on the banks of the Spree by paying illicit signing bonuses, the DFB heaved Tasmania’s team as replacements into the upper house of football. The club then had to phone some of its players and summon them back from vacation and within a few days put together a squad fit for the first division. The team played its home games in the Olympic stadium, which was filled only at the beginning of the season and could not keep up. In that entire season Tasmania won only two matches and finally dejectedly ranks last with 15:108 goals and 8:60 points. Even years later the financial consequences of the unplanned Bundesliga adventure make themselves felt. Tasmania 1900 filed for bankruptcy in 1973. Under the name SV Tasmania Neukölln 73 a new club was formed. Its home base is in the Sportpark Neukölln, built in 1930 and steeped in tradition; in 2010 the Sportpark was renamed after Werner Seelenbinder.