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Die Fußballer aus Oberschöneweide

entwickeln zunehmend eigene Stärke.

 

Als die Betriebe der Allgemeinen Elektricitäts-

Gesellschaft um die Wende zum 20. Jahrhundert

dem Leben in Oberschöneweide einen Aufschwung

verleihen, bringt die Industrie nicht nur Arbeit,

sondern auch den Sport an den Oberlauf der Spree.

Am 17. Juni 1906 gründen Schüler und Lehrlinge

in der Appelt’schen Wirtschaft den Fußball-Club

Olympia. Doch schon nach einen Monat löst sich

der Verein wieder auf, weshalb die jungen Männer

umgehend als Abteilung Oberschöneweide zum

BTuFC Helgoland 1897 und dann 1907 zum BTuFC

Union 1892 übertreten, der zwei Jahre zuvor die

Deutsche Meisterschaft gewonnen hat. Der Wechsel

zu etablierten Vereinen bringt den Vorteil, auf

direktem Weg an Spielen der Verbandsebene teilzu-

nehmen, und sichert den Zuwachs an Mitgliedern.

Die Fußballer aus Oberschöneweide entwickeln so

zunehmend eigene Stärke und bilden am 14. März

1910 den SC Union. Die erste Spielstätte an der

Spreestraße muss schon bald aufgegeben werden,

da die Fabriken und Wohngebiete immer weiter

wachsen.

 

(Bildunterschriften:)

 

Bis 1920 ist das Stadion an der Wattstraße Spielstätte für

die Mannschaften des SC Union Oberschöneweide. Der Verein

etabliert sich nach seiner Gründung schrittweise und wird 1917

Vizemeister des Verbandes Brandenburgischer Ballspielvereine.

Dennoch treten die Erfolge in den Hintergrund, denn weit über

die Hälfte der Sportler des Vereins sind während des Ersten

Weltkriegs zum Militär eingezogen und jedes fünfte Mitglied

verliert im Krieg das Leben.

 

1975 wird im Kabelwerk Oberspree (KWO), das inzwischen

zu einem nationalen Wirtschaftsverbund mit bis zu 16.000

beschäftigten Menschen gehört, eine Fußball-Mannschaft

gegründet, die vom Trägerbetrieb großzügig unterstützt wird.

Dem Team gelingt ein rasanter Aufstieg, der 1979 für vier Jahre

in die zweithöchste Spielklasse der DDR führt. 1990 löst sich der

Verein auf, da das KWO durch die ökonomischen Veränderungen

im Zuge der deutschen Einheit seine Zahlungen einstellt.

 

Der Frauenfußball hat in der BSG KWO Berlin große

Bedeutung, die Mannschaft gehört zu den spiel-

stärksten der DDR. Die Frauen erreichen 1985 und

1987 die Finalrunde der Bestenermittlung, welche

anstelle einer Meisterschaft vom Fußballverband

des Landes ausgetragen wird. Kathrin Nicklas ist

eine Leistungsträgerin des Vereins und wird 1990

als einzige Berlinerin zum ersten und einzigen Spiel

einer DDR-Auswahl der Frauen berufen.

 

Das Kabelwerk Oberspree ist jahrzehntelang einer der größten

Berliner Betriebe, in dem tausende Arbeiter und Lehrlinge

beschäftigt sind. Die Fußballspiele im nahe gelegenen Stadion

an der Alten Försterei bieten neben der Arbeit willkommene

Abwechslung. Ein Großteil der Auszubildenden strömt, wann

immer es geht, zum 1. FC Union und schreit sich bei den

Anfeuerungsrufen für die als »Schlosserjungs« bezeichneten

Fußballer auch manchen Frust über den Alltag aus dem Leib.

 

(auf der anderen Seite unter dem Orientierungsplan:)

 

The footballers from Ober-

schöneweide gradually made

a name for themselves.

 

By the beginning of the twentieth century, Ober-

schöneweide had become a booming town thanks

to the plants of the Allgemeinen Elektricitäts-Gesell-

schaft (general electricity company). That industrial

company had not only brought employment to the

town on the upper Spree but also sports. On June 17,

1906, in a pub run by the innkeepers Appelt, students

and apprentices established the football club Olympia.

However, only one month later, they disbanded again,

and the young men then right away joined the BTuFC

Helgoland 1897 (Berliner Thor- und Fußball-Club)

as its Oberschöneweide section. In 1907, the young

players switched to the BTuFC Union 1892, which had

won the German Football Championship two years

earlier, in 1905. This switch to established clubs

had the advantage that the players could participate

directly in matches on the association level and

ensured that team membership would increase. The

footballers from Oberschöneweide thus made a

name for themselves, and on March 14, 1910, they

established the SC Union (Sport-Club Union, sports

club). The team’s first playing field was on the

Spreestrasse, but only four years later, in 1914, it

had to be given up to make room for factories and

housing developments.